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Von Menschen und Maschinen

Interface, eins, null, Software [Quelle: freeimages.com, Autor: flaivoloka]

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Auch nach Ablauf der Bewerbungsfrist lohnt es sich manchmal nachzuhaken: das zeigt das Beispiel von e-fellow Sebastian. Jetzt beschäftigt er sich mit der nutzerzentrierten Gestaltung von Software und entwickelt eine Anwendung, mit der ältere Menschen mit ihren Verwandten in Kontakt treten können.

Wann und warum hast du dich für eine Promotion entschieden?

Schon während meines Studiums hatte ich den Wunsch, später eine Promotion anzuschließen. Nach meinem Studium habe ich zunächst als Software-Entwickler gearbeitet und mich parallel weiter nach passenden Stellenangeboten an Universitäten im Bereich Mensch-Computer-Interaktion umgesehen. Der Entschluss zu promovieren fiel, als ich im Dezember 2009 eine passende Doktorandenstelle angeboten bekam.

Wie bist du auf deinen Professor und deine Uni gestoßen?

Während meiner Masterarbeit im März 2007 hatte ich mich auf eine Stellenanzeige des Fraunhofer Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie in Wachtberg beworben - und eine Absage bekommen. Im November 2008 hat mich der dort verantwortliche Forschungsgruppenleiter Dr. Ludger Schmidt gefragt, ob ich noch Interesse an einer Stelle als Doktorand hätte. Er hatte mittlerweile die Professur für Mensch-Maschine-Systemtechnik an der Uni Kassel angenommen und suchte neue Mitarbeiter. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber eine Stelle als Software-Entwickler in der IT-Beratung angenommen und wollte Erfahrung in der Industrie sammeln. Als Herr Dr. Schmidt im Dezember 2009 weitere Doktorandenstellen in einem Forschungsprojekt zur Mensch-Computer-Interaktion in der Forschungsgruppe zu besetzen hatte, habe ich mich beworben.

Wie hast du dich beworben?

Auf die freie Stelle bin ich durch eine Ausschreibung auf den Internetseiten des Fachgebiets Mensch-Maschine-Systemtechnik aufmerksam geworden. Die Bewerbungsfrist war zu dem Zeitpunkt schon um zwei Tage überschritten. Ich fragte telefonisch bei Herrn Dr. Schmidt, ob meine Bewerbung noch berücksichtigt werden könnte. Wie in der Ausschreibung gefordert habe ich meine Bewerbung per E-Mail an die Personalabteilung meines künftigen Doktorvaters geschickt.

Erläutere dein Thema in ein paar laientauglichen Sätzen

Ich beschäftige mich mit der nutzerzentrierten Gestaltung von Software. Ich entwickle eine Anwendung, mit der ältere Menschen mit ihren Verwandten in Kontakt treten können. Dazu fange ich mit einer Anforderungserhebung an, entwerfe und programmiere eine graphische Benutzeroberfläche und werte diese schließlich mit potenziellen Interessenten hinsichtlich ihrer Benutzerfreundlichkeit aus.

Wie bist du zu diesem Thema gekommen?

Mein Thema leitet sich direkt aus meinen Aufgaben im Forschungsprojekt ab. In diesem entwickeln Juristen, Informatiker, Wirtschaftsinformatiker und Ergonomen gemeinsam einen Methodenkanon um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Was ist für dich an deinem Promotions-Modell besonders positiv oder negativ?

Ich bin als Teilzeitmitarbeiter mit 75 Prozent der regulären Arbeitszeit, also 30 Wochenstunden, und zunächst auf zwei Jahre befristet beschäftigt. Dieses Modell lässt mir neben der Projektarbeit genügend Zeit, um meine Promotion zügig voran zu bringen. Nachteil bei diesem Modell ist die geringere Bezahlung.

Auf welche Hindernisse bist du gestoßen und wie hast du sie bewältigt?

Schwierig war es eigentlich nur, das passende Projekt für eine Promotion zu finden. Seitdem ich im Projekt arbeite sind keine schwerwiegenden Hindernisse aufgetreten.

Wie gut betreut dich dein Professor?

Die Betreuung ist sehr gut, denn durch die Zusammenarbeit im Projekt besteht immer wieder die Möglichkeit, offene Fragen zu diskutieren. Darüber hinaus gibt es im Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik ein Doktorandenkolloquium, in dem die Dissertation besprochen wird. Beides trägt zum Fortschritt der Arbeit bei.

Was planst du nach deiner Promotion?

Für die Zeit nach meiner Promotion kann ich mir verschiedene Wege vorstellen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, möchte ich als Wissenschaftler an einer Universität oder einem Institut weiter forschen. Darüber hinaus kann ich mir eine Karriere in der Software-, System- oder Produktentwicklung in einem benutzerzentrierten Gestaltungsprozess oder in der Technologieberatung vorstellen.

Welche Tipps kannst du anderen (künftigen) Doktoranden mit auf den Weg geben?

Meiner Erfahrung nach kann es einige Zeit dauern, bis sich eine geeignete Möglichkeit zu promovieren ergibt. Auch wenn zwischenzeitlich andere berufliche oder private Ziele Vorrang haben, kann man die Promotion im Hinterkopf behalten. Dafür ist es sinnvoll sich über die Forschungslandschaft und Stellenausschreibungen zu informieren, sowie Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

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Viele Stipendiaten und Alumni von e-fellows.net promovieren. Du möchtest auch deine Doktorarbeit vorstellen? Schreib eine E-Mail an Julia Hausmann.

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