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Portal, Tor, Promotion (pixelio.de, Doppelherz)

Portal, Tor, Promotion (pixelio.de, Doppelherz)

Wann und warum hast du dich für eine Promotion entschieden?
 Mir war bereits im Studium klar, dass ich später promovieren möchte. Gegen Ende des Studiums hat mir dann einer meiner Professoren eine Stelle als Doktorand angeboten. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich aber erst einmal Praxiserfahrung in der freien Wirtschaft sammeln. Daher habe ich meine berufliche Laufbahn als Unternehmensberater bei Accenture in Kronberg begonnen. Zwei Jahre später habe ich mich dann schließlich für die Promotion an der EBS entschieden. Meine Hauptmotivation dafür war mein Interesse daran, praxisorientierte wissenschaftlich zu arbeiten und mich fokussiert mit einem bestimmten Thema auseinanderzusetzen.
 

Wie bist du auf deinen Professor und die Uni gestoßen?
 Da ich seit meiner Zeit als Unternehmensberater in Frankfurt wohne, habe ich mich zuerst über die Universitäten im Umkreis informiert. Dabei bin ich auf die European Business School gestoßen, die zum einen ein sehr gutes Renommee hat und zum anderen als eine von wenigen Hochschulen bereits ein strukturiertes Promotionsprogramm anbot. Da das Institut für Wirtschaftsinformatik gerade im Aufbau war, wurden dort wissenschaftliche Mitarbeiter gesucht. Eine entsprechende Ausschreibung habe ich auf der Webseite gefunden. Wie sich herausstellte, war mein Doktorvater einige Zeit zuvor als Doktorand ebenfalls an der Universität Paderborn gewesen, so dass wir auch über diese Gemeinsamkeit schnell zueinander fanden.
 

Wie hast du dich beworben?

 Ich habe meine Bewerbungsunterlagen ganz klassisch per Post an meinen Doktorvater geschickt. Wenige Wochen später wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Danach musste ich noch ein Thema vor den Institutsmitgliedern präsentieren. Worüber ich spreche, war mir freigestellt. Da ich damals noch nicht wusste, worüber ich promovieren möchte, habe ich ein Thema gewählt, mit dem ich mich in meiner Diplomarbeit und später auch beruflich intensiv beschäftig hatte: analytisches Customer Relationship Management. Mit dem Vortrag sollte ich zum einen meine Präsentationsfähigkeit unter Beweis stellen. Zum anderen konnten sich die Institutsmitglieder so schon ein Bild von mir machen. Anschließend habe ich das Angebot für eine Stelle als interner Doktorand erhalten. Für das Doktorandenstudium an der EBS musste ich mich noch separat bewerben und unter anderem den GMAT nachweisen.
 

Was ist dein Thema? Erläutere es doch bitte in ein paar "laientauglichen" Sätzen.

 In meiner Dissertation messe ich den Erfolg von Informationssystemen in Unternehmen. Dabei versuche ich herauszufinden, welche Faktoren den Erfolg eines Systems bestimmen, wie diese Faktoren zusammenhängen, wie stark dieser Zusammenhang ist und wie groß der Einfluss der Faktoren schließlich auf den Erfolg des Systems ist. Konkret untersuche ich die Effektivität von Unternehmensportalen. Dabei befrage ich in einer Vergleichsstudie Management und Mitarbeiter international agierender Unternehmen. Die Ergebnisse der Befragung werte ich dann statistisch aus, um damit die Forschungsfragen zu beantworten.
 

Wie bist du zu deinem Thema gekommen?

 Bei der Themenfindung habe ich mit einem praktischen Problem begonnen: Viele Unternehmen investieren viel in Informationssysteme, ohne deren Nutzen systematisch zu bewerten. Zunächst habe ich die vorhandene Literatur daraufhin untersucht, welche Theorien ich auf dieses Problem anwenden kann. Auf Basis einer vorhandenen Theorie habe ich dann mein Untersuchungsdesign entworfen. Das Thema auszuarbeiten, hat im Grunde das ganze erste Jahr meiner Promotion eingenommen. Das war keine ganz einfache Phase, da mich das Thema auch in der Freizeit beschäftigte. Dennoch war das ein sehr wichtiger Abschnitt der Promotion, weil hier die entscheidenden Weichen für die weitere Arbeit gestellt werden. Ich hoffe, dass ich mit meinem Thema und den Ergebnissen einen Beitrag für Wissenschaft und Praxis leisten werde.
 

Was ist für dich an deinem Promotionsmodell besonders positiv / negativ?
 Besonders positiv an meinem Promotionsmodell ist, dass ich als interner Doktorand sehr eng mit meinem Doktorvater und anderen Professoren zusammenarbeite. Auch mit meinen Kollegen am Institut kann ich mich über meine Dissertation austauschen. Gut ist auch, dass ich im Promotionsstudium der EBS in Seminaren die notwendigen Forschungsmethoden und Analyseverfahren lerne. Neben dieser wissenschaftlichen Ausbildung kann ich durch Forschungsprojekte bei Partnerunternehmen auch meine Praxiserfahrung weiter ausbauen. Ich fand es auch sehr positiv, als Visiting Scholar an der University of Pittsburgh Auslandserfahrung im wissenschaftlichen Umfeld zu sammeln. Und ich kann mir ein internationales Netzwerk aufbauen, indem ich an wissenschaftlichen Konferenzen teilnehme.
 
 Der Nachteil der internen Promotion ist die teilweise recht hohe Arbeitsbelastung. Am Institut muss ich nicht nur meine eigene Dissertation bearbeiten, sondern auch Seminare leiten, Fördermittel beantragen, Klausuren beaufsichtigen und die Projekte mit Partnerunternehmen übernehmen. Mit strukturiertem Zeitmanagement bleibt aber in der Regel noch genügend Zeit für die eigene Forschung.
 

Auf welche unerwarteten Hindernisse bist du gestoßen und wie hast du sie bewältigt?

 Ingesamt bin ich bisher eigentlich auf keine größeren Hindernisse gestoßen. Oder zumindest konnte ich alle schnell bewältigen. Wie ich schon angedeutet habe, war die Themenfindung und -augestaltung relativ mühsam. Dieses Problem konnte ich aber durch die gute Betreuung und Diskussionen mit Kollegen und anderen Wissenschaftlern lösen. Außerdem ist es eine Herausforderung, die eigene Forschung und die Publikation der Ergebnisse mit der übrigen Arbeit unter einen Hut zu bekommen - aber damit hat wahrscheinlich jeder Doktorand zu kämpfen. Das habe ich relativ gut in den Griff bekommen.
 

Wie ist die Zusammenarbeit mit deinem Professor – wie ist die Betreuung?

 Die Zusammenarbeit mit meinen Doktorvater ist sehr eng. Dennoch habe ich relativ freie Hand bei der Ausgestaltung meiner Dissertation. Wenn ich etwas besprechen will, finden wir in der Regel schnell einen Termin. Mit meinem Zweitgutachter und einem Junior-Professor habe ich zwei weitere kompetente Ansprechpartner. An der EBS tauschen sich die Doktoranden mit den Gutachtern auch bei den sogenannten "Proposal Defenses" aus, die mindestens einmal pro Jahr stattfinden. Dabei muss jeder Doktorand den Fortschritt seiner Dissertation präsentieren und verteidigen. Diese Verteidigung muss man bestehen, damit man seine Promotion fortsetzen kann. So bekommen die Doktoranden garantiert mindestens einmal im Jahr ein detailliertes Feedback zu ihrer Doktorarbeit. Außerdem kann man die Zwischenergebnisse in Kolloquien des Instituts und der Hochschule präsentieren.
 

Was planst du nach deiner Promotion?

 Für die Zeit direkt nach meiner Promotion plane ich einen weiteren Aufenthalt als Visiting Scholar an einer ausländischen Hochschule. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, für ein paar Monate nach Indien zu gehen. Dadurch würde ich akademische Erfahrungen in einem Land sammeln, das kulturell doch relativ anders als Deutschland oder die USA ist. Außerdem gibt es in Indien mit den "Indian Institutes of Technology" und den "Indian Institutes of Management" mittlerweile einige herausragende Universitäten. Danach möchte ich eine akademische Laufbahn als Habilitand oder Junior-Professor einschlagen oder in der Unternehmensberatung Karriere machen.
 

Welche Tipps kannst du anderen (künftigen) Doktoranden mit auf den Weg geben?
 Allen Doktoranden empfehle ich, sich regelmäßig mit dem Doktorvater und mit anderen Doktoranden und Wissenschaftlern auszutauschen. Dabei sollte man das Feedback stets konstruktiv nehmen, sonst fängt man schnell an, zu verzweifeln. Außerdem kann ich nur dazu raten, schon früh Ergebnisse zu publizieren und auf wissenschaftlichen Konferenzen vorzustellen. So übt man, wissenschaftlich zu schreiben und baut sich ein Netzwerk auf. Weiterhin kann ich ein Semester als Visiting Scholar an einer ausländischen Universität nur empfehlen. Dadurch kann man eine neue Sichtweise auf die eigene Arbeit gewinnen, internationale Kontakte knüpfen und wertvolle Auslandserfahrung sammeln. Um von Beginn an strukturiert an die Promotion heranzugehen, ist ein Projektplan mit Publikationsmeilensteinen und Zwischenzielen wichtig. Zuletzt sollte jeder Doktorand mit viel Selbständigkeit, Durchhaltevermögen, Disziplin und gutem Zeitmanagement an die Dissertation herangehen.

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