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Kunst im Portfolio

Farben, Kunst, Pinsel, Promotion [Quelle: freeimages.com, Autor: crismkb]

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Wann und warum hast du dich für eine Promotion entschieden?

Die Entscheidung für eine Promotion ist zu Beginn meines volkswirtschaftlichen Hauptstudiums an der LMU München gefallen. An der Uni habe ich mich immer sehr wohl gefühlt und wollte noch stärker interdisziplinär arbeiten. Außerdem bin ich zu neugierig, um der Universität nach so kurzer Zeit schon den Rücken zu kehren.

Wie hat es dich von der LMU an die EBS verschlagen?

Durch einen Newsletter von e-fellows.net bin ich auf das Private Finance Institute der European Business School gestoßen. Der interdisziplinäre Ansatz und das breite Spektrum von Forschungsfragen zu privaten Finanzen haben mich sofort interessiert. Zwei Tage und ein Telefongespräch mit dem wissenschaftlichen Direktor später saß ich im Konferenzraum des Instituts in Oestrich-Winkel, um das Team zu treffen. Das dynamische Umfeld hat mir imponiert und letztlich den Ausschlag für die European Business School gegeben.

Kannst du Unterschiede erkennen zwischen öffentlicher und privater Uni?

Es gibt einige Unterschiede, die aber meistens kaum ins Gewicht fallen und deshalb überbewertet sind. Auf der einen Seite kritisiert man zu Recht baufällige Hörsäle und bürokratische Prozesse an öffentlichen Universitäten. Gleichzeitig lobt man exzellente Infrastruktur und herausragende Betreuungsverhältnisse an den privaten. Doch sind das wirklich Kriterien für eine erfüllte Studienzeit? Eine Universität sollte ihren Studenten unabhängig von ihrer Trägerschaft eine motivierende Umgebung bieten, in der sich wissenschaftliche Neugier entfalten kann. Der entscheidende Punkt ist das menschliche Umfeld: Mit welchen Kommilitonen diskutiere ich nach der Vorlesung? Welche Professoren leiten meine Seminare? Wer unterstützt mich beim Auslandsstudium? Ich habe sowohl an öffentlichen als auch privaten Universitäten im In- und Ausland studiert, die Bedingungen waren in dieser Hinsicht jeweils ausgezeichnet.

Kannst du dein Thema in ein paar laientauglichen Sätzen erläutern?

Ich mache mir Gedanken über die Schnittstellen von Kunst und Geld. Es geht um Kunst als Anlageklasse und um Finanzdienstleistungen für alle Beteiligten am Kunstmarkt: Wie kann ich als Berufseinsteiger mit einem festgelegten Budget über Jahre hinweg eine Sammlung zeitgenössischer Kunst aufbauen? Wie als Privatbankier betriebswirtschaftlich sinnvoll die Kunstsammlung meiner Kunden betreuen? Wie stabilisiere ich als Vermögensverwalter geschickt die Rendite meines Mandanten durch Kunstwerte im Portfolio? Helfen mir als Auktionator eines Kunstwerkes finanzmathematische Modelle, bevor ich dem Verkäufer einen Garantiepreis zusage?

Wie bist du zu diesem Thema gekommen?

Während meines Studiums habe ich mich bemüht, meine verschiedenen Interessen nicht aus den Augen zu verlieren. Dazu gehört auch die Kunst, sei es gute Literatur, Ausstellungen oder Theaterstücke. Der Alltag als Wirtschaftswissenschaftler ist oft eher nüchtern, ein ästhetischer Ausgleich deshalb schön. In meiner Promotion kann ich Lösungsansätze aus der Wirtschaftswissenschaft auf Fragen im Kunstmarkt übertragen - aus Sicht des Forschers extrem spannend.

Was ist für dich an deinem Promotions-Modell besonders positiv oder negativ?

Mein Modell erstreckt sich über drei Jahre. In den ersten beiden Jahren steht das Institut im Vordergrund, Forschungs- und Beratungsprojekte bilden den Schwerpunkt. Daneben konzipiere ich empirische Studien, schreibe Pressebeiträge oder betreue Studenten bei ihren Master-Arbeiten. Diese Zeit ist ungewöhnlich arbeitsintensiv für eine Promotionsstelle. Dank des dynamischen Teams und der abwechslungsreichen Projekte empfinde ich sie aber als aufregend und lehrreich. Nach dem zweiten Jahr werde ich bei voller Bezahlung für ein Jahr freigestellt, um mich ausschließlich meiner Dissertation zu widmen. Besonders positiv finde ich, dass ich regelmäßig an Weiterbildungen des Instituts teilnehmen kann. Zurzeit bereite ich mich zum Beispiel auf die Zertifizierung zum Certified Financial Planner (CFP) vor.

Bist du auf Kongressen und/oder Forschungsreisen?

Ein strukturiertes Doktorandenprogramm über vier Semester begleitet Promotionen an der EBS. Im Laufe der Ausbildung präsentieren die Doktoranden regelmäßig den Stand ihrer Forschung, auch auf internationalen Konferenzen. Darüber hinaus helfe ich bei der Organisation von Fachkongressen im Institut mit. Dort diskutieren wir die neuesten Entwicklungen in unserem Fachbereich.

Wie gut betreut dich dein Professor?

Das Verhältnis zu meinem Professor ist hervorragend. Gerade in der frühen Phase meiner Forschung profitiere ich sehr von seiner langjährigen Finanzerfahrung und seinem Netzwerk. Er ist jederzeit offen für neue Forschungsfragen, unterstützt mich mit seiner Expertise oder bringt mich mit Gesprächspartnern aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Darüber hinaus sorgt er für ausgezeichnete Arbeitsbedingungen. Egal ob ich eine neue Publikation zu meinem Thema oder spezielle Software zur statistischen Auswertung einer Studie brauche: Das wird unkompliziert und schnell geregelt.

Welche Tipps kannst du anderen (künftigen) Doktoranden mit auf den Weg geben?

Nach dem Studium ist Zeit für eine Neuorientierung. Der Schlüssel für eine bereichernde Promotionszeit ist das eigene Interesse, nicht die Fortsetzung bisheriger Studienpläne. Man sollte die verschiedenen Möglichkeiten nicht aus Sicht eines Diplom-Ingenieurs oder Diplom-Kaufmanns betrachten, sondern aus der eines neugierigen jungen Menschen. Sicher, der studierte Maschinenbauer wird wahrscheinlich kein promovierter Linguist; Vorwissen wird trotzdem überbewertet. Ein engagierter Kommilitone aus einer anderen Fachrichtung könnte sich die meisten Inhalte aus meinem Studium mit überschaubarem Aufwand auch aneignen. Fehlendes Vorwissen ist verhandelbar, Interesse und Neugier sind es nicht.

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