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Wüstenstaub aus der Sahara

e-fellows promovieren, Claas, Flugzeug

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Warum hast du dich für eine Promotion entschieden?

 Im Wesentlichen wollte ich vermeiden, dass ich irgendwann in der Zukunft in eine Situation gelange, in der eine Promotion für die berufliche Weiterentwicklung erforderlich ist und man sie dann nachholen müsste. Außerdem habe ich noch große Lust verspürt, wissenschaftlich zu arbeiten. Daher finde ich die relativ große Freiheit, die man als Doktorand genießt, sehr reizvoll.
 

Wie bist du auf das Zentrum für Luft- und Raumfahrt gestoßen?
 Ich habe nach meiner Diplomarbeit im Internet nach Promotionsstellen gesucht und bin auf der Homepage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf diese Stelle aufmerksam geworden.
 

Wie hast du dich beworben?
 Der Bewerbungsprozess war sehr unkompliziert: Ich habe per E-Mail meinen Lebenslauf, Zeugnisse und andere Unterlagen an den Abteilungsleiter geschickt, nachdem ich die Stelle im Internet gesehen hatte. Bereits nach einigen Wochen hatte ich eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Das Gespräch verlief in sehr angenehmer Atmosphäre und dauerte ungefähr eine Stunde. Themen waren die Vorlesungen während des Studiums, das Thema meiner Diplomarbeit und ein paar Fragen, warum ich mich gerade für diese Stelle interessieren würde. Danach haben mir meine Gesprächspartner angeboten, die vorhandenen Labors zu besichtigen und einen kurzen Blick in die Büros zu werfen. Zwei Tage später bekam ich telefonisch die Nachricht, dass man sich für mich entschieden hatte.
 

Erläutere dein Thema in ein paar "laientauglichen" Sätzen.
 Jedes Jahr werden über den großen Wüsten wie der Sahara große Mengen an Sand in die Atmosphäre aufgenommen. Diese können von Afrika über den Atlantik bis nach Südamerika gelangen. Während des Transports kann der Staub die darunter liegende Erde vom Sonnenlicht abschirmen. Das führt zu einer Abkühlung und dazu, dass im Infraroten die Wärmestrahlung, die von der Erde ausgestrahlt wird, wieder zur Erde zurückreflektiert wird. Dieser Effekt gleicht in etwa dem Treibhauseffekt durch CO2 und führt zu einer Erwärmung des Erdbodens. Wir versuchen durch Messungen und Simulationen herauszufinden, welcher dieser Effekte dominiert, und dadurch den Gesamtprozess besser zu verstehen.
 

Und das geht alles von Wessling aus?
 Das spannende an meiner Arbeit ist, dass genau das nicht geht. Besonders interessant war nämlich eine Messkampagne auf den Kap Verden, an der ich im Januar und Februar beteiligt war. Mehrere deutsche Forschungsinstitute haben dort für rund vier Wochen Messungen des Staubs durchgeführt. Die Messungen erfolgten vom Boden und mit einem Messflugzeug des DLR.
 

Wie bist du zu deinem Thema gekommen?
 Ich habe zum ersten Mal über die Stellenausschreibung von der Problematik erfahren. Mich hat die Kombination aus experimenteller und theoretischer Arbeit besonders fasziniert. Ich war von vorneherein eigentlich nicht auf irgendein Thema festgelegt, aber je mehr ich dann über dieses Thema erfahren habe, desto interessanter fand ich es. Dieser Forschungsbereich selbst ist für mich absolutes Neuland. Ich fand es auch interessant zu sehen, dass man eine solche Stelle angeboten bekommt, obwohl man sich während des Studiums mit vollkommen anderen Dingen beschäftigt hat. Das sollte vielleicht Mut machen, sich auf interessante Stellen einfach zu bewerben, auch wenn man nicht alle Voraussetzungen in der Ausschreibung erfüllt. Man muss dann natürlich mit deutlich mehr Arbeit rechnen, da man sich in das Gebiet zusätzlich zur eigentlichen Arbeit neu einarbeiten muss.
 

Was ist für dich an deiner Promotionsvariante besonders positiv oder negativ?
 Ich finde es positiv, dass man als Doktorand bei einer nicht-universitären Organisation keine Lehrverpflichtungen hat und sich daher stärker auf seine Arbeit konzentrieren kann. Negativ ist eigentlich nur die relativ schlechte Bezahlung, aber das ist ja ein generelles Problem bei Doktoranden.
 

Auf welche unerwarteten Hindernisse bist du gestoßen und wie hast du sie bewältigt?
 Bisher gab es zum Glück noch keine unerwarteten Hindernisse und auch sonst lief alles ziemlich glatt. Natürlich gibt es jeden Tag kleine Probleme, die mit der Arbeit zusammenhängen, aber die sind vielfältig und gehen stark ins Detail.
 

Wie ist die Zusammenarbeit mit deinem Professor – wie ist die Betreuung?
 Die Betreuung lässt bisher keine Wünsche offen. Ich habe zwei Betreuer: Einer kümmert sich um den experimentellen Teil der Arbeit, während der andere für die Computersimulationen des Strahlungshaushalts verantwortlich ist. Beide waren bisher immer gut zu erreichen und gehen gerne auf meine Fragen ein. Ich fühle mich daher oft auch als Kollege und nicht als "Untergebener" oder Schüler. Das trägt natürlich stark zu einem entspannten Verhältnis bei.
 

Welche Tipps kannst du anderen (zukünftigen) Doktoranden mit auf den Weg geben?
 Ich bin eigentlich noch nicht lange genug dabei, um wirklich sinnvolle Tipps geben zu können. Aber für die Auswahl des Themas würde ich jedem raten, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen, da man in den meisten Fällen "die Katze im Sack kauft". Es ist einfach sehr schwer, die tägliche Arbeit abzuschätzen.

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