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Forschen mit Herz

Herz, Biologie, Promotion, Herzforschung (Quelle: sxc.hu/foobean01)

Herz, Biologie, Promotion, Herzforschung (Quelle: sxc.hu/foobean01)

Wann und warum hast du dich für eine Promotion entschieden?
 Als Biologie-Studentin war mir eigentlich schon vor Studienbeginn klar, dass man ohne Promotion weder in der Wirtschaft noch in der Wissenschaft forschen kann. Da ich aber gerne in der Forschung bleiben wollte, habe ich mich schon früh für die Promotion entschieden. Konkrete Pläne zur fachlichen Ausrichtung hatte ich allerdings erst im Hauptstudium und während ich meine Diplomarbeit geschrieben habe.
 

Wie bist du auf deine Professor und deine Uni gestoßen?
 An der Universität Würzburg haben mich neben den tollen Forschungsmöglichkeiten in der Biomedizin vor allem die "Graduiertenschule für Lebenswissenschaften" (GSLS) und das Rudolf-Virchow-Zentrum interessiert. Ich habe mich während meiner Bewerbungsphase allerdings deutschlandweit umgesehen und mich dann für das interessanteste Projekt entschieden.
 

Wie lief der Bewerbungsprozess ab?
 Ich hatte mich für ein Stipendium der Graduiertenschule hier in Würzburg beworben, meine Unterlagen eingereicht, einen elektronischen Fragebogen ausgefüllt und war dann zum Auswahlgespräch eingeladen. Dort mussten alle Kandidaten einen Vortrag über ihre bisherige Arbeit halten und sich einem Bewerbungsgespräch mit mehreren Professoren und PostDocs stellen. Die Universität, die Graduiertenschule und die Stadt haben mir sehr gut gefallen. Leider bin ich nicht als Stipendiatin angenommen worden. Meine Bewerbungs- unterlagen habe ich trotzdem dagelassen. Mein jetziger Doktorvater wurde dann auf meinen Lebenslauf aufmerksam. Das Projekt, an dem ich hier arbeiten konnte, hat mich so fasziniert, dass ich trotz mehrer Stipendien-Angebote anderer Universitäten doch hierher gekommen bin.
 

Erläutere doch dein Thema in ein paar Sätzen.
 Dilative Kardiomyopathie ist eine schwere Herzerkrankung. Ihre Ursachen können vielfältig sein. Unter anderem vermutet man, dass es sich in etwa einem Drittel der Fälle um eine Autoimmunerkrankung handelt. Dabei greift das Immunsystem herzeigene Strukturen an. In unserem speziellen Fall handelt es sich bei diesem Angriff um Antikörper, die die Herztätigkeit erhöhen. Diese ständige Überanstrengung des Herzens führt dann zu einer verminderten Leistungsfähigkeit des Organs. Bisher gab es keine Methode, um diese Autoantikörper nachzuweisen. Ich soll nun mit einem neuen Zellexperiment eine solche Diagnostikmethode entwickeln.
 

Wie bist du zu deinem Thema gekommen?
 Ich habe mich bereits im Studium in Richtung biomedizinische Forschung orientiert und habe mich daher auf das Projekt beworben. In groben Zügen war das Thema schon ausgearbeitet als ich das Projekt annahm.
 

Was ist für dich an deinem Promotions-Modell besonders positiv oder negativ?
 Als Promotionsstudentin der Graduiertenschule habe ich viele Vorteile. Wir können uns sowohl durch fachbezogene Kurse weiterbilden, als auch das vielfältige Soft-Skill-Angebot nutzen. Außerdem habe ich die Möglichkeit, an Literatur-, Forschungs- und Doktorandenseminaren teilzunehmen. Wir können uns auch gut selbst einbringen und etwas auf die Beine stellen: So habe ich zum Beispiel in diesem Frühjahr mitgeholfen, ein Studentensymposium zu organisieren. Außerdem bin ich Sprecherin unseres "doctoral students' council" - so nennt sich unsere Studentenvertretung. Von Vorteil ist auch, dass ich nicht nur einen Betreuer habe, sondern dass drei Wissenschaftler mein Promotionskommitee bilden. Natürlich hat man als Doktorand nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Daher kommt es auch oft vor, dass man Wochen hat, in denen man sich wegen vieler Seminare weniger auf seine Doktorarbeit konzentrieren kann.
 

Auf welche Hindernisse bist du gestoßen und wie hast du sie bewältigt?
 Da meine Arbeit auf mikroskopischen Techniken beruht, bin ich sehr auf Geräte angewiesen. Es stellte sich zu Beginn allerdings heraus, dass die im Institut vorhandenen Apparate für mein Projekt nicht die richtigen waren. Daher musste ich meinen Doktorvater überzeugen, ein weiteres Mikroskop anzuschaffen. Das hat auch geklappt.
 

Wie gut betreut dich dein Professor?
 Professoren sind ja generell immer sehr beschäftigt. Das gilt für meinen Erstbetreuer der Doktorarbeit besonders, da er außer der Forschung auch klinisch arbeitet. Im Labor steht er mit mir daher nur an drei Nachmittagen, aber ich kann ihn in dringenden Fällen immer telefonisch oder per E-mail erreichen. Da ich auch schon während der Diplomarbeit sehr selbstständig gearbeitet habe, klappt das prima. Außerdem ist das Institut sehr gut vernetzt, und ich kann bei speziellen Problemen oft Rat bei meinen Kollegen einholen.
 

Was planst du nach deiner Promotion?
 Ich möchte gerne in der Wissenschaft bleiben und mich nach der Promotion um einen eigenen 'Grant' bewerben, um kardiovaskulär forschen zu können. Ein Forschungsaufenthalt im Ausland würde mich auch reizen.
 

Welche Tipps kannst du anderen (künftigen) Doktoranden mit auf den Weg geben?
 Sucht euch euer Thema gut aus. Das ist deutlich wichtiger als die Stadt in der ihr studiert. Unterhaltet euch im Bewerbungsgespräch nicht nur mit eurem künftigen Chef, sondern auch mit den Doktoranden, die momentan in dem Institut arbeiten. Nur dann könnt ihr ein Gefühl dafür bekommen, ob ihr euch dort für die nächsten drei Jahre (oder vielleicht auch länger) wohl fühlen werdet.

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