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Promotion, Aktien, Graph, Quelle: sxc.hu

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Warum hast du dich für eine Promotion entschieden?
 Ich habe meine Diplomarbeit bei der VEM-Aktienbank in München geschrieben. In den Meetings stellte ich ziemlich bald fest, dass die meisten Vorstände und Aufsichtsräte promoviert hatten. Angesichts der vielen Hochschulabsolventen dachte ich mir, dass eine Promotion ein guter "Karriere-Booster" sein könnte. Außerdem habe ich - unter anderem während eines Auslandssemesters in Australien - gemerkt: Wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben macht durchaus Spaß.
 

Du hast an einer FH studiert - war da der Weg zur Promotion schwieriger?
 Während meines Studiums an der FH in Rosenheim war ich Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung. In einem Seminar kam ich mit einem anderen Stipendiaten ins Gespräch, der ebenfalls an einer FH studiert hatte und im Anschluss promovierte. Zu Beginn dachte ich nämlich auch, dass eine Promotion als FH-Absolvent nicht möglich sei. Dann sah ich mir einige Promotionsordnungen durch und stellte fest, dass ich die Zulassungsvoraussetzungen durchaus erfüllen kann.
 

Du promovierst nun extern an der TU München. Fühlst du dich deshalb als Doktorand zweiter Klasse?
 Kein bisschen, ich nehme genauso an Seminaren und am Meinungsaustausch teil wie andere Doktoranden. Allerdings kommt es schon vor, dass manche verwundert reagieren, wenn ich mich als FH-Absolvent zu erkennen gebe. Das liegt einfach an den Unterschieden zwischen FH und Uni: Während sich die Lehre an der FH eher mit der Anwendung der Forschungserkenntnisse in der Praxis beschäftigt, geht es an den Universitäten intensiver um Grundsätze und die Herleitung von Forschungsansätzen. Trotzdem wird einem das Studium an der FH nicht geschenkt und ist deswegen nicht einfacher.
 

Wie hast du dich beworben?
 Bei einer Bewerbung um eine interne, wie auch um meine externe Promotionsstelle schickt man sämtliche Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Motivationsschreiben, Diplomzeugnis) an den Lehrstuhl. Im Grunde gibt es den gleichen Ablauf wie bei einer Bewerbung um einen Arbeitsplatz in einem Unternehmen. Ich wurde zu einem Gespräch eingeladen und bekam danach von meinem Professor die Zusage.
 

Wie bist du zu deinem Thema gekommen und worum geht es genau?
 Während meiner Diplomarbeit habe ich mich mit Unternehmensbewertungen sowie Markenbewertungen und -steuerung auseinandergesetzt. In meiner Dissertation befasse ich mich nun mit Markencontrolling und der Frage, wie relevante Werttreiber über Performance-Kennzahlen gesteuert werden können. Werttreiber sind Faktoren und Kenngrößen, die den Unternehmenswert positiv beeinflussen. Besonders hat mich interessiert, welchen Einfluss Innovationsfaktoren auf den Markenwert haben. Oder anders ausgedrückt: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Marketing, Controlling und Innovationsmanagement?
 

Welches Promotions-Modell hast du gewählt und warum?
 Da ich extern am Lehrstuhl promoviere, musste ich mich entscheiden, ob ich meine Promotion mit meiner Beratertätigkeit bei KPMG vereinbaren kann, oder ob die Finanzierung über ein Promotionsstipendium die bessere Alternative sei. Ich habe mich dann für ein Promotionsstipendium bei der Hanns-Seidel-Stiftung beworben, da ich mich so mit voller Energie meiner Dissertation widmen konnte.
 

Auf welche unerwarteten Hindernisse bist du gestoßen und wie hast du sie bewältigt?
 Die Anforderungen an eine erfolgreiche Promotion sind sehr hoch und unterscheiden sich von einer Diplom- oder Studienarbeit deutlich. Zudem muss man überwiegend internationale Literatur aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften verwenden. Diese ganze Informationsflut kann einem schon mal über den Kopf wachsen. Da helfen Diskussionen mit Führungskräften aus der Praxis oder anderen wissenschaftlichen Mitarbeitern enorm. So trennt man Wichtiges von Unwichtigem und verzettelt sich nicht bei der konzeptionellen Umsetzung der Dissertation.
 

Wie ist die Zusammenarbeit mit deinem Professor – wie ist die Betreuung?
 Der fachliche Austausch mit meinem Doktorvater ist immer hervorragend. Gespräche mit ihm helfen mir, den roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren. Auch mit der persönlichen Betreuung bin ich sehr zu frieden - es gibt immer wieder Punkte, an denen ich nicht weiter weiß und da tut es gut, mit einem erfahrenen Wissenschaftler zu sprechen.
 

Was planst du nach deiner Promotion?
 Während meiner Dissertation habe ich über Praktika und die Zusammenarbeit mit den Unternehmen erste Einblicke in die Zentrale Konzernkommunikation bei der Commerzbank in Frankfurt und bei der Allianz in München im Markencontrolling gewonnen. Nach erfolgreichem Abschluss meiner Dissertation würde ich gerne im Controlling oder Markencontrolling im Raum München arbeiten.

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