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Stipendiatin des Monats November


Bei e-fellows.net wird Engagement großgeschrieben. Deswegen hat uns Enkhjargals Bewerbung auch so gut gefallen. Die VWL-Doktorandin möchte mit ihren zwei Websites ein weltweites Netzwerk der mongolischen Studenten bilden, um die Kontakte zwischen ihnen zu vertiefen. Außerdem können sich deutsche und mongolische Studierende über Studium, Wissenschaft und Leben in Deutschland und in der Mongolei informieren. Von e-fellows.net hat unsere Stipendiatin auch Inspiration für ihre Internet-Projekte gewonnen: "Ich lerne sehr viel von e-fellows.net. Es ist für mich ein perfektes Beispiel, wie man durch eine Webseite den Netzwerkgedanken verbreitet und durch die Kommunikation mit Gleichgesinnten größere Ziele gemeinsam erreicht." Enkhjargals Berufsziel: Sie möchte später als Projektmanagerin oder Consultant in einer Unternehmensberatung arbeiten - am liebsten natürlich in ihrem Heimatland Mongolei, wo es wirtschaftlich viel zu tun gibt. Consultant ist sie übrigens auch im Privatleben - für Freunde und Verwandte in kleinen und großen Nöten.

Enkhjargal über sich...

Experte bin ich im... Organisieren und Gestalten kleinerer Partys und gemeinsamen Treffen bis hin zu größeren Symposien und Events aller Art. Außerdem berate ich meine Verwandten und Freunde leidenschaftlich bei Problemen und schwierigen Lebenssituationen. Wenn ich Situationen beurteilen und Erfahrungen weitergeben kann, mache ich das sehr gerne - natürlich ohne Gegenleistung. Einige Beispiele: Meine Mutter berate und motiviere ich per E-Mail bei ihren bisher erfolglosen Versicherungsgeschäften in der Mongolei. Meinen Bruder habe ich nach harten Gesprächen mit seinen Ausbildungbetreuern telefonisch beruhigt. Und einen mongolischen Freund und Studenten in Deutschland habe ich bei der Anerkennung der Studienzeugnisse geholfen. Es macht mir einfach großen Spaß, mit wenig Zeitaufwand und bescheidenen Mitteln helfen zu können. Ich finde, sich für andere einsetzen lohnt sich. Vor allem, wenn man dadurch dazu beitragen kann, dass Freunde und Verwandte glücklich bleiben.

Gar nicht geeignet bin ich für... eintönige Schreib(tisch)arbeiten und "einsame" Angelegenheiten wie wissenschaftliche Forschung - es sei denn, Teamarbeit ist gefragt. Das ist mir nach zwei Uni-Abschlüssen in der Mongolei und in Deutschland und drei Jahren monotonen Schreibens an meiner Dissertation klar geworden. Lieber würde ich bei "Deutschland sucht den Superstar" mitmachen als noch ein zusätzliches Jahr an einer Promotionsarbeit zu schreiben. Zu meinem großen Glück werde ich in spätestens zwei Monaten meine Dissertation abgeben und mich auf mein Berufsleben freuen. Da kann ich mich dann im Team interessanten Herausforderungen und Aufgabenlösungen stellen.

Wenn ich nicht studiere, dann... kommuniziere ich per E-Mail oder Telefon mit anderen Mitarbeitern meiner Webseiten (www.gant-friends.com, www.sudalgaa.com) und arbeite online: Ich bastle am Design der Webseiten, platziere neue Inhalte von Redakteuren und Studenten oder schreibe selbst Artikel - meistens über Studieren und Leben in Deutschland. Diese ehrenamtliche Arbeit gibt mir Kraft fürs Schreiben meiner Doktorarbeit.

Wenn ich etwas Grundlegendes ändern könnte in Deutschland, dann... würde ich gerne etwas an den Menschen ändern - obwohl ich Deutschland als Geburtsort der sozialen Markwirtschaft bewundere. Als Ausländerin vergleiche ich natürlich auch immer die Entwicklung der Länder, die ich besuche. Und bis jetzt war Deutschland immer das bestentwickelte und -organisierte Land. Wenn ich zum Beispiel am Frankfurter Flughafen ankomme, bewundere ich immer wie alles perfekt organisiert ist und reibungslos läuft. So stelle ich mir Deutschland vor: alles tip-top geregelt, jeder weiß Bescheid, was er tun muss und alles läuft nach Plan. Leider raubt dieses perfektionistische Denken manchen (natürlich nicht allen) Deutschen die menschliche Wärme. Oft machen gerade die gut organisierten und leistungsfähigen Leute menschlich keine gute Figur - und das ist sehr schade. Und leider habe ich das Gefühl, dass der wirtschaftliche Erfolg oft zu Egoismus, Ellenbogenmentalität, Engstirnigkeit und Einsamkeit führt. Nach meiner Meinung ist gerade Amerika das Land mit der größten Selbstmordrate, weil die Menschen dort einsam sind und die Gefühlskälte ihrer Mitmenschen nicht mehr ertragen können. Wenn das der Preis für wirtschaftlichen Erfolg ist, finde ich es gar nicht so schlimm, dass es der Mongolei wirtschaftlich nicht so blendend geht: Hauptsache, die Menschen dort bleiben so, wie sie sind: gastfreundlich, herzlich und warm. Ich musste in Deutschland oft erleben, dass ein Verhalten außerhalb der Norm einfach nicht akzeptiert wird. Zum Beispiel, dass ich zur haltenden Straßenbahn renne und der Fahrer vor meiner Nase die Türen zumacht und mit dem Kopf schüttelt. Es wäre doch so einfach gewesen, auf einen Knopf zu drücken um einen Menschen glücklich zu machen. Und in den deutschen Amtsstuben heißt es oft "nein, das geht leider nicht", sobald eine Anfrage über das Aufgabenspektrum des Beamten hinaus geht. Dabei könnte man doch ein bisschen nachdenken, wie man den Menschen helfen könnte. Natürlich gibt es auch in Deutschland Menschen, die für ein Verhalten außerhalb der Norm Verständnis haben und einfach menschlich reagieren. Mein Hausmeister hat zum Beispiel ein Auge zugedrückt, als ich beim Auszug mit Schrecken feststellen musste, dass der Schlüssel zum Briefkasten kaputt ist. Sonst wäre das wahrscheinlich sehr teuer für mich geworden.

Mein größter Traum ist es,... eine "Charity-Lady" zu werden, die große Benefiz-Veranstaltungen organisiert und Millionen Euros (auch Dollars oder mongolische Tugriks) für wohltätige Zwecke sammelt. Dadurch könnte man das Leben vieler Menschen in der Mongolei und anderen Entwicklungsländern erleichtern. Mein Grundsatz ist: Wenn du im Laufe deiner Existenz anderen Menschen helfen konntest, hast du nicht umsonst gelebt.

In zehn Jahren... hätte ich gerne einen superinteressanten und abwechslungsreichen Job mit spannenden Herausforderungen. Für mich ist es dabei sehr wichtig, dass ich die Arbeit gerne mache und mich am Arbeitsplatz wohl fühle. Außerdem muss die Arbeit mit meinen inneren Überzeugungen im Einklang sein. In zehn Jahren würde ich gerne sagen können: Ja, ich habe die Ziele erreicht, die ich mir vor zehn Jahren gestellt habe. Ich hoffe also, dass ich in dieser Zeit mein persönliches Job-Ziel erreiche und auch privat mit Familie und Kindern glücklich bin.

Noch Fragen? Schreib eine Mail an Enkhjargal!

 

 

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