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Stipendiatin des Monats Oktober


Anne fiel uns schon im Juli auf - da war sie Geburtstagskind des Tages im Netzwerk von e-fellows.net und gab witzige Antworten auf unsere Fragen. Doch nicht nur Witzigkeit zeichnet sie aus - die 22-jährige Stipendiatin. Aktiv ist sie in Studium und für die Studentenorganisation AIESEC. Dort versucht sie, Kommilitonen für Seminare und Workshops zu begeistern. Wer mitmacht, gewinnt: viele Kontakte, Wissen und ein Netzwerk auch für die Zeit nach dem Studium. Anne: "Mit unserer Arbeit bei AIESEC möchte ich auch bewusst machen, dass wir alle gesellschaftliche Verantwortung tragen und dieser gerecht werden müssen."

Anne über sich...

Expertin bin ich im... Auswendiglernen des Mensaplanes für die gesamte Woche. Meistens lege ich schon freitags fest, was ich in der folgenden Woche essen werde. Wer in hier zur Uni geht, der weiß, dass sich die Wahl zwischen "Curry Chicken Madras", "Vorarlberger Wälderpfanne" und "Putenschnitzel Jäger Art" nicht nur auf das leibliche, sondern auch das seelische Wohlbefinden auswirkt. Eine falsch getroffene Wahl führt im besten Fall nur zu schlechter Laune, im schlimmsten Fall aber zu beeinträchtigter Studierfähigkeit für den Rest des Tages. Die Essensfrage will also gut überlegt sein. Natürlich sollte man idealerweise allen Bereichen seines Lebens diese Sorgfalt widmen, aber daran arbeite ich noch...

Gar nicht geeignet bin ich... für Schulsport, insbesondere Völkerball. Für alle, die Völkerball nicht kennen, hier eine kurze Erläuterung: Man nehme ein kleines, wehrloses Kind, stelle es in die Mitte eines Spielfeldes (umzingelt von zig Mitschülern) und lasse es von allen Seiten mit steinharten Basketbällen bombardieren und zwar so lange bis das arme Kind beinahe zusammenbricht. Danach werden die Seiten getauscht und das Kind hat die Möglichkeit, sich an seinen Peinigern zu rächen... Die Redewendung "Sport ist Mord" bekommt in diesem Zusammenhang eine ganz neue Bedeutung.
Den pädagogischen Wert dieses - meiner Meinung nach äußerst grausamen - Spiels habe ich nie verstanden. Ich bin einfach immer davon ausgegangen, dass unser Sportlehrer wohl keine Kinder mag und dass es ihm Spaß macht, zuzusehen, wie sie sich gegenseitig weh tun... Jedenfalls widerspricht diese Art von Freizeitgestaltung gänzlich meiner friedlichen asiatischen Natur und noch heute mache ich einen großen Bogen um alles, was einem Basketball auch nur im geringsten ähnelt.

Wenn ich nicht studiere... widme ich mich intensiv dem Sportarten-Hopping. Nach den eher unerfreulichen Erfahrungen im Schulsport wollte ich mich davon überzeugen, dass es auch weniger grausame Formen der körperlichen Ertüchtigung gibt und dass man durchaus Freude an der Bewegung haben kann. Seit dem ersten Semester teste ich daher querbeet alle Möglichkeiten aus, die sich mir bieten. Von Capoeira, Tae Bo und Bogenschießen über Paragliding, Hip Hop, Inline-Skaten und Aerobic bis hin zu Yoga, Tai Chi und Pantomime war alles dabei. Noch habe ich mich noch nicht auf eine ultimative Sportart festgelegt, in die ich meine gesamte Energie und Leidenschaft einbringen will. Aber wählerisch sein ist ein Luxus, den ich mir gerne gönne.

Wenn ich etwas Grundlegendes ändern könnte in Deutschland,... dann würde ich mit sofortiger Wirkung die Zensur wieder einführen, Meinungsfreiheit hin oder her. Als erstes würde ich Formate wie "Jackass" oder "I bet you will" verbieten lassen. Ich kann nicht glauben, dass es tatsächlich Sendungen im Deutschen Fernsehen gibt, in der die Darsteller nichts anderes tun als sich abwechselnd mit diversen Gegenständen zu prügeln. Noch weniger kann ich glauben, dass es Leute in meinem Alter gibt, die diese Sendungen mit Begeisterung schauen. Wenn das Fernsehen tatsächlich das Fenster zur Welt ist, dann möchte ich auf diesen Ausschnitt der Welt gerne verzichten.

Mein größter Traum ist es,... mit 75 Jahren mit einem Preis für mein Lebenswerk ausgezeichnet zu werden. Worin dieses Lebenswerk bestehen soll, weiß ich noch nicht, aber in meiner Rede werde ich auf jeden Fall allen Leuten danken, die an mich geglaubt und mich unterstützt haben. Außerdem werde ich ein sündhaft teures Kleid von Prada tragen. Falls ich wider Erwarten doch nicht reich und berühmt werden sollte, so möchte ich mit 75 im Garten vor meinem kleinen Häuschen (alternativ: großes Häuschen, Villa...) sitzen, mich an meinen Liebsten schmiegen, auf mein Leben zurückblicken und zu ihm sagen können: "Da kosch et meckre!"

In zehn Jahren... werde ich zum vierten Mal meinen 29. Geburtstag feiern und mich weigern zu glauben, dass die Zukunft keine Überraschungen mehr für mich parat hält. Ich werde mir hoffentlich meinen Optimismus bewahrt haben, immer noch an das Gute im Menschen glauben, und mit einem Kopf voller Ideen darauf drängen, meine Vorstellungen in die Tat umzusetzen.
Freitagabende werde ich auf der Dachterrasse meiner Penthouse-Wohnung verbringen, mir die Abendsonne auf den Bauch scheinen lassen und hoffentlich keine anderen Sorgen haben, als mich mit meinem Liebsten um den letzten Kartoffelchip aus der Tüte zu streiten. In zehn Jahren werde ich gelernt haben, wie man einen perfekten schwäbischen Kartoffelsalat zaubert, wie man einen perfekten Köpfer vom 5-Meter-Brett macht und wie man trotz Full-time-Job und Full-time-Familie immer noch perfekt manikürte Fingernägel haben kann. Wenn ich das alles erreicht habe, ist es Zeit für einen neuen 10-Jahres-Plan.
Auf jeden Fall möchte ich mein Leben privat und beruflich so gestalten, dass ich eine Midlife-Crisis nicht nötig habe. Wenn ich mich also in zehn Jahren bei einem Guru in Indien oder beim Meditieren in der Wüste wiederfinden sollte, dann weiß ich, dass ich etwas falsch gemacht habe.

 

 

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