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Bücherwurm auf Weltreisen

e-fellow Judith in China

e-fellow Judith in China

Es ist gar nicht so einfach, Judith für ein Interview ans Telefon zu bekommen. Nicht nur, dass man sechs Stunden Zeitverschiebung mit einplanen muss, da sie zurzeit ihr Master-Studium in International Affairs in Peking absolviert. Nein, sie ist einfach kaum zu Hause. Für ihr Praktikum bei der Delegation der Europäischen Kommission bereitet sie gerade den China-Aufenthalt von niemand geringerem als Kommissions- präsidenten Barroso vor. "Wir koordinieren den gesamten Besuch. Hotelbuchungen, An- und Abfahrten. Das sieht im Fernsehen immer so einfach aus, aber dahinter steckt eine ganze Menge Arbeit."
 

Ein Master kommt selten allein - zumindest bei Judith

 Das Praktikum war dringend nötig, denn: Das Master-Studium allein – ein Doppelabschluss der London School of Economics und der Peking University – lastet Judith einfach nicht aus. Schließlich hat sie den größten Teil der Kurse schon im ersten Semester gemacht. Vermutlich hat sie schon ein wenig "Übung", es ist ja schließlich ihr zweiter Master. Im August 2007 hat sie nämlich schon den Master in European Studies an der Universiteit Maastricht abgeschlossen. Ganz schön viel für eine 24-Jährige!
 

Nach China? - "Machen wir mal!"

 Ihren China-Aufenthalt hat Judith mit der ihr eigenen Unbekümmertheit angepackt. "Ich habe das Angebot bekommen und gedacht: Machen wir das mal. Ich hatte mich vorher nicht mit Asien beschäftigt und konnte auch kein Chinesisch." Einen Kulturschock bekam sie trotzdem nicht. Während die Eltern sich "tierische Sorgen" machten, weil ihre Tochter anfangs nicht mal eine Wohnung in Peking hatte, blieb Judith entspannt. So muss es wohl sein, wenn man das Globetrotter-Gen in sich trägt: "Mit 16 bin ich in die USA gegangen. Dort habe ich festgestellt, dass es mir Spaß macht, fremde Kulturen kennen zu lernen. Da wusste ich, dass ich auch gerne im Ausland arbeiten würde."
 

Nun klappt's auch mit dem Taxifahrer

 Klar, wo es für Judith später mal hingehen soll: ins Auswärtige Amt. Dessen dreijähriger Versetzungsrhythmus müsste ihr eigentlich entgegenkommen, denn: "Nach drei, vier Jahren muss ich immer etwas Neues machen." Vielleicht zieht es sie aber auch zu einer NGO. Oder doch lieber noch eine Promotion bei einem Forschungsinstitut? Wohin auch immer es Judith in Zukunft verschlagen wird, die Megastadt Peking ist eine gute Vorbereitung. Inzwischen klappt's auch mit dem Chinesisch: "Ich kann dem Taxifahrer sagen, wo ich hin möchte und kann auf dem Markt ein bisschen handeln. Die Chinesen sprechen ja kein Englisch."
 

Dabei sein ist alles

 Ganz im Gegensatz zu Judith, deren Englisch tadellos ist. Das soll ihr bald an anderer Stelle nützen: "Ich will unbedingt bei den Olympischen Spielen volontieren! Die brauchen viele Übersetzer, fürs olympische Dorf und für die Sportstätten. Aber selbst wenn ich Tickets kontrolliere, wäre es mir egal. Hauptsache, ich bin dabei." Wer hätte das gedacht, Judith ist also auch Sportfan. Nach Semesterende einfach nach Hause zu fliegen, kommt für sie nicht in Frage. "Da kommt dieses Großereignis, und das will ich miterleben!"
 

Ideale müssen sein - ein dickes Auto nicht

 Judith ist bei allem Um-die-Welt-Gedüse nicht nur sympathisch bodenständig geblieben, sie hat auch eine soziale Ader: "Ich hoffe, ich trete jetzt keinem BWLer auf die Füße, aber bei vielen dreht sich alles nur noch um Geld. Ideale werden über Bord geschmissen. Ich muss keine 200.000 Euro im Jahr verdienen. Man kann auch mit wenig Geld glücklich sein." Das, sagt Judith, habe sie von ihren Eltern gelernt, denen ein schöner Urlaub immer wichtiger war als Statussymbole. Und was soll Judith schon mit einem dicken Auto, wo sie doch leidenschaftliche Motorradfahrerin ist!
 

Fragt Judith

 Zu so viel Realitätssinn passt auch das Motto, dass Judith in ihr Community-Profil eingetragen hat: "Das Kennzeichen eines unreifen Menschen ist, dass er für eine Sache nobel sterben will, während der reife Mensch bescheiden für eine Sache leben möchte." Es ist aus Salingers "Der Fänger im Roggen". Ihre eigene Hilfsbereitschaft lebt Judith als Tutorin in der e-fellows.net community aus: "Manchmal ist es gut, wenn man jemanden fragen kann, den man nicht kennt und der einen auch bei den blödsten Fragen nicht für bescheuert hält."

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