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Magie im Wohnheim

Zirkuszelt (Quelle: freeimages, johnnyberg)

Quelle: freeimages, johnnyberg

Nach drei Semestern Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe wechselt Stipendiatin des Monats Edith gerade an die TU Berlin. In der Hauptstadt absolviert sie nämlich schon seit einem guten halben Jahr eine professionelle Artistikausbildung. Dreimal die Woche trainiert Edith Figuren am Trapez und verbringt viel Zeit mit Dehnungsübungen, damit auch der hundertste Spagat perfekt gelingt.

(Fast) allein unter Magiern

Doch Edith ist nicht nur Artistin, sie ist auch eine der wenigen weiblichen Zauberer in Deutschland. Ihre Leidenschaft für die Zauberkunst entdeckte sie schon früh. In der 2. Klasse bekam sie von ihren Großeltern einen Zauberkasten geschenkt. Obwohl sie kräftig übte, ging der erste Auftritt vor ihrer Klasse leider gründlich daneben und so hängte Edith die Zauberei einstweilen an den Nagel. Erst während ihres Highschool-Jahres in den USA entdeckte sie ihr altes Hobby wieder. Diesmal ließ sie sich nicht davon abbringen, weiter zu zaubern. Sie machte ein Einser-Abi, begann Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren und feilte an ihrer Kunstfertigkeit.

Kritiker gesucht

Inzwischen hat sie regelmäßig Auftritte als Zauberin "Miss Edith". Ihr Spezialgebiet ist die Mikromagie oder "Close-Up-Zauberei". Das relativ kleine Publikum kann hier aus kurzer Distanz dem Magier genau auf die Finger schauen. Zu Übungszwecken tritt sie am liebsten vor ihren Kommilitonen auf, zum Beispiel bei Partys im Wohnheim. "Erwachsene sind oft zu höflich, Studenten sind ein viel kritischeres Publikum. Das bringt einen weiter." Auch wenn Kommilitonen mal amüsiert auf ihre Liebe zur Zauberei reagieren, bleibt Edith gelassen. "Das habe ich im Studium gelernt, ich bin viel lockerer. Außerdem war ich schon immer schnell bekannt wie ein bunter Hund, egal, wohin ich komme."

Ins Land der Zwiebeltürme

Wenn sie mal nicht zaubert, am Trapez oder Vertikaltuch turnt oder sich mit elementarer Wahrscheinlichkeitstheorie beschäftigt, widmet sich Edith der russischen Sprache und Kultur. Eigentlich wollte sie ja Polnisch lernen, nachdem sie sich 2005 beim Weltjugendtag in Köln mit einer Polin angefreundet hatte. Doch nachdem sie auf die Schnelle keinen Polnisch-Kurs fand, dachte sie sich, "fängst du eben mal mit Russisch an." So entdeckte sie ihre Liebe zu Russland und sie plant, möglichst bald einen Sprachkurs im größten Land der Erde zu machen.

 
Und nach dem Studium? So ganz genau weiß Edith das noch nicht. Aber auf jeden Fall sollen Zauberei und Artistik weiterhin einen großen Teil ihres Lebens ausmachen. "Es gibt viele Zauberer, die von ihrer Kunst leben können. Geld ist mir sowieso nicht so wahnsinnig wichtig."

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