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In einem Studium um die Welt

Sonnenuntergang Yellow Waters, Australien, Quelle: e-fellows.net

Sonnenuntergang Yellow Waters, Australien, Quelle: e-fellows.net

Bald ist es soweit: Theresa darf sich Diplom-Geographin nennen. Dann hat sie ihre Diplomarbeit abgegeben und damit ihren dritten Abschluss in der Tasche. Sie hat bereits einen Bachelor in Vergleichender Literaturwissenschaft und Medienwissenschaften und ihren Master in Journalistik. Wie passt das zusammen? "Eigentlich nicht", räumt Theresa ein. "Mein Studium ist vielleicht kein geradliniger Weg. Aber auch Umwege führen zum Ziel." Und Theresa fast durch die halbe Welt.
 

Auf den Spuren Jesu

 In ihrer Geographie-Abschlussarbeit hat die 27-Jährige für das Cusanuswerk ein Konzept entwickelt, wie es nachhaltiger arbeiten und wirtschaften kann. Als Stipendiatin kannte sie das Begabtenförderungswerk schon gut. "Ich habe mit der Auslandsakademie des Cusanuswerks schon zwei spannende Wochen in Israel verbracht", erzählt Theresa. "Es war total interessant, auf den Spuren Jesu zu wandeln und die vielen Kulturen und Religionen dort zu erleben."
 

Politischer Streit im heiligen Land

 Zuerst besuchte sie mit 30 anderen Stipendiaten die Wirkstätten Jesu rund um den See Genezareth. Danach ging es nach Bethlehem und Jerusalem. Neben den religiösen Aspekten der Reise hat Theresa aber auch viel von den politischen Konflikten zwischen Israelis und Palästinensern mitbekommen. "Manche Gebiete der Palästinenser bestehen nur noch aus Ruinen. Das hat mich schon schockiert." Theresa interessiert sich seit ihrem Studium in Australien für die spannungsgeladene Situation im Heiligen Land, weil ihr ihre israelischen Kommilitonen viel davon erzählt hatten.
 

Traumland Down Under

 "In Australien studieren viele Israeli. Aber auch Deutsche findet man genug", sagt Theresa. "Deswegen war ich am Anfang ein kleines bisschen enttäuscht, weil ich gedacht hatte, ich hätte mir ein sehr exotisches Land fürs Studium ausgesucht." Trotzdem ging mit den fast eineinhalb Jahren Down Under ein Traum für sie in Erfüllung. "Ich wollte schon immer für eine Weile dort leben. Für einen Urlaub wäre mir das aber zu weit und zu groß gewesen." Deswegen war der Master in Journalistik an der UTS in Sydney eine ideale Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen.
 

Kultureller Schmelztiegel Australien

 Wegen ihres leichten deutschen Akzents wurde sie in Australien nie schief angeschaut, sondern immer mit Fragen überhäuft: Woher kommst du eigentlich? Warum bist du in Australien? Was gefällt dir hier? Das war für Theresa der Schmelztiegel der Kulturen, der sie fasziniert hat. Sie feierte das chinesische Neujahrsfest mit bunten Paraden durch die Straßen, erlebte zum ersten Mal bewusst den Ramadan der Moslems und das Arbeitsverbot der Juden am Sabbat. "Wir hatten während des Studiums ein paar Wochenendseminare. Für die Israelis war das ein kleines Problem, denn eigentlich dürfen sie ja nicht einmal einen Aufzug am Sabbat benutzen", erzählt Theresa. "In Australien sind solche kulturellen und religiösen Bräuche wie auch Feste in der Öffentlichkeit viel präsenter als in Deutschland."
 

Keine ruhige Kugel schieben

 Seit ihrem Aufenthalt in Australien blieb eine große Leidenschaft von Theresa leider auf der Strecke: Das Kugelstoßen. Neben ihren drei akademischen Titeln kann sie nämlich noch einen anderen aufweisen: Sie war 2000 Vizemeisterin bei den deutschen Jugendhallenmeisterschaften im Kugelstoßen. "Ich bin da ohne große Erwartungen hingefahren", sagt sie. "Und dann habe ich doch tatsächlich eine neue Bestweite erzielt." So einfach kommt man also aufs Treppchen.
 

Wanderer zwischen den (TV-)Welten

 Auch schon vor ihrem Studium in Australien war Theresa eine Weltenbummlerin. Ihr Erasmus-Semester verbrachte sie in Manchester, und ein Praktikum verschlug sie nach Frankreich. In Strasbourg machte sie ein Praktikum beim Kultursender arte. "Die Leute dort sind sehr bunte und teilweise schräge Vögel", erinnert sich Theresa. "Sie sind überhaupt nicht angepasst und nehmen ihren Bildungsauftrag sehr ernst." Theresa sprach mit Regisseuren, sichtete Dokumentarfilme und kaufte sie für arte ein. Das ist aber nicht ihre einzige Fernseherfahrung. Die 27-Jährige fand für das Wissensmagazin "nano" auf 3sat schon heraus, wann ein Mond ein Mond ist und arbeitete beim SWR für "W wie Wissen". "Ich habe meine Aufgaben dort immer als eine gesunde Art von Stress empfunden", erklärt Theresa. Deswegen kann sie sich auch ihre berufliche Zukunft gut in einer Wissenschaftsredaktion vorstellen.
 

Jugendarbeit mit Herz

 Als Fernsehredakteurin kann sie dann ganz offiziell ihren Zuschauern die Welt erklären. Bisher macht sie das als Jugendleiterin der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Oberberg. "Ich bin eigentlich mit der KJG aufgewachsen", erzählt Theresa. Sie bildet dort neue Leiter aus und betreut Jugendgruppen. In den Ferien. Die gönnt sich Theresa in ihrem turbulenten Leben eher selten. Wie das geht? Mit vielen Umwegen. So wird es Theresa nie langweilig auf dem Weg zu ihrem Traumziel: Im Alter mit ihrem Freund auf der Veranda sitzen und zufrieden auf das Leben zurückschauen.

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