Partner von:

Zwischen Partitur und Schönfelder

© Felix Albrecht

Das Jura-Studium ist staubtrocken und klassische Musik zum Einschlafen? Promotionsstudent Florian würde diese Aussagen sicher nicht unterschreiben. Seiner Meinung nach bieten gerade Jura und die klassische Musik besonders viel Spielraum für Kreativität. Er verrät uns, was die beiden Disziplinen gemeinsam haben.

Wie so viele andere Studenten entschloss sich auch Florian vor allem aus Karrieregründen für das Jura-Studium. "Ich wollte auf jeden Fall etwas Gesellschaftswissenschaftliches und Geschichtliches studieren, aber die Berufsaussichten sind mit Jura einfach besser. Deswegen habe ich damals ein rechtswissenschaftliches Studium gewählt, als Mittel zum Zweck sozusagen", erklärt er seine damalige Motivation. Dass aus einer Vernunftentscheidung Liebe und Leidenschaft werden könnte, ahnte Florian zu Beginn seiner Studienzeit noch nicht. Mittlerweile promoviert er – nun ganz Jurist aus Überzeugung – im Bereich des Strafprozessrechts zum Wiederaufnahmeverfahren; zumindest, wenn nicht gerade die Musik ruft.

Musik und Jura als Baukasten

Dass sich Jura und Musik ähnlich sein sollen, klingt für Außenstehende vielleicht etwas fremd. Beide folgen jedoch Gesetzen und Schemata. "Sowohl Jura als auch Musik sind wie ein Baukasten mit vielen Einzelteilen", erklärt Florian. "Je nach Zusammensetzung kann man aus ihnen immer wieder neue kreative Dinge entstehen lassen." Daher könne er die Aussage, Jura sei trocken, überhaupt nicht verstehen. Gleichzeitig gibt er zu, dass die Musik für ihn auch einen Ausgleich zur Rechtswissenschaft darstellt. "In der Uni habe ich hauptsächlich mit Juristen zu tun. Deswegen freue ich mich, über die Musik die unterschiedlichsten Menschen kennenzulernen", sagt er. "Mal nicht über Jura zu reden, ist eine wunderbare Abwechslung."  

Jedes Ende ist ein neuer Anfang

Völlig trennen lassen sich Musik und Jura dann aber doch nicht. Denn auch bei MünchenKlang ist Florian seit der Vereinsgründung als Vorstandsmitglied für alle rechtlichen Belange zuständig. Wenn es um GEMA-Anträge, Fragen zur Satzung oder steuerrechtliche Probleme geht, muss er Rede und Antwort stehen. Dass er diese Position irgendwann innehaben würde, hätte er sich nicht träumen lassen, als er noch im "Ensemble Médical" gesungen hat. Doch als dessen Auflösung drohte, beschloss er mit ein paar anderen Mitgliedern, einen neuen Verein zu gründen. "Wir wollten das Ensemble erhalten und den Musikern auch weiterhin eine Plattform bieten, gemeinsam zu musizieren." Zu Gründungszeiten bestand MünchenKlang aus 40 Chor- und 20 Orchestermitgliedern, mittlerweile zählt der Verein etwa 170 Musiker. Florians Wunsch ist, dass das Ensemble auch weiterhin wächst und seinen Part in Münchens Musikszene behält.

Vor allen Dingen aber geht es ihm um den Spaß an der Musik: "MünchenKlang führt Werke auf, die mitreißen. Die Oratorien der großen klassischen Komponisten Bach, Verdi und Mendelssohn sind daher ein Muss." Dieses Jahr wagt sich das Ensemble mit Leonard Bernsteins Musical "Candide" erstmals an ein zeitgenössisches Werk. Basierend auf dem satirischen Roman "Candide oder der Optimismus" des französischen Philosophen Voltaire ist das Stück eine Liebeserklärung an Europas Musik. "Wir wollen nie stehen bleiben – weder vom Niveau her noch musikalisch."  

Ich bin e-fellow, weil ...

… ich den fächerübergreifenden Austausch sehr schätze. Das Karrierenetzwerk e-fellows.net bietet hierfür ein wundervolles Forum.

Ich studiere Jura, weil ...

… es mir unendlich viele Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung eröffnet (hat). Die Geisteswissenschaften haben mich gelehrt, gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge zu entschlüsseln und besser zu verstehen.

Experte bin ich ....

… überall und nirgends. Ich singe sehr gerne. Allerdings möchte ich es anderen überlassen, über die Qualität meines Gesanges zu urteilen.

Gar nicht geeignet bin ich für ...

… handwerkliche Tätigkeiten.

Meine Buchempfehlung für die e-fellows ...

… ist "Buntschatten und Fledermäuse" von Axel Brauns – eine bewegende Geschichte aus einer anderen Welt.

Mein größter Traum ist es, ...

… dass meine Träume nicht irgendwann der Realität weichen müssen.

In zehn Jahren ...

… habe ich eine lange Ausbildung hinter und ein spannendes, herausforderndes Leben vor mir.

Bei e-fellows.net gefällt mir besonders, dass ...

… mir als Stipendiat die Möglichkeit geboten wird, die virtuelle Ebene zu verlassen, um mich mit anderen e-fellows persönlich auszutauschen. Darüber hinaus kann ich seit nunmehr über acht  Jahren von den tollen Zusatzleistungen wie zum Beispiel den juristischen Online-Datenbanken profitieren.

nach oben

Du möchtest uns einen e-fellow für ein Porträt vorschlagen? Dann schreib eine E-Mail mit einer kurzer Begründung an das Redaktionsteam.

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren