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Start-up mit Parkplätzen

Parken in Rom [Quelle: Wikimedia Commons]

Quelle: Wikimedia Commons

Karoline hatte eigentlich nie in Betracht gezogen, ein Unternehmen zu gründen – ihr Plan war, später in der Wissenschaft zu arbeiten. Das hat sich auch nicht geändert, doch in der Zwischenzeit kam ihr Bruder Stefan mit einer Geschäftsidee an und die beiden Geschwister haben ein Start-up gegründet: Parkplatz-gesucht.

Stefan studiert Wirtschaftswissenschaften in Hohenheim und hat zeitweise in der Nähe des Stuttgarter Flughafens gewohnt. Wenn Bekannte von dort aus geflogen sind, wurde er öfters gefragt, ob sie nicht ihr Auto bei ihm abstellen könnten - Parkhäuser in Flughafennähe sind nicht gerade billig. Irgendwann kam er darauf, dass das auch als Geschäftsmodell funktionieren könnte. Die Idee war geboren: eine Plattform, über die Privatpersonen oder Unternehmen ihre Parkplätze im deutschsprachigen Raum vermieten oder für einen bestimmten Zeitraum andere Parkplätze anmieten können.

"Ich hatte das mit dem Start-up nie geplant und bin über meinen Bruder reingerutscht. Aber es ist eine tolle Erfahrung – und durch mein Studium und meine Promotion bringe ich einiges an Wissen mit, das ich bei Parkplatz-gesucht einbringen kann", meint Karoline. Sie promoviert gerade am Lehrstuhl für Innovationsmanagement an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Dabei arbeitet sie regelmäßig mit Großkonzernen zusammen und moderiert auch ab und an Workshops rund um das Thema Geschäftsmodellentwicklung.

Aus einer Idee Geld machen

Gelernt hat sie dabei, was man bei einer Gründung bedenken muss: "Du musst dir darüber im Klaren sein, was das Wertversprechen für den Kunden ist. Wer profitiert in welchem Umfang davon? Beim Geschäftsmodells spielt besonders das Ertragsmodell eine wichtige Rolle - das heißt im Grunde: Wie verdiene ich Geld mit meiner Idee?" Bei Parkplatz-gesucht gibt es verschiedene Ertragspfeiler. Die Gründer bekommen unter anderem 15 Prozent des vom Vermieter festgesetzten Betrags - solange ein Stellplatz auch erfolgreich vermietet wird. Außerdem soll mit steigendender Klickzahl auf der Website auch Geld über Werbung verdient werden.
 
"Deine Idee hat eine Chance, wenn geklärt ist ob der Markt für die Idee bereit ist, ob man das Projekt stemmen kann und wie die Erträge fließen", meint Karoline. Ab dem Punkt müsse man es ein Stück weit einfach ausprobieren. Zu gründen, einfach weil man gerne ein Start-Up aufziehen möchte, hält sie allerdings für wenig sinnvoll: "Es bringt nichts, verkrampft nach einer Idee zu suchen – als Gründer muss man von seiner Idee überzeugt sein."

Mitarbeiter auf drei Kontinenten

Seit Mitte des Jahres sind zwei weitere Mitarbeiter im Team von Parkplatz-gesucht: Florian ist für die Entwicklung und technische Umsetzung zuständig und Marius für das Grafik-Design und den technischen Support. Letzterer ist gerade für ein Praktikum in Sydney, während Stefan ein Auslandssemester in Santa Barbara in Kalifornien macht. Das Unternehmen arbeitet also zurzeit von drei Kontinenten aus. Über moderne Kommunikationswege ist das aber kein Problem: Bei wichtigen Themen wird geskypt, für die schnelle Abstimmungen benutzt das Team WhatsApp.  

Die Zusammenarbeit der beiden Geschwister funktioniert problemlos - ihre Kompetenzen sind klar aufgeteilt. Stefan ist für das operative Management, Online-Marketing und die Suchmaschinenoptimierung zuständig, während Karoline die Finanzierungsthemen in die Hand nimmt und sich vorübergehend um die Pressearbeit kümmert.

Für die Idee Parkplatz-gesucht haben sie aus ihrem Umfeld eine Menge positive Reaktionen bekommen. Viele Freunde haben sie tatkräftig unterstützt, vor dem Launch ihr System getestet und ihnen Feedback dazu gegeben. In großen Teilen wurde das Projekt von einer befreundeten Agentur aus Rottweil unterstützt. Auch diverse Werbeaktionen wurden bereits gestartet. Ein toller Moment war für Karoline und Stefan, als die Seite vor kurzem online gegangen ist. Für die nächste Zeit stehen zwar noch einige Optimierungen an, aber nach einer Menge Arbeit war der Launch ein wichtiger Schritt.

Sport zum Runterkommen

Wenn Karoline nicht gerade für Parkplatz-gesucht, den Lehrstuhl oder an ihrer Promotion arbeitet, macht sie viel Sport – oft sechsmal in der Woche: Volleyball das ganze Jahr über, im Sommer Beachvolleyball und Tennis, im Winter Snowboarden, Spinning und Pilates im Fitnessstudio. Außerdem reist sie gerne, trifft sich mit Freunden und geht aus. Der Tagesplan ist gut ausgefüllt, aber Karoline ist ein organisierter Mensch. In den nächsten Monaten wird sich herausstellen, wie Parkplatz-gesucht durchstartet. Im Sommer will sie außerdem ihre Promotion abschließen. Denn auch wenn das Start-up gut läuft, hat sie ihr ursprüngliches Ziel nicht aus den Augen verloren: Sie möchte gerne in der Wissenschaft arbeiten.

Weitere Infos zum Start-up unter www.parkplatz-gesucht.de.

Die e-fellows Karoline und Stefan über sich

Ich bin e-fellow, weil...

Karoline: ... ich damals von Freunden im Masterstudium darauf aufmerksam gemacht wurde und mich dann einfach beworben habe. Ich schätze den interdisziplinären Ansatz sowie das tolle Angebot rund um die Abos und wissenschaftlichen Datenbanken. Mittlerweile bin ich seit über drei Jahren Stipendiatin von e-fellows.

Stefan: ... ich zum Glück auf den Rat meiner Schwester gehört und mich einfach für das e-fellows Stipendium beworben habe.

Ich studier(t)e mein Fach, weil...

Karoline: ... ich Lust auf Betriebswirtschaftslehre in Kombination mit Sprachen und netzwerktheoretischen Ansätzen hatte. In meinem Bachelorstudium habe ich "Internationale Betriebswirtschaft-Interkulturelle Studien" mit Fokus auf die arabische Welt an der Hochschule Heilbronn studiert, während des Studiums war ich viel im Ausland. Meinen Master habe ich in "Corporate Management and Economics" an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen gemacht, dabei habe ich mich mehr in Richtung Wissenschaft orientiert. Aktuell promoviere ich an der Zeppelin Universität im Bereich Wirtschaftswissenschaften.

Stefan: ... Wirtschaftswissenschaften am besten meine Interessen widerspiegeln. Auch die Möglichkeit, während des Studiums Auslandserfahrung zu sammeln, hat zu dieser Entscheidung beigetragen. Anfang des Jahres war ich für ein Praktikum bei VW in Südafrika und gerade habe ich mein Auslandssemester an der University of California, Santa Barbara abgeschlossen. Der Abschluss in Wirtschaftswissenschaften ist außerdem ein sehr universeller Abschluss, der mir ermöglicht, später in vielen Branchen und Feldern zu arbeiten. In meinem Profilstudium habe ich die Module Marketing, Controlling sowie Banking & Finance vertieft, weil mir besonders mathematische Fächer Spaß machen.

Experte bin ich...

Karoline: ... noch gar nicht, da man das erst durch viel Erfahrung wird. Ich denke aber, dass mich meine Promotion diesem Ziel etwas näher bringt. Auch durch die Gründung von Parkplatz-gesucht habe ich viel gelernt und Expertise rund um das Thema Unternehmertum aufgebaut.

Stefan: ... in allem was mein Hobby Fußball betrifft.

Gar nicht geeignet bin ich für...

Karoline: ... ein Leben als Hausfrau, da sich meine Kochkünste in Grenzen halten.

Stefan: ... einen monotonen Bürojob. 

Meine Buchempfehlung für die e-fellows...

 Karoline: ... ist "Die Säulen der Erde" von Ken Follett.

Stefan: ... ist "Thinking, Fast and Slow" von Nobelpreisträger Daniel Kahneman.

Mein größter Traum ist es,...

 Karoline: ... mich erfolgreich in der Wissenschaft zu positionieren.

Stefan: ... beruflichen Erfolg zu haben, aber gleichzeitig alle Chancen zu nutzen, die das Leben sonst zu bieten hat. Besonders Sport, Reisen sowie Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen, ist mir wichtig.

In zehn Jahren...

Karoline: ... möchte ich zufrieden zurück blicken können und eingeschlagene Wege nicht bereuen.

Stefan: ... werde ich mein Studium beendet und hoffentlich einen Job gefunden haben, der mir Spaß macht und mich fordert. Die Unternehmensgründung und der Aufbau von Parkplatz-gesucht haben mir wertvolle Erfahrung gebracht. Ich möchte solche Ideen auch in Zukunft weiterverfolgen, womit auch die Selbständigkeit langfristig eine interessante Option sein könnte.

Bei e-fellows.net gefällt mir besonders...

Karoline: ... dass die Community so offen und stets hilfsbereit ist.

Stefan: ... das Stipendiaten-Netzwerk, welches mir in den drei Jahren meiner Mitgliedschaft ermöglicht hat, wichtige und interessante Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen, die mir für meine weitere beruflichen Karriere neue Perspektiven aufgezeigt haben. Außerdem hat mir das große Angebot an Abos für Fachzeitschriften sehr geholfen, immer informiert zu bleiben.

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