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Entwicklungshilfe mal anders

Afrikanische Savanne (Quelle: freeimages.com, hislightrq)

Quelle: freeimages.com, hislightrq

Kerstin und Karl schreiben gerade ihre anspruchsvolle Physik-Masterarbeit in Cambridge. Doch ihr Herz schlägt nicht nur für Teilchen. Sie sind auch große Afrika-Fans und haben eine Initiative gegründet, die den persönlichen und politischen Ideenaustausch zwischen Afrika und Europa fördern soll. Wie kamen sie auf diese Idee und wie kann man dabei mitwirken?

Die Idee zu ihrer Initiative "AidReversed" kam Kerstin und Karl während einer Summer School in Sambia im Sommer 2011. Die Summer School wurde initiiert von der Arbeitsgemeinschaft katholischer Hochschulgemeinden. Sie verbrachten drei Wochen in Afrika und nahmen an einem Programm teil, bei dem sie die Kultur, das Schulsystem und die Bildungsstruktur kennenlernten. Im vergangenen Sommer kamen dann sambische Studenten nach Deutschland.

Entwicklungskooperation statt Entwicklungshilfe

Kerstin und Karl riefen vor kurzem die Website AidReversed.eu ins Leben. Dort kann man Essays und Ideen zu der Frage "Was kann Europa von Afrika lernen?" hochladen. Die Texte sollen so von vielen gelesen werden und, wenn es genügend Beiträge gibt, auch in ein Buch umgewandelt werden.

"Es ist wichtig, Autoren vom Erfolgspotential des Projekts zu überzeugen, damit sie Essays schreiben. Wir wollen den Leuten Ideen und Anregungen geben und hoffen auf viele Anknüpfungspunkte und Kontakte", sagt Karl. Kerstin erklärt: "Uns ist wichtig, mit diesem Projekt mehr über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Europa und Afrika herauszufinden und voneinander etwas zu lernen. Nicht nur Afrika kann von Europa profitieren, sondern auch wir können umgekehrt Strategien der Afrikaner für die Krise in Europa nutzen." Karl fügt hinzu: "Da wir während der Summer School keine direkten und zufriedenstellenden Antworten auf Fragen zu gegenseitiger Hilfe gefunden haben, wollten wir daran etwas ändern. Das Stichwort ist nicht Entwicklungshilfe, sondern Entwicklungskooperation."

"Wir wollen mit der Website kein Geld verdienen, die interessanten Einblicke sind Verdienst genug", sagt Kerstin. Das Ziel ist, gute Ideen zur Entwicklungskooperation zu verbreiten und zugänglich zu machen.

Forschung an Solarzellen und "DNA-Origami"

Wenn sie nicht gerade die Welt retten, absolvieren Kerstin und Karl ihren Master an der Uni Erlangen in Kooperation mit der University of Cambridge. Die Studenten sind im Moment ein Jahr für ihr Forschungsprojekt in der englischen Universitätsstadt.

Das Thema von Karls Master-Forschungsprojekt sind Farbstoff-Solarzellen, die ähnlich effizient wie Silizium-Solarzellen arbeiten sollen, aber viel günstiger in der Herstellung sind. "Cambridge bot sich thematisch an für meine Arbeit und natürlich genießt die Uni einen guten Ruf", sagt Karl. Ihm war außerdem wichtig, dass er dort zusammen mit Kerstin hingehen konnte.

"DNA-Origami" und Campus-Leben

Kerstin forscht im zweiten Master-Jahr in der Medizin- und Biophysik an DNA-Origami. Das heißt, intelligente DNA-Strukturen als Baumaterial für Medikamente zu entdecken und daraus neue Ansätze zum Beispiel für die Krebstherapie zu gewinnen. "Mich hat vor allem die Physik-Arbeitsgruppe in Cambridge begeistert. Es ist echt toll, auf dem Campus zu wohnen, sich dort mit anderen Studenten zu treffen und zusammen zu kochen", freut sich Kerstin. Das Paar wohnt zusammen auf dem "Postgraduate Campus" des Corpus Christi Colleges. Nach ihrer Masterarbeit können sich beide gut vorstellen, noch ihren PhD zu machen - ob in England oder in Deutschland, ist noch nicht entschieden.

Die e-fellows Kerstin und Karl über sich

Ich bin e-fellow, ...

Kerstin: … aus Neugier. Was ist eigentlich ein Online-Stipendium? Was machen andere Studenten, die dasselbe oder etwas ganz anderes studieren als ich? Wie geht es nach der Uni weiter? Man bekommt bei e-fellows.net Informationen aus erster Hand. 

Karl: ... Physiker, Posaunist, Programmierer, Jazz-Liebhaber, Rock 'n Roll-Tänzer, Läufer, AidReversed-Gründer und außerdem Freund, Bruder, Sohn und Enkel.

Ich studiere mein Fach, weil ...

Kerstin: ... ich gehofft habe, so die Welt zu verstehen, bevor ich versuche, sie zu verbessern. Außerdem kann man damit so viele unterschiedliche Dinge tun – im Labor Neues entdecken oder sogar Bundeskanzlerin werden.

Karl: ... mich die "kleinen Wunder" des Alltags faszinieren. Die Physik bietet mir das Handwerkszeug, den verschiedensten Systemen und Abläufen auf den Grund zu gehen.

Experte bin ich ...

Kerstin: ... darin, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Ich habe das Gefühl, dass ich ziemlich oft Glück habe.

Karl: ... wenn es darum geht, mich schnell in neue Bereiche einzuarbeiten. Nicht mehr einarbeiten muss ich mich in das Posaune spielen und Dinge rund um den Computer.

Gar nicht geeignet bin ich ...

Kerstin: ... dafür, lange Zeit am selben Ort zu sein. Ich reise sehr gerne, fühle mich schnell überall zu Hause und es dauert nie lange, bis mich das Fernweh wieder packt. Abschiede fallen mir trotzdem schwer.

Karl: ... dafür, Ungerechtigkeiten hinnehmen zu müssen.

Meine Buchempfehlung für die e-fellows ...

Kerstin: ... natürlich hoffentlich bald: "AidReversed – was Europa von Afrika lernen kann".

Karl: ... Axel Brauns "Buntschatten und Fledermäuse", weil es die Welt aus einer vollkommen anderen Perspektive beschreibt. Es macht einem klar, wie subjektiv unsere Umgebung wahrgenommen wird.

Mein größter Traum ...

Kerstin: ... ist es, irgendwann alle Sprachen Europas sprechen zu können. Außerdem wäre ich unglaublich gerne einmal bei einer sambischen Hochzeit dabei.

Karl: ... ist, am Ende meines Lebens glücklich und zufrieden auf alle meine Erlebnisse, Begegnungen und Fehler zurückblicken zu können. Einmal einen Doppeldecker zu fliegen, wäre aber auch nicht schlecht.

In zehn Jahren ...

Kerstin: ... weiß ich endlich, was in zehn Jahren ist. Ich finde, das ist die spannendste Frage überhaupt.

Karl: ... finde ich aus Zufall diesen Artikel im Archiv bei e-fellows.net und bin gespannt, was aus AidReversed geworden ist.

Bei e-fellows.net gefällt mir besonders ...

Kerstin: … die spannenden Beiträge auf der Website, die immer wieder neuen Gesprächsstoff für die Mensa liefern … und natürlich das Zeit-Wissen-Abo!

Karl: ...  die Möglichkeit, über die e-fellows.net Community mit vielen interessanten Menschen in Kontakt zu kommen und mich mit ihnen über die verschiedensten Themen auszutauschen.

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