Partner von:

Duo Infernale

e-fellows Danilo und Philipp

e-fellows Danilo und Philipp

Als es damals in der Schule um die Wahl der Leistungskurse ging, hat eine Lehrerin noch versucht, sie zu trennen - erfolglos! "Es geht gar nicht darum, dass wir immer alles zusammen machen wollen", erklärt Philipp. "Aber eine Trennung wäre einfach künstlich gewesen, weil wir beide dieselben Interessen und Stärken haben." Daher wählten beide die Kombination Mathematik und Physik und bereuten es nicht: Auf dem Abiturzeugnis stand jeweils eine Durchschnittsnote von 1,0. Und das sollte nicht die letzte Gemeinsamkeit bleiben. 

Immer nur "die Molinaris" - das nervt!

Bisher hatten die beiden eigentlich noch keinen Grund, sich über das Zwillingsdasein zu beschweren. "Es hat eher Vorteile, jemanden zu haben, der alle Interessen teilt und der immer genau weiß, was man denkt", sind sich die Söhne einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters einig. Dem Bruder könne man alles ganz direkt sagen, ohne dass er beleidigt sei. "Es sind eher die anderen, die damit nicht zurecht kommen und manchmal nur noch von 'den Molinaris' sprechen", so Danilo. "Das nervt dann allerdings schon, schließlich sind wir immer noch Individuen!" 

Nur harmlose Verwechslungsspielchen
Wirklich ausgenutzt haben die Brüder ihre Ähnlichkeit bislang noch nicht. "Das Schlimmste, was wir bislang gemacht haben, war in der ersten Klasse ein Diktat unter dem Namen des anderen zu schreiben", schmunzelt Philipp, der sich selbst als nachlässiger und fauler als sein Bruder beschreibt. "Allerdings waren dadurch natürlich auch die Noten vertauscht und derjenige, der eigentlich die bessere Note geschrieben hatte, fand das ziemlich ungerecht." Danilo grinst: "Heute wäre das natürlich auch praktisch. Theoretisch müsste immer nur einer von uns für eine Klausur lernen und könnte sie dann zweimal schreiben: Einmal für sich selbst und einmal für den anderen." 

Praktika im Doppelpack
Kommt bei so einem Kopf-an-Kopf-Rennen Neid auf, wenn ein Zwilling mal besser ist? "Im Gegenteil", berichtet Danilo, "wir freuen uns eher für den anderen." Und wenn dann doch mal was "daneben" geht, kann sich der eine auf den anderen verlassen: "Wir unterstützen uns gegenseitig und können es überhaupt nicht leiden, wenn einer von uns ungerecht behandelt wird" so Philipp. Doch die Zwillinge verbindet mehr als ihre Ähnlichkeit, identische Noten und ihr Zusammenhalt. Denn auch Praxiserfahrung haben sie gleich im Doppelpack gesammelt: Sämtliche HiWi-Stellen und Praktika finden sich in beiden Lebensläufen wieder. So haben Danilo und Philipp beispielsweise im Herbst 2006 gemeinsam ein Praktikum in der Wirtschaftsprüfung gemacht und schreiben derzeit als Co-Autoren an einem wirtschaftswissenschaftlichen Lehrbuch. 

Wirtschaftsexperten auch in der Freizeit
Auch neben dem Studium beschäftigt sich das Zwillingspaar, das schon früh sein eigenes Aktiendepot hatte, gerne mit wirtschaftsorientierten Themen. Gemeinsam mit Philipps Freundin und einem Wirtschaftsmathematik-Studenten nahmen sie im vergangenen Jahr am Postbank Finance Award teil, dem mit 70.000 Euro höchstdotierten Hochschulwettbewerb Deutschlands. Thema: "Die optimale Kombination aus internen und externen Ratings im Finanzbereich". 

Zwillingsanalyse
"Wenn eine Privatperson einen Kredit aufnehmen will, ist es in der Regel die Bank, die ein so genanntes internes Rating erstellt", erklärt Philipp. "Die Bank rechnet also aus, wie hoch der Ausfall ist, falls die Person ihren Kredit nicht zurückzahlen kann. Bei großen Konzernen wird diese Berechnung von einer externen Rating-Agentur durchgeführt." In ihrer Studie untersuchten die Brüder mit ihren Mitstreitern den Einfluss der beiden Bewertungsarten aufeinander. Ihr Fazit: Die optimale Lösung wäre es, immer beide Ratings anzuwenden, da sonst in jedem Fall wichtige Informationen verloren gehen. Diese Erkenntnis brachte ihnen beim Finance Award im vergangenen Jahr den 4. Platz ein.
 

Die Zukunft: möglichst international
 Im Mai wollen beide ihre Diplomarbeit beenden. Ihr Ziel: ein Durchschnitt von 1,0 - das hat es an der Uni Ulm in ihrem Studiengang noch nie gegeben. Da ihre Studienordnung noch ein Pflichtpraktikum vorschreibt, planen sie im Anschluss ein Auslandspraktikum in einer Unternehmensberatung. Wo es dabei ganz genau hingehen soll, weiß das deutsch-italienische Zwillingspaar bislang noch nicht: "Irgendein exotisches Ziel wäre schon toll. Vielleicht die Bahamas. Wir lieben es, neue Kulturen kennenzulernen und Orte zu erkunden, wo nicht jeder hinkommt." 

Trio Infernale?
Ihre Zukunft sehen sie in einer großen Unternehmensberatung und können sich durchaus vorstellen, in derselben Abteilung zu arbeiten. Wichtig ist ihnen dabei auch, dass die Firma international tätig ist, damit sich viele Weiterbildungschancen und Möglichkeiten für Auslandseinsätze bieten. Aufgrund ihrer südeuropäischen Verwandtschaft verbringen die beiden bereits jetzt rund anderthalb Monate pro Jahr in Italien. "Irgendwann wollen wir uns auch gerne selbstständig machen", erklärt Philipp. "Am liebsten mit unserem älteren Bruder Valentino." Und der hat - wie könnte es anders sein - natürlich Wirtschaftswissenschaften studiert.

nach oben

Du möchtest uns einen e-fellow für ein Porträt vorschlagen? Dann schreib eine E-Mail mit einer kurzer Begründung an das Redaktionsteam.

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren