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Der bundesweite Ideenwettbewerb 'Generation D' war der Auslöser für Svanja, eine Idee umzusetzen, die ihr am Herzen lag. Sie gründete die Plattform 'quaestia', die Schüler und Studenten zusammenbringt. Das Angebot ist erfolgreich, auch wenn es zunächst für einen Studenten-Escort-Service gehalten wurde.

Seit März 2012 ist sie online: die Internetseite, auf der das Projekt "quaestia" (sprich: kwästia) basiert. Auf der Plattform werden Schüler, die kurz vor der Studienwahl stehen, mit Studenten zusammengebracht, die sie für eine Woche in ihr persönliches Uni- und Studentenleben reinschnuppern lassen. Während dieser Woche wohnt der Schüler beim Studenten und begleitet ihn zu allen Hochschul- und Freizeitaktivitäten. So bekommt er einen Einblick in den Studiengang und kann danach eine bessere Studienwahl treffen oder ein Studium ganz ausschließen.

Namensverwechslungen

Svanja hatte mit zwei Freundinnen am Ideenwettbewerb "Generation D" teilgenommen. Die Studentinnen gewannen den Wettbewerb zwar nicht, setzten ihre Idee dennoch in die Tat um. Sie hatten schon viel Energie in das Konzept gesteckt und brannten darauf, es umzusetzen. Das Konzept zu "quaestia" wurde weiter ausgearbeitet - damals hieß es noch "rent-a-student". Svanja lacht: "Es gab Probleme mit diesem Namen, denn viele verwechselten das mit einer Art Studenten-Escort-Service. Also benannten wir uns um. 'quaestia' ist das lateinische Wort für 'Suchen'. Der Name machte einfach Sinn."

Von der Idee zur Umsetzung

Nach und nach vergrößerte Svanja, die Projektleiterin und Koordinatorin von quaestia, mit ihren zwei Kommilitoninnen ihr Team und holte sich Hilfe zur Umsetzung: Ein IT-Professor aus Freiburg übernahm die Programmierung der Website, ein Rechtsanwalt beriet sie zu Datenschutz und Rechtsform. Sie kümmerte sich um Fördergelder, wie zum Beispiel vom Institut für Verfahrenstechnik. "Wir hatten kaum finanzielle Mittel, aber bekamen viel Unterstützung von allen Seiten. "quaestia e.V." ist ein gemeinnütziger Verein und soll ein kostenloser Service bleiben, auch wenn wir den Schülern die Empfehlung geben, den Studenten etwas für die Schnupperwoche zu zahlen." Immer bekannter wurde das Projekt unter anderem durch Hochschulvertreter und Presse.

Wie kann man mitmachen?

Sowohl Studieninteressierte als auch Studenten können auf der Website ein Profil erstellen. Sie tragen in einem elektronischen Kalender mögliche Termine für die Schnupperwoche ein. Die Schüler können eine Suchanfrage starten mit den Faktoren Studiengang, Stadt, Hochschule und Zeitraum und bekommen dann passende "Tandempartner" vorgeschlagen. Sie schicken den Studenten eine Anfrage und erst danach ist der Kommunikationskanal für beide frei. Die Studenten, die mitgemacht haben, erhalten von quaestia ein Zertifikat über soziales Engagement. Die Schirmherrschaft hierfür hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung übernommen.

Positives Feedback

Es gibt auf dem Internetportal auch ein Bewertungssystem. Nach einer erfolgreich beendeten Schnupperwoche wird sowohl der Schüler, als auch der Student gebeten, sich gegenseitig zu bewerten. Man kann dabei für bestimmte Kriterien Sterne vergeben. Es wird aber auch gerade eine Rubrik für Erfahrungsberichte programmiert. Diese wird dann für alle Seitenbesucher zugänglich sein. Svanja erzählt: "Am meisten freue ich mich, wenn mich Studenten persönlich ansprechen und sagen: 'Wirklich eine tolle Idee, sowas hätte ich früher auch gerne gemacht, als ich vor der Entscheidung stand!' Eine gute Rückmeldung kam auch von einer Schülerin, die zwischen Jura und Politikwissenschaften schwankte. Nach der Schnupperwoche war für sie sonnenklar, dass es der Studiengang Politikwissenschaften für sie sein wird."

Die weiteren Schritte

Den Business-Plan hat das fünfköpfige Projektteam gerade überarbeitet und hofft, eine finanzielle Basis aufbauen zu können. Die Website soll sich so bald wie möglich zum Selbstläufer entwickeln. Vielleicht können sie das Konzept auch auf andere europäische Länder ausweiten, denn es hat schon Anfragen aus England und Österreich gegeben. "Ein Engländer, der mitmachen wollte, hatte sogar schon versucht, sich auf der Website anzumelden, das Interesse wäre also in jedem Fall da", lacht Svanja. In Deutschland ist die Seite schon recht erfolgreich mit rund 850 Anmeldungen, Tendenz steigend. Das Verhältnis Schüler-Student ist gut ausgewogen.

Und das alles neben dem Studium?

Wie schafft Svanja das, neben ihrem Studium auch noch das Projekt zu koordinieren? Man müsse eben Kompromisse finden. Sie habe die Website sogar eine Zeit lang aus dem Ausland betreut, als sie im Studium nach Paraguay und Peru ging. Sie brauche das Praktische zum Ausgleich neben dem Studium. Ab September wird sie den "Master of Public Policy" an der Hertie School of Governance in Berlin machen. Und was ist ihr späteres Berufsziel? "Am liebsten würde ich in einer internationalen Organisation arbeiten, in der Entwicklungszusammenarbeit oder im Krisenmanagement. Mir ist es wichtig, Missstände zu beheben und meine Ideen umzusetzen, nicht nur davon zu reden. Ich bin eben noch einer dieser Weltverbesserer, die anderen gerne helfen und etwas verändern wollen."

e-fellow Svanja über sich

Ich bin e-fellow,...

… weil e-fellows.net ein tolles Netzwerk mit einer Vielzahl von Angeboten und Möglichkeiten ist, die ich gerne nutze. Besonders die vielen Angebote wie Community, Workshops, Praktika, Jobs und auch die kostenlosen Zeitungs- und Zeitschriften-Abos finde ich toll.

Ich habe den Bachelor in Politik- Und Verwaltungswissenschaft gemacht und studiere den Master in Public Policy,...

… weil ich etwas in der Welt verändern möchte. Ich zähle noch zu den typischen Weltverbesserern, für die die Politikwissenschaft bekannt ist. Allerdings gehöre ich nicht zu denjenigen, die viel reden, sondern zu denjenigen, die viel tun. Bereits während meiner Schulzeit habe ich ein Projekt für rumänische Waisenkinder geleitet und seit drei Jahren arbeite ich mit weiteren Studentinnen an der Umsetzung des deutschlandweiten Bildungsprojektes quaestia. Meine Ideen bleiben also nicht nur Gedanken oder Worte. Durch mein Studium möchte ich die Basis für die Umsetzung von noch größeren Projekten erwerben – am liebsten mit der Unterstützung von internationalen Organisationen.

Experte bin ich ...

…für www.quaestia.de. Da ich die Idee entwickelt habe und das Projekt leite, gibt es niemanden, der sich besser damit auskennt - wobei alle im quaestia-Team mittlerweile fast genauso gute Experten sind. Außerdem bin ich eine Lateinamerika-Expertin, vor allem für Korruptionsprävention. Darüber habe ich meine Bachelor-Arbeit geschrieben.

Gar nicht geeignet bin ich ...

…für Golf oder sonstige "langweilige" Sportarten, bei denen es wenig Action gibt. Außerdem wäre ich absolut nicht als Politikerin geeignet. Da wird mir zu viel diskutiert, es ist zu bürokratisch und es gibt es zu wenige Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen.

Meine Buchempfehlung für die e-fellows:

…ist ein sehr interessantes und spannendes Buch, das ich auch erst kürzlich gelesen habe: "Die Traumheilerin" von Hernán Huarache Mamani. Es ist ein Roman, der anhand einer Geschichte über eine junge Frau sehr spannend die peruanische Kultur beschreibt. Außerdem finde ich das Buch sehr gut, weil es dem Leser bewusst macht, was im Leben wirklich wichtig ist - weit weg von jeglichem Materialismus, Stress und Zwang, die unsere heutige Gesellschaft beherrschen.

Mein größter Traum ist es,...

…dass "quaestia" auch international ein Erfolg wird und sich dazu genügend Förderer finden. Außerdem habe ich noch viele weitere Ideen, die ich sehr gerne umsetzen würde, idealerweise mit Hilfe internationaler Organisationen. Idealistisch gesehen ist mein Traum ein globales Zusammenleben ohne negative Energien - das Leben ist zu kurz und zu schön, als dass man es sich oder anderen schwer machen sollte. Realistisch gesehen möchte ich mein Leben nutzen, um einen kleinen Beitrag für eine bessere Zukunft zu leisten.

In zehn Jahren ...

…bin ich hoffentlich immer noch ein fröhlicher Mensch, habe immer noch ganz viel Energie und Motivation, eine tolle Familie und einen Beruf, in dem ich mich selbst verwirklichen kann und glücklich bin. Und in maximal zehn Jahren ist "quaestia" hoffentlich europaweit ein großer Erfolg.

Bei e-fellows.net gefällt mir besonders...

der persönliche Umgang, eine super Zusammenarbeit mit meinem Projekt und das sehr große Angebot, bei dem für jeden etwas dabei ist!

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