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Der Gesellschafter

Stipendiat des Monats Lars SIFE Worldcup [Quelle: L.Kehrel]

Stipendiat des Monats Lars SIFE Worldcup [Quelle: L.Kehrel]

Seit Januar ist Stipendiat des Monats Lars zurück aus Schweden, wo er sein Auslandssemester an der Umea School of Business verbrachte. Dort begeisterte er sich nicht nur für die schwedische Natur, sondern lernte auf einer Elchfarm auch ein paar Vertreter des größten europäischen Landsäugetiers kennen.'Neben einem Elch mit einer Schulterhöhe von über zwei Metern kam ich mir mit meinen 1,85 m gar nicht mehr so groß vor.'

Lieber Menschen als Zahlen

Nun bereitet er sich auf seine Bachelor-Arbeit zum Thema "Produktionswirtschaft" vor. "Danach mache ich ein Urlaubssemester, um ein paar Praktika zu absolvieren. Mal sehen, wohin es dann zum Master geht." Kommunikation und Interaktion sind Lars sehr wichtig. "Controlling etc. ist als Handwerkszeug okay, aber ich möchte mit Menschen zu tun haben, nicht nur mit Zahlen." Deshalb zieht es ihn beruflich in Richtung Unternehmenskommunikation oder Personalwesen. Doch auch Employer Branding und Recruiting auf Augenhöhe findet er interessant.

Mit viel Spaß an Veränderungen arbeiten

Gesellschaftliches und soziales Engagement spielen eine sehr große Rolle im Leben von Lars. Schon mit 14 Jahren arbeitete er in seiner Kirchengemeinde mit. Mit 15 trat er in die SPD ein und wurde im Jugendgemeinderat von Heidelberg aktiv. Dieser besteht aus Schülern, die den Gemeinderat bei allen Themen beraten, die Jugendliche angehen. Ziel ist es, Einfluss auf die Lokalpolitik zu nehmen und gleichzeitig anderen Jugendlichen zu zeigen, dass Politik Spaß machen kann.

Zwei Jahre lang arbeitete Lars im Vorstand, danach war er bis zum Beginn seines Studiums als Mitglied im Bezirksbeirat aktiv. Dann stand Lars vor der Entscheidung: Mehr Politik oder weniger? Er entschied sich gegen eine parteipolitische Karriere. "Um Berufspolitiker zu werden, musst du Meinungen vertreten, die mehrheitsfähig sind. Das sind meine Ansichten aber nicht immer." So orientiert er sich nun erst einmal in Richtung Wirtschaft.

"Unternehmensberatung mit Herz"

Untätig ist er deshalb aber noch lange nicht. Als Referent für Jugend und Politik der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg hält er Seminare zu Themen wie "Politische Partizipation Jugendlicher" und "Rhetorik und Präsentation". Seit zwei Jahren ist er außerdem Mitglied bei SIFE Mannheim. SIFE steht für "Students In Free Enterprise" und ist eine nicht-staatliche, unpolitische Non-Profit-Organisation, die 1975 in den USA gegründet wurde. Heute ist SIFE in 47 Ländern an über 1.800 Universitäten tätig und damit eine der größten internationalen Studentenorganisationen der Welt.

Für Lars ist das Arbeiten bei SIFE vergleichbar mit einer studentischen Unternehmensberatung, doch hier werden neue Geschäftsideen nicht nur entwickelt, um Profit zu machen. Getreu dem Motto "A head for business. A heart for the world" geht es den Mitgliedern darum, anderen dabei zu helfen, ihre ökonomischen Möglichkeiten zu verbessern.

Theorie der Uni in die Praxis umsetzen

Vor seinem Schwedenaufenthalt war Lars Projektleiter, momentan berät und unterstützt er neue Projekte. Bestand das Team von SIFE Mannheim zu seiner Anfangszeit noch aus 20 Leuten, ist es heute mit etwa 150 Mitgliedern das größte in Deutschland. "Es ist toll zu sehen, wie es wächst und wie sich die Idee an der Uni verbreitet", findet Lars. Die Studenten wollen ihre Region positiv verändern, und "lokale Lösungen schaffen für globale Probleme", wie Lars es ausdrückt. Ansatzpunkte sind dabei zum Beispiel Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung. Die Mitglieder sind in der Mehrzahl Wirtschaftswissenschaftler, die hier die Theorie der Uni in die Praxis umsetzen können.

Weltmeisterschaft im Projektmanagement

Zentrale Veranstaltungen von SIFE sind der Nationale Wettbewerb und der World Cup, bei denen die SIFE-Studenten ihre Projekte vor den CEOs nationaler und internationaler Unternehmen präsentieren. 2009 war Lars beim World Cup in Berlin dabei, er und sein Team haben für ihre Projekt-Präsentation Tag und Nacht gearbeitet. "Es war toll, die eigenen Grenzen kennenzulernen und diese dann auch zu überschreiten" meint er. Der Aufwand wurde belohnt, sein Team kam mit dieser Präsentation unter die vier besten der Welt:

Rückblickend war das für Lars eine der beeindruckendsten und wichtigsten Erfahrungen, die er in seinem Studium gemacht hat. "Ich habe nicht nur gelernt, wie Projektmanagement funktioniert. Die Mitglieder von SIFE sind alle sehr motiviert und man merkt einfach, dass sie diese Arbeit nicht für ihren Lebenslauf machen. Es macht Spaß, mit solchen interessanten Menschen zusammen zu arbeiten."

Hilfe zur Selbsthilfe

Ein weiteres Projekt von Lars ist die Studenteninitiative der Universität Mannheim projekt.ausbildung. Rund 50 Mentoren betreuen etwa 25 Schüler an drei Mannheimer Hauptschulen. Ziel ist es, den Schülern bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu helfen. "Es geht darum, die Schüler zu 'befähigen'. Wir geben keine Nachhilfe, schließlich wollen wir den Nachhilfemarkt für Studenten nicht kaputtmachen, und wir schreiben auch keine Bewerbung für die Schüler. Das sollen die schon selber machen. Wir geben aber Tipps, zum Beispiel bei der Eingrenzung von Berufsfeldern, und unterstützen, indem wir zum Beispiel das Telefoninterview mit dem Mentee üben", erklärt Lars. "Klar ist nicht für jeden ein Bürojob das Richtige. Mein letzter Mentee war am liebsten an der frischen Luft - heute ist er Dachdecker."

Mentorship auf Augenhöhe

Wichtig ist Lars dabei, dass das Verhältnis zu seinem Mentee auf Augenhöhe abläuft, nicht von oben herab. Er sieht sich dabei als eine Art Motivationstrainer und Berater in einem. "Die sogenannte Elite hat ihre privilegierte Ausgangsposition meist nicht ihrer Persönlichkeit oder Leistung zu verdanken, sondern ihrer Herkunft."

Mit der Initiative wollen er und seine Kommilitonen der Gesellschaft etwas von ihrem Glück, "priveligiert" zu sein, zurückgeben. "Aber ich bin kein Gutmensch, ich will auch einen guten Job", lacht Lars. Und zweifellos kann er von dem hier Gelernten auch in seinem Berufsleben profitieren.

Der geborene Digitalfotograf

Und wie entspannt er sich in seiner Freizeit? Seit über zehn Jahren spielt Lars Schlagzeug. Früher war er Mitglied in einer Jazz-Combo, heute hat er keine feste Band mehr, sondern spielt in einzelnen Projekten und sonntags in der Kirche. Inzwischen hat jedoch für ihn die Liebe zur Fotografie die Musik überholt.

Angefangen hat seine Leidenschaft während eines USA-Tripps mit einem Ausflug zum Grand Canyon. "Wer da nicht fotografiert, muss doof sein!" Besonders die Fotonachbearbeitung ist für einen "geborenen Digitalfotografen" wie Lars ein kreativer Prozess und ein schöner Ausgleich, in dem er aufgeht und der ihm viel Spaß macht.

Lieber handeln als behandelt werden

Fotografie ist für ihn jedoch mehr als nur ein Hobby, denn hier kann er das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Neben Personen- und Landschaften fotografiert er auch für die Websites seiner Initiativen.

Ist ihm das alles nicht auch mal zu viel? "Manchmal schon, aber ich kann nicht anders. Klar könnte ich zuhause bleiben und mehr für die Uni lernen. Aber dann müsste ich sicher ständig daran denken, dass die anderen jetzt gerade Projekte in der echten Welt machen." Nicht umsonst lautet sein Lieblingszitat: "Wer nicht handelt, wird behandelt." (Gustav Heinemann). Und eins ist für Lars klar: "Ich will der Handelnde sein."

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