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Von Fischen und Gesetzen

e-fellow des Monats März: Özkan

e-fellow des Monats März: Özkan

Kann ein Mensch zur gleichen Zeit an mehreren Orten sein? Wenn nicht, dann wird es schwierig zu erklären, wie Özkan seine Interessen und Aktivitäten in einem einzigen Leben unterbringt. Und wer hätte gedacht, dass Tausendsassas manchmal ganz ruhige Hobbys haben: Fischzucht zum Beispiel.
 

Der Dreifach-Student

 Aber der Reihe nach: Los geht es damit, dass Özkan drei Studiengänge parallel studiert – obwohl er sich gerade auf sein Jura-Examen vorbereitet. Wie man ja weiß, lastet die Prüfungsvorbereitung kaum einen Juristen wirklich aus, daher absolviert Özkan außerdem ein Begleitstudium in Anglo-American Law. Und da ihm das immer noch nicht genügt, ist er auch an der Fernuni Hagen für ein Wirtschaftsstudium eingeschrieben. "Wenn man das Wirtschaftsrecht wirklich verstehen will, braucht man vertiefte Grundkenntnisse in Wirtschaftswissenschaften", meint Özkan dazu. Momentan muss das Fernstudium allerdings etwas zurückstehen. Irgendwie beruhigend, er ist also doch kein Roboter.
 

Zwischen Gerichtssaal und Wertpapieren

 Sein Berufsziel hat Özkan mit dieser Studienwahl schon vor Augen. Er will Anwalt für Wirtschaftsrecht werden. Was nicht heißt, dass sich seine Interessen darauf beschränken würden. Zwischenzeitlich absolvierte der Jura-Student auch zwei Praktika – gleichzeitig. Er konnte sich einfach nicht entscheiden, was ihm mehr Spaß machen würde: hinter die Kulissen des Richteramts zu blicken oder beim Deutschen Schutzverein für Wertpapierbesitz (DSW) zu arbeiten. Mittlerweile hat er sich aber für den DSW entschieden. Für ausländisches Recht interessiert er sich wiederum seit seinem Studienaufenthalt in Australien. Dort hat ihn vor allem das Uni-System begeistert: "Es gab kleinere Lerngruppen und eine bessere Betreuung". Und skurrile Nebenjobs wie Sonnenbrillenverkäufer zum Beispiel. Natürlich hat Özkan das gleich mal ausprobiert.
 

Welches Leben darf es denn sein?

 Man merkt schon: Özkan liebt es, seinen breit gefächerten Interessen nachzugehen. Das war schon bei der Wahl des Studiengangs so. Özkan schwankte zwischen mehreren Berufswünschen, von Biochemiker und Architekt bis zu Italienischlehrer war alles dabei: "Ich hätte vieles studieren können." Also setzte er sich in verschiedene Vorlesungen: Medizin, Psychologie, Jura. "Ich wollte viel ausprobieren, damit ich am Ende auch voll hinter meiner Entscheidung stehe."
 

Wichtiges Recht

 Letztlich hat ihn Jura dann doch am meisten fasziniert. Warum? Recht fand er schon in der Schule spannend, selbst wenn er von der Vermittlung durch seine Lehrer nicht immer begeistert war. Aber auch Özkans Migrationshintergrund spielte eine Rolle. Seine Eltern mussten oft um ihr Recht kämpfen und der Umgang mit Behörden war für sie nicht immer einfach. Ihr Sohn bekam das hautnah mit, als er Behördengänge für seine Eltern erledigte. Dabei wuchs in ihm die Erkenntnis, dass es wichtig ist, sich mit den rechtlichen Bestimmungen gut auszukennen. Von da an war er nicht mehr zu bremsen.
 

Bildung für Chancengleichheit

 Migration - dieses Thema, das weiß Özkan ganz sicher, wird ihn nie verlassen. In der einen oder anderen Form hat er sich in diesem Zusammenhang immer engagiert: Als Schüler gab er Migrationskindern kostenlose Nachhilfe, damit sie mit ihren deutschen Klassenkameraden mithalten konnten. "Ich habe damals auch Nachhilfe bekommen - sie erhöht einfach die Chancengleichheit." Seit 2005 ist er Mitglied bei Amnesty International und betreute dort unter anderem Migranten. "Für die Generation meiner Eltern kamen die Integrationsangebote zu spät." Umso wichtiger ist es ihm, jetzt selbst seinen Teil beizutragen und bei Amnesty International etwas zu bewegen.
 

Gesellschaft unter Wasser

 Aber wobei entspannt ein Daueraktiver? Ganz klar: vor dem Aquarium. Momentan bleibt nicht viel Zeit dafür, aber früher hatte Özkan im Keller seiner Eltern riesige Aquarien, in denen er Diskusfische züchtete. Damit verdiente er als kleiner Junge sogar richtig Geld. Özkan erklärt seine Faszination für die Stille der Unterwasserwelt so: "Das Aquarium ist wie eine Gesellschaft im Kleinen, die nach eigenen Regeln funktioniert." Sein Fachwissen über Fische ist beeindruckend - aus gutem Grund: "Nur das Hin- und Herschwimmen der Fische zu beobachten, ist langweilig."

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