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Vom Backpacker zum Diplomat?

Mit Kollegen bei der Simulation einer WTO-Konferenz in Montréal

Mit Kollegen bei der Simulation einer WTO-Konferenz in Montréal

Stipendiat des Monats März 2007

Seinen Bachelor hat Matthias an der University of Oxford in Geschichte, Literatur und Übersetzung mit Auszeichnung abgeschlossen. Der Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung in seinem Masterstudium kam ihm sehr entgegen, denn Matthias hat zwei große Interessen: das Ausland und Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. In eineinhalb Jahren beendet er sein Masterstudium in Paris. Dann könnte er sich vorstellen, als Diplomat für das Auswärtige Amt zu arbeiten. Letzten Sommer hat er bereits ein Praktikum bei der Deutschen Botschaft in Wellington (Neuseeland) gemacht. Besonders gefallen hat es ihm, so viele interessante Leute kennen zu lernen und sich immer wieder mit neuen Themen zu beschäftigen.
 

Das Diplomatenleben
 Als Diplomat wechselt man alle drei Jahre den Einsatzort und das Fachgebiet. "Das Diplomatenleben hat natürlich seine Vor- und Nachteile", weiß Matthias: "Zum einen kommt man viel rum. Andererseits ist der ständige Ortswechsel, besonders wenn man Familie hat, natürlich problematisch." Matthias muss sich daher noch gut überlegen, ob er diesen Beruf wirklich ergreifen will.
 

Erst als Backpacker in Indien
 Aber vielleicht kann er eines Tages auch aus seinem Interesse an Indien einen Beruf machen. Der Bezug zu Indien kommt bei Matthias durch seinen ehemaligen Religionslehrer. Er hat Entwicklungshilfe für Indien geleistet, insbesondere Schulen in Indien unterstützt und Diavorträge über Indien in der Schule gehalten. Nach seinem ersten Studienjahr war Matthias selbst für sechs Wochen in Indien und hat dort an einer Schule Englisch unterrichtet. Bei dieser Gelegenheit hat er die ersten Kontakte für sein TEACH IN-Projekt hergestellt.
 

TEACH IN - Gemeinsam Bildung und Leben teilen
 TEACH IN ist eine gemeinnützige Partnerorganisation des Indienhilfswerks HANDinHAND, die von Studenten betrieben wird. Die Organisation bietet deutschen Studenten die Möglichkeit, an einer indischen Schule eigenständig Englisch zu unterrichten. Ziel ist der aktive Austausch zwischen deutschen Studenten und Schulkindern, Lehrern und Indern. Im Mittelpunkt steht das Teilen – teilen von Bildung und Leben. Die Studenten sollen in Form eines Praktikums erste Unterrichtserfahrung sammeln und zugleich die indische Kultur kennen lernen. Die Schulkinder können im Gegenzug dazu Englischkenntnisse erwerben beziehungsweise erweitern und gleichzeitig etwas über die europäische Kultur erfahren. ""Eigentlich sollte TEACH IN schon die ersten Studenten nach Indien geschickt haben, allerdings gehen in Indien manche Dinge etwas langsamer, wir hoffen nun Ende 2007 beginnen zu können", so Matthias.
 

Das Leben in Indien
 Über das Leben in Indien erzählt Matthias, dass es große Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. "In der Stadt herrscht eine gewaltige Kluft zwischen Arm und Reich. Die Armen, die in der Stadt leben, fallen meisst durch das soziale Netz", berichtet Matthias. Er war schockiert als er sah, dass die Menschen selbst, wenn sie schwer krank, behindert oder verstümmelt sind oft auf sich selbst gestellt waren. "Auf den Dörfern gibt es mehr so etwas wie Nachbarschaftshilfe und die Menschen kümmern sich besser umeinander", erklärt er. Positiv überrascht war Matthias davon, wie gut die Kinder an den Schulen Englisch sprechen. "Das ist eine große Chance für die Kinder", meint er. Es verbessert ihre Perspektiven erheblich.
 

Arbeiten versus Schule
 Für Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren besteht Schulpflicht. Es gibt sowohl staatliche Schulen, die kostenfrei sind, als auch private Schulen, auf die oft nur Kinder reicher Eltern gehen können. "Viele Eltern können ihre Kinder aber noch nicht mal auf eine staatliche Schule schicken, da Schuluniform, Schulbücher und Unterrichtsmaterialien sowie Fahrtkosten zur Schule immer selbst bezahlt werden müssen", erzählt Matthias. Zudem bedeutet ein Schulkind für die Familie immer eine Person weniger, die durch irgendeine wenn auch noch so kleine Arbeit Geld nach Hause bringt.

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