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China - mal nicht autoritär

China, Flagge, Fahne [Quelle: freeimages.com, Autor: Mart1n]

Quelle: freeimages.com, Mart1n

Graffiti, Breakdance, Streetball, Hiphop - und die Vetternwirtschaft von Wirtschaftseliten. Passt nicht zusammen? e-fellows.net-Stipendiat Yanick beweist das Gegenteil. Er promoviert über Missverhältnisse unserer Gesellschaft und führt gleichzeitig ein Label, das Klamotten, Videos und Musik produziert. Außerdem fordert er: Aus Bundespräsident Gauck soll König Gauck werden.

"Ich bin Idealist und versuche, solange es geht einer zu bleiben." - wie pathetisch, könnte man meinen. Yanick aber beweist täglich, dass er lebt, was er sagt. Nehmen wir zum Beispiel H1PNUZ. Bitte? "Na - Hip nuts!" Yanicks Klamottenmarke, die er in Schanghai gegründet hat, um von der chinesischen urbanen Kultur zu erzählen, die nie in der Öffentlichkeit steht. Oder aber das "Spring-Tape": Eine Musikproduktion, die den Frühling vertont - modern, international, cool.

Von Kamerun nach Deutschland, China, Frankreich ...

Aber der Reihe nach: Yanick Kemayou macht sein Abitur in Kamerun, mit 18 zieht er nach Deutschland. Ein Jahr stehen Sprachkurse auf dem Plan, dann beginnt das Studium der Wirtschaftswissenschaften in Paderborn. Während des Studiums macht er ein Auslandssemester in Peking. Das gefällt ihm so gut, dass er für seinen Master nach Schanghai geht. Inzwischen promoviert er an der Universität Paderborn. Das bedeutet: Yanick spricht Französisch, Deutsch, Englisch, Chinesisch - und Spanisch kann er auch. Dabei will er nicht einmal Übersetzer in Brüssel werden. 

Chinesische Graffiti-Künstler? 

Wie viel ihm das Interesse am Ausland nützt, wird erst anschaulich, wenn er von seinen Projekten erzählt: In den ersten Tagen in der Jugendherberge in China lernt er einen Schweizer kennen. Die beiden verstehen sich, hängen ab und gründen ein Label: H1PNUZ. "Wir haben damit begonnen für die vielen Jugendlichen, die Skateboard fahren und auf Basketball stehen, Graffitis malen oder Musik machen, Veranstaltungen zu organisieren - kostenlos. Wir haben Hallen gemietet und Skatecontests oder Streetball-Turniere veranstaltet." Inzwischen ist die Marke nicht mehr nur Veranstalter für kleine Events in Schanghai und Umgebung. In Deutschland hat Yanick das Konzept nämlich umgestaltet: H1PNUZ ist eine Klamottenmarke, Sponsor für ausgewählte Extremsportler und Label für Musik- und Videoproduktionen - für kleine Projekte, die dem Team am Herzen liegen. "In Europa hat man keine klare Vorstellung von chinesischer urbaner Kultur. Man hört ja schließlich auch nichts von ihr. Das fanden wir erstaunlich und ändernswert."

Kunden für die Klamotten, die das Produkt kennen und schätzten, haben sie schon durch die Veranstaltungen in China gewonnen. Aber die Truppe vereint junge Menschen aus der ganzen Welt - Fans und Mitarbeiter. Bei der neuen Kollektion ist beispielsweise eine Designerin aus Athen an Bord. Yanick ist wie immer für das Konzept verantwortlich. 

Unzivilisierte Jugendliche? Von wegen.

Eine ähnliche Intention hat ein Videoprojekt, an dem er mit Freunden arbeitet: Es porträtiert fünf junge Europäer und ihre Leidenschaften - das Auflegen, Breakdancen, Skateboarden, Basketball-Spielen oder Graffiti-Malen. "Dahinter steckt die Idee, urbane Kultur zu zeigen, die in der Gesellschaft noch nicht als solche anerkannt ist." 

So klingt der Frühling

Yanick lässt auch für das neue Musikprojekt seine internationalen Kontakte spielen: Auf einer Mix-CD interpretieren verschiedene Künstler den Frühling. Sechs Nationen wirken mit - Bands aus China, Chile, Brasilien, Spanien, Frankreich und Deutschland. Gemixt und gemastert wird das Ganze im Tonstudio eines Freundes. 

Wissenschaft - der Verstand der Welt

All das widerspricht Yanicks Interesse an der Wissenschaft nicht. "Sobald es auf eine Frage keine richtige Antwort gibt, ist für mich ein gutes wissenschaftliches Thema gefunden. Und solange mir die Wissenschaft interessante Anreize liefert, bleibe ich ihr treu." Zur Zeit steht er vor Studenten und versucht, sie für die mangelhafte Moral von Wirtschaftseliten zu sensibilisieren. Er kann sich beides für die Zukunft vorstellen: die Wirtschaft und die Szene. 

e-fellow Yanick über sich

Ich bin e-fellow, weil ...

... We The Best.

Experte bin ich im ...

... Verärgern von Familie und Freunden - da ich angeblich nie Zeit habe.

Gar nicht geeignet bin ich dafür, ...

... unproduktiv Zeit vergehen lassen.

Wenn ich nicht studiere, dann ...

... bin ich entweder auf der Suche nach Inspiration oder dabei diese Inspiration in unterschiedlichen Projekten zu verarbeiten.

Wenn ich etwas Grundlegendes ändern könnte in Deutschland, dann ...

... würde ich aus dem Bundespräsidenten einen Monarchen machen. Langfristig wäre das billiger für den Steuerzahler.

In zehn Jahren ...

... ist mein Neffe 18 Jahre alt und erklärt mir, weshalb Idealismus wichtig ist.

Mein größter Traum ist es, ...

... dass die Revolution endlich mal im Fernsehen läuft.

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Kommentar (1)

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  1. Daniel B

    "Gefällt mir"

    Interessanter Artikel und offensichtlich ein toller Typ! Hätte gern noch etwas mehr gelesen.

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