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Wassermann liebt Schoko-Kuchen

Thomas beim Schwimmen

Thomas beim Schwimmen

"Move" wäre wohl der Titel, würde jemand einen Film über Thomas Leben drehen. Ob den eigenen Körper oder seine Umwelt, irgendetwas bewegt Thomas immer - sogar die Daumen der e-fellows. Ende 2009 kürte die Community in einem Wettbewerb die kreativste Lerntechnik. Thomas beschrieb, wie er Folien mit Matheformeln auf einen Schwimmbecken-Boden klebte. So lernte er quasi im Vorbeischwimmen und landete auf Platz eins.
 

Nischensport: Schwimmen

 Wie kommt man auf so eine Idee? Ganz einfach, Thomas ist Dauerschwimmer. Das liegt an den tollen Freunden, die er damals mit fünf Jahren im Schwimmkurs kennenlernte. Die waren so nett, dass Thomas Fußball und Tennis sausen ließ und seine gesamte Freizeit im Wasser verbrachte. Er trainierte sechsmal die Woche und durchstreifte Deutschlands Schwimmhallen im Wettkampf-Fieber. Irgendwann aber hätte die Schule unter dem Training gelitten. Das wollte Thomas nicht und suchte sich eine Nische: Langstreckenschwimmen.
 

Tausche Rekord gegen Körpermasse

 Das Ziel: in einer bestimmten Zeit möglichst viel schwimmen - in Thomas Fall 24 Stunden. Die Strategie: Zwei Stunden schwimmen, kurz raus, essen. Schlafen? Fehlanzeige. Wie hält man das durch? "Sich nach den Pausen wieder hochquälen, wieder ins Wasser steigen. Irgendwann ist es egal, wie gut du schwimmen kannst", sagt Thomas. "Es kommt nur noch auf den Willen an." Thomas wollte und schaffte 42 Kilometer – Europarekord für seine Altersklasse. Dafür brauchte er 18 Stunden und verlor fünf Kilo - an einem Tag! Zwei Jahre ist das her, aber Thomas zehrt noch heute von der Erfahrung. Er weiß, dass es weiter geht, auch wenn er denkt, er hätte keine Kraft mehr.
 

Vom Wassermann zum Ironman

 Diese Erfahrung will er weitergeben, darum trainiert er heute den Schwimm-Nachwuchs. Außerdem ist er Startrichter bei Wettkämpfen. Das gibt ihm das Gefühl, dass er etwas zurückgeben kann – denn Thomas hat selber von Trainern und Helfern profitiert. Seine Zukunft aber sieht er woanders. Zwar trainiert Thomas wieder Sprints mit dem Uni-Team und bezwang noch zweimal schwimmend eine 20-Kilometer-Strecke, aber für Olympia wird es nicht reichen. Dafür würde er gerne einen Ironman in Deutschland mitmachen. "Das Schwimmen ist leicht, Rennradfahren auch, aber das Laufen muss ich trainieren", erzählt er lässig.
 

Kuchen für Karpfen

 Kein Wunder, denn er ist auch früher öfter mal am Wochenende 200 Kilometer Rennrad gefahren in zwei Tagen. Vom Haus seiner Eltern bei Marbach bis zu ihrem Wohnwagen am See und wieder zurück. Was er da macht? Beim Angeln die Ruhe genießen. Thomas ist eben ein echter Wassermann – und dabei mag er gar keinen Fisch. Wenn er welchen fängt, dann gibt er ihn seiner Oma und bekommt dafür Schokoladenkuchen. Ein guter Tausch.
 

Wochenend-Abstecher in die Politik

 Diese Ausflüge sind allerdings seltener geworden, seitdem Thomas in Karlsruhe studiert. Trotzdem fährt er noch regelmäßig zurück nach Marbach. Immer dann, wenn sich seine Juso-Ortsgruppe trifft. Zusammen mit e-fellow Bastian und vier anderen Mitstreitern hat er die in seiner Schulzeit gegründet. Am Ende waren sie 15 Mitglieder und bald feiern sie zweijähriges Jubiläum. Die Gruppe besucht Podiumsdiskussionen und betreut Infostände. "Politikverdrossenheit nervt mich total, Schlechtrederei auch", kommentiert Thomas seinen Einsatz.
 

Großes Kino

 Neben Sport und Politik, hat Thomas noch eine andere Leidenschaft: Kino. Auch hier begnügt sich nicht damit, Zuschauer zu sein. Lange hatte Marbach kein Lichtspielhaus, bis ein zugezogener Regisseur die Sache anpackte. Er wollte im Ort ein Kino bauen, doch ihm ging das Geld aus. Daraufhin gründeten Thomas und seine Freunde eine Film-AG, sammelten Spenden und warben für Unterstützung in der Bevölkerung. Teile des Kinos bauten sie sogar selbst. Außerdem lernte die AG, Filme zu drehen und zu schneiden. Sie produzierten zwei Kurzfilme, die zur Kino-Eröffnung im letzten November über die Leinwand liefen. Inzwischen ist das Marbacher Kino fester Bestandteil des Ortes. Thomas zeigt stolz seine lebenslange Dauerkarte und lehnt sich entspannt im Kinosessel zurück - ausnahmsweise mal.

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