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Der Retter der einsamen Manager

Georg Stipendiat des Monats Dezember 2011 in Bibliothek

Priester, Anwalt, Politiker oder doch Philosoph: Georg hat mehr als eine Handvoll Talente, und seine Interessen sind so breit wie der Pazifik. Derzeit hilft er Mittellosen bei rechtlichen Problemen, will aber später einmal Manager dabei unterstützen, sich gegen Intrigen zu verteidigen.

Mit 16 hat Georg sein erstes Buch veröffentlicht. Eine wissenschaftliche Erörterung zur "Macht und Allmacht Gottes bei Wilhelm von Ockham". Es ging ihm weniger darum, seiner Meinung Gehör zu verschaffen, als um den Wunsch, etwas zu veröffentlichen. Er hatte eigenständig nach einem Thema und einem Verlag gesucht - niemand hatte ihm den Anstoß dazu gegeben.

Ein utopisches Manifest

Später - Georg ist schon Student - folgt sein politisches Manifest "der einfachstaat". Hierin fordert Georg eine Konsumsteuer und ein bedingungsloses Bürgereinkommen. Nach dem Idealmodell würden alle Bürger zirka 500 Euro im Monat vom Staat bekommen - für jeden das Gleiche und ohne irgendwelche Bedingungen. "So kann man das Engagement der Leute fördern. Denen helfen, die arbeiten wollen."

Mit der Konsumsteuer soll nicht mehr die Arbeit besteuert werden, sondern ausschließlich das Kaufen. Nach Georgs Entwurf würde es auf Dinge des täglichen Lebens niedrigere Steuern geben und auf Luxusgüter höhere. Somit wäre die soziale Balance wiederhergestellt. Der Staat würde dadurch einiges an Bürokratie und somit auch an Kosten sparen. Dieses ersparte Geld könne dann wieder in das Bürgereinkommen fließen. "Eine Utopie", wie er selbst gesteht. Was ihn aber nicht davon abhält, über Lösungen für wirtschaftliche und soziale Probleme zu grübeln.

In den Fußstapfen der "Legal Clinics"

Mittlerweile ist Georg 19 und hat schon den ersten Fuß in die Welt der Juristerei gesetzt. Im September gründete er mit Freunden "Student Litigators" - die erste selbstständige studentische Rechtsberatung in Deutschland. "Wir betreten Neuland und schaffen einen Präzedenzfall." Vor 2008 nämlich konnte man nur als Anwalt bei Rechtsproblemen helfen - "nicht einmal die Schwester hätte man beraten dürfen." Heute darf man unter anwaltlicher Anleitung auch als Jura-Student schon kostenlose Rechtsberatung anbieten.

Obwohl ihr Projekt noch in den Windeln liegt, bekommen die "Student Litigators" jeden Tag mindestens eine E-Mail mit einer Anfrage. Beratung bieten sie für alle möglichen Probleme, und das "pro bono" - also gratis. Die "Anwälte für den kleinen Mann". Sie helfen zum Beispiel, wenn jemand einen Mietvertrag mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr unterschrieben hat und wegen des Studiums jetzt doch umziehen muss. Ein anderer wurde auf einer Party verletzt und fordert nun Schmerzensgeld. Mindestens genauso viele E-Mails bekommen sie jeden Tag von anderen Jura-Studenten, die auch "Student Litigators" werden wollen.

Manager brauchen auch einen guten Anwalt

Der Anwalt des kleinen Mannes will Georg jedoch nicht für immer bleiben. Sein Ziel ist es, Anwalt des großen Mannes zu werden. Denn er möchte bei den "großen Deals" mitmischen: öffentliche Übernahmen, Unternehmenskäufe oder Umstrukturierungen. "Auch Manager haben einen guten Anwalt verdient." Bei all den Intrigen, Sorgen und Haftungsfallen stünden die Führungskräfte nämlich oft alleine da. Kommt es zu einer öffentlichen Übernahme, bedeutet das nicht selten das "Aus" für das gesamte Management.

Aktuelle Politik kritisch betrachtet

Neben Jura, BWL und Theologie ist Politik auch ein Thema, mit dem Georg sich auskennt. Er ist Mitglied der CDU Bonn und in der Jungen Union Deutschlands. Zu aktuellen Themen hat er auch aus juristischer Perspektive eine eigene Meinung. Für ihn kommt die Energiewende einer Enteignung der Stromkonzerne gleich. Erst hatte man die Laufzeit auf mehrere Jahrzehnte verlängert. Nach dem Tsunami in Japan Anfang 2011 und der anschließenden Atomkatastrophe wurde die Laufzeit auf einmal stark vermindert.

Verantwortung für andere

"Das Wichtige für Leute mit großem Talent ist es, sich nicht irgendwann abzukapseln und dem Egozentrismus zu verfallen." Mit den Gaben und Talenten, die jeder besitzt, hat man auch eine Verantwortung für andere Menschen. "Ich bin ein ganz normaler Mensch. Man muss eben einen Mittelweg zwischen Normalsein und Etwas-Besonderes-Sein finden."

Bei all den Projekten findet Georg aber auch noch Zeit für seine Hobbys: Tanzen, Jagen und Querflöte. Auch wenn er vielleicht nicht Zeitreisen kann - sein Zeitmanagement muss wie er außergewöhnlich sein.

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Kommentar (1)

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  1. Jan-Gero Alexander Hannemann

    Beeindruckend. Weiter so Georg! :-)

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