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Dem Tumor auf der Spur

Stipendiat des Monats Dezember 2010 Japan 174x100

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Stipendiat des Monats Eric schreibt zurzeit gleich an zwei Doktorarbeiten. Wenn alles nach Plan läuft, kann er sich bald mit den Titeln Dr.med. und Dr.rer.nat. schmücken. Allerdings geht es ihm keineswegs darum, seinen Namen um ein paar Silben zu verlängern: 'Innovationen in der Medizin verlangen ein tiefes Verständnis auf molekularer Ebene', meint Eric.

Doppelt forscht besser
Ausgestattet mit dem Wissen in diesen beiden Fächern versucht er, Gehirntumore aufzuspüren. Als zukünfrtiger Doktor der Naturwissenschaften sucht er nach Markern für sogenannte Tumorstammzellen – Krebszellen, die wesentlich für das Wachstum eines Tumors verantwortlich sind. Als zukünftiger Doktor der Medizin entwickelt er zurzeit ein "Navigationssystem für OPs" - ein Gerät, das dem Chirurgen während der Operation an einem Gehirntumor computergenerierte, dreidimensionale Bilder vom "Tatort" liefern soll. Der Arzt kann damit präziser bösartiges Gewebe entfernen und gesundes Gewebe schonen.

Ein Navi für die OP
Angefangen, an solchen "OP-Navis" zu arbeiten, hat Eric bereits mit 23 Jahren. Als Mitglied eines interdisziplinären Forscherteams aus Medizinern und Informatikern entwickelte er ein solches Operationssystem - damals noch für die Brustkrebschirurgie.
 
Nachdem das Team zunächst Businessplan-Wettbewerbe auf nationaler Ebene gewonnen hatte, setzte sich ihr Unternehmen "Navaris Medical" sogar in der internationalen Ausscheidung durch – und das bei harter Konkurrenz: Über 1.000 andere Unternehmerteams aus der Hochtechnologie nahmen an dem internationalen Unternehmer-Wettbewerb an der UC Berkeley teil. Mit den 25.000 US-Dollar Preisgeld holten die jungen Forscher das Geld für die Gründung wieder herein. Heute heißt das Unternehmen "Surgic Eye GmbH", geht in die dritte Finanzierungsrunde und hat 20 Mitarbeiter.

Lieber forschen als operieren
Warum hat sich Eric dann aus so einem erfolgreichen Projekt zurückgezogen? Schweren Herzens habe er sich dazu entschieden. Doch er will an der Uni weiterforschen, um ein vergleichbares System für Gehirntumore zu entwickeln. Mit solchen Innovationen könne man "Patienten in der Zukunft sicherer und zielgenauer behandeln. Es gibt viel zu tun auf diesem Gebiet." meint Eric.

Ein Nordlicht in Japan
Ein angenehmer Nebeneffekt von Erics Forscher-Dasein ist, dass er durch Forschungsaufenthalte und Kongresse viel in der Welt herumkommt. Besonders gut hat es ihm in Japan gefallen, wo er Gastforscher an der Shinshu University in Matsumoto war: "Die Japaner sind besonders gute Gastgeber. Und jeden Tag frischen Fisch zu essen, war für mich als gebürtiges Nordlicht genau das richtige."
 
Und wenn Eric nicht gerade im Labor oder im Auftrag der Wissenschaft unterwegs ist? "Dann finde ich auf den Skibrettern Ausgleich vom häufig chaotischen und hektischen Alltag. Oder im Segelboot auf den bayerischen Seen, die ja direkt vor der Haustür liegen."

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