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Rauschen im Quanten-Meer

People Stipendiat Dezember Andre Schnorchel 174x100

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"Ich schwankte zwischen Mathe und Physik." erinnert sich André. Als sein Vater dann sagte: "Studier was Vernünftiges!", war klar: Es muss Physik werden. "Ich glaube aber, er dachte eigentlich eher an Medizin oder Jura." lacht André. Trotzdem war es die richtige Entscheidung.
 

Teilchen-verliebt
 André ist leidenschaftlicher Physiker. Bereits während des Zivildiensts begann er ein Fernstudium an der Uni Kaiserslautern. Zum zweiten Semester verschlug es ihn dann nach Konstanz. Dort bewegte er sich in den bunten Grenzgebieten der Physik. Dort, wo Mathe und Physik verschmelzen, suchte er nach Antworten auf die große Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält. André verliebte sich in die Elementarteilchen und folgte ihrem Ruf an die Humboldt-Uni nach Berlin. Dort konnte er sich auf die kleinsten Teilchen spezialisieren.
 

Magische Klänge
 Doch André ist nicht nur Naturwissenschaftler. Er ist auch Theater- und Film-Liebhaber, und er mag Harry Potter. Wie passt das zusammen? "Wir Physiker sind gar nicht so trocken und vernünftig, wie immer alle meinen", schmunzelt André. Er selber ist sogar heimlicher Rocker. Während der Oberstufe lebte er zwei Jahre nur für seine Gitarre. Dazu hatte er dann im Studium erst mal keine Zeit mehr. "Jetzt habe ich meine Gitarre endlich nach Berlin geholt – ich muss nur noch eine Band finden, die schlecht genug für mich ist."
 

Opposition
 Bis er die gefunden hat, lebt André einfach seine politische Ader aus. Seit einem Jahr ist er bei der SPD aktiv. Er besucht Podiumsdiskussionen, organisiert Themenabende und berät an Infoständen. Für die Bundestagswahl hat er Flugblätter verteilt und im Wahllokal gearbeitet. War er geschockt von der Niederlage seiner Partei? "Ein bisschen enttäuschend ist es schon. Aber ich bin in der Opposition ganz zufrieden. Die große Koalition wollte keiner wiederholen - Alternativen hatten wir nicht. Da ist es so besser." Viel schwerer traf André der Schlag nach der Europawahl. Diese Niederlage hatte er nicht erwartet - im Gegensatz zur Bundestagswahl. "Ich war einen Tag lang deprimiert", erinnert er sich.
 

Meer Berlin
 Um wieder auf andere Gedanken zu kommen, fährt André gerne ans Meer. Wenn Berlin einen Strand hätte, dann wäre die Stadt perfekt für ihn. Trotzdem plant André auch Expeditionen ohne Meer-Wert. Zwischen Diplomarbeit und Promotion will er durch die USA fahren. Irgendwann dann würde er gerne mit der transsibirischen Eisenbahn reisen und sein Russisch aufmöbeln.
 

Kinder und Quanten
 Wichtiger ist aber erst mal die Wissenschaft. André träumt davon, etwas zur Physik beizutragen, das noch in 100 Jahren gilt. Aber er will auch was von der Welt sehen – fremde Meere rauschen hören. Und dann stehen auf seiner Liste noch so "profane" Dinge wie Familie und Kinder. Gut, dass André dabei noch Zeit für die Community findet.
 

Daumen-Supermann
 Dort ist André bekannt für seine "großardtigen" Postings, die ihm schon fast 4.000 Daumen eingebracht haben. Ob anonymes Gruscheln oder amerikanische Politik, Teleportation oder Herrschaftssysteme - André ist mit dabei. Wie schafft er das bloß? "Ich prokrastiniere viel", gibt er zu, "aber es lohnt sich wegen der tollen Diskussionen". Hoffentlich lenkt ihn das nicht zu sehr von seiner geplanten Promotion ab. Am liebsten würde André sich mit Quantengravitation befassen – seine große Leidenschaft bleibt eben doch die Physik.

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