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"Mit gutem Kaffee ist es wie mit gutem Wein!"

Kaffeebohnen (Quelle: freeimages.com, hux)

Quelle: freeimages.com, hux

Jura in Passau, BWL an der ESCP in Berlin und Paris, LL.M. in Sydney und jetzt sein eigenes Unternehmen – Hans Christian Stier hat mit 28 Jahren schon eine steile Karriere hingelegt. Wie er das geschafft hat? Mit einer zündenden Idee am Kaffeeautomaten von 'Freshfields Bruckhaus Deringer'.

Während seines Jura-Studiums an der Universität Passau wusste Hans schnell, dass er nicht Anwalt werden wollte. Er zog sein Staatsexamen in sechs Semestern durch und machte danach einen Master of European Business an der ESCP Europe in Berlin und Paris. "Nach dieser Zeit wollte ich noch mal so richtig ins Ausland – maximal weit weg. Und so zog es mich nach Australien", erzählt Hans. An der University of Sydney absolvierte er seinen LL.M. in Umweltmanagement.

Danach ging es erfolgreich weiter. Über e-fellows.net schrieb ihn ein Mentor von "Clifford Chance" an und verhalf ihm zu seinem Job als wissenschaftlicher Mitarbeiter, zum "Paralegal", bei der renommierten Kanzlei. Nach einem dreiviertel Jahr bekam er bei der RWE AG, einem Klienten von Clifford Chance, einen Job als Assistent der Geschäftsleitung.

Vom Steuerrecht zur Business-Idee

Für ein Compliance-Handbuch "Energiesteuerrecht in deutschen Unternehmen" saß er dann auch in der Steuerrechtsabteilung von Freshfields Bruckhaus Deringer. Bei einer Nachtschicht kam er am Kaffeeautomaten im 23. Stock der Kanzlei auf die Idee, wie er sein eigenes Start-up-Unternehmen aufziehen wollte: Der Trend gehe zurück zu kleinen Kaffeeröstereien im Kiez, die schonend bessere Kaffees rösteten, statt auf industrielle Röstung zu setzen. Außerdem müsse es doch einen Weg geben, lange Transportwege und -kosten zu umgehen! Erster Schritt: Hans ordert sich noch am selben Abend eine Heimröstmaschine. Die Idee zu "Kaffee Toro" war geboren!

Der feine Unterschied

Schnell nimmt alles seinen Lauf: Er sucht sich Investoren, einen Kaffee-Experten - Karl-Heinz Rieser, Ex-Tchibo Chefeinkäufer - reist nach Seoul zur weltgrößten Kaffeemesse, um dort den Hersteller seiner "All-in-One"-Röst-Mahl-Brühmaschine zu finden, stellt Marktforschungen an. Nach einiger Zeit macht sein bis dahin versammeltes Team "brand tastings", Kaffeeverköstigungen, in mehreren Unternehmen. "Was den Unterschied zu 'herkömmlichem' Kaffee ausmacht, ist unser 'Single-Origin'-Anspruch: man kann mit der mitgelieferten Maschine die grünen, ungerösteten Bohnen einer einzigen Kaffee-Rebsorte selbst rösten und brühen. Das garantiert die Frische und den Geschmack." Kaffee Toro bezieht seine Kaffeebohnen direkt von Plantagen aus Äthiopien, Brasilien, Guatemala und Indien. Hans mag am liebsten eine der äthiopischen Kaffeesorten, die schmecke so erdig-herb. "Die Mädels aus dem Marketing dagegen mögen am liebsten die Sorte Bara Phara aus Indien, die schmeckt eher blumig. Das ist wie bei einem guten Wein, auch bei Kaffee kann man seine Lieblings-Rebsorte entdecken."

Der Nervenkitzel der Selbstständigkeit

Sein größter Antrieb war sein Wunsch nach Selbstständigkeit. "Meine Leidenschaft für guten Kaffee, verbunden mit meinem Steuerrechtswissen – Stichwort: 'Directtrade' - und natürlich die Überzeugung von meinem eigenen Konzept haben mich motiviert. Klar gibt es bei einer Start-up-Gründung auch immer Phasen in denen man zweifelt, gerade, wenn das Geld mal knapp wird. Aber eigentlich ist es dieser Nervenkitzel, der einen dazu bringt, so richtig Gas zu geben, da dann der Druck steigt, es gut zu machen", erzählt er. Besonders die deutsche Bürokratie mache vieles unnötig schwer. Aber auch dieses Hindernis hat das Kaffee-Toro-Team gemeistert. "Kaffee Toro", woher kommt eigentlich der Name? Hm, schauen wir noch mal auf seinen Nachnamen.

Das Kaffee-Team wächst weiter

Massenweise Vorbestellungen, Eigenröstung in Berlin, "Cross-Selling"-Produkte wie Müsli, Zuckersticks und Konferenzkekse: das kleine Unternehmen wächst und wächst. Im Moment arbeitet ein zehnköpfiges Team für Kaffee Toro, einschließlich Teilhaber Philipp Gaerte, ein ehemaliger Kommilitone von Hans. Bis Weihnachten möchte er gerne auf 27 Mitarbeiter kommen. Die größte Herausforderung für sein Start-up? "Den Kaffeeriesen Marktanteile wegnehmen!"

e-fellow Hans über sich

Ich bin e-fellow,...

weil sich meiner Meinung nach kein anderes Studentennetzwerk so aktiv und hochwertig um seine Stipendiaten kümmert, sei es mit den neusten Jobangeboten, interessanten Tipps für Vorstellungsgespräche und regelmäßigen Workshops in exzellenten Unternehmen. Nicht zuletzt freue ich mich immer wieder über den Gedankenaustausch mit interessierten und spannenden Leuten in der Community.

Ich habe mich für Jura entschieden,...

um den deutschen Rechtstaat und das Funktionieren unserer Gesellschaft zu verstehen. Auch wenn es vielen als trocken erscheint, ist Jura sehr vielfältig und unglaublich menschennah. Immer wird gestritten - da wird es nie langweilig.

Experte bin ich ...

inzwischen für Kaffee – und für Gründen im "Bootstrapping", also im Selbstaufziehen eines Unternehmens mit dem Top-Tier "Business Angels", aber mit geringen Ressourcen. Kann ich nur jedem empfehlen: Nicht so viel drüber reden, einfach machen!

Gar nicht geeignet bin ich ...

für Verwaltungsarbeit oder alles, was mit "damit macht man nichts falsch" umschrieben werden kann. Bei schnödem Aktenwälzen würde mir bald die Decke auf den Kopf fallen. Ich mag's dynamisch und möchte neue Ideen entwickeln und umsetzten.

Meine Buchempfehlung für die e-fellows:

"Schuld" und "Verbrechen" von Ferdinand von Schirach sind super und "Operation Schneewolf" von Glenn Meade kann man einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Mein größter Traum ist es,...

selbständig zu arbeiten und eigene Ideen in die Wirklichkeit umzusetzen. Ich bin überzeugt, dass man mit Träumen und dem Willen Anzupacken die Welt ein Stück weit verändern kann.

In zehn Jahren ...

habe ich mit einer hoffentlich schlauen Idee und meinem coolen Team ein eigenes Unternehmen groß gezogen. Vielleicht auch zwei oder drei.

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