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Felix sorgt für frischen Wind

Zusammen mit seinen Mitschülern legte Felix einen grünen Pausenhof an.

Zusammen mit seinen Mitschülern legte Felix einen grünen Pausenhof an.

Als Felix sich wie viele andere Abiturienten in der Community-Gruppe "Abi 2009" vorstellte, fiel als erstes auf: Wow, der hat schon mal drei Jahre in Malaysia gelebt. Und weil wir gerne mal einen ganz "frischen" Stipendiaten aus der großen Schar der Abiturienten vorstellen wollten, war Felix natürlich ein interessanter Kandidat. Aber wer hätte gedacht, dass es in seinem Leben viel spannendere Stationen gibt als Malaysia?
 

Mehr erneuerbare Energien!

 Felix hat die Zeit vor dem Abi nämlich unter anderem dazu genutzt, um eine Solaranlage für das Dach seiner Schule zu planen. Angefangen hat das Ganze mit seiner Facharbeit. Die schrieb er über "Die Umstellung auf erneuerbare Energien und deren Potenzial im Kreis Bad Dürkheim". Und stellte dabei fest, dass in seiner Heimat deutlich weniger Strombedarf durch erneuerbare Energien gedeckt wird als durchschnittlich in Deutschland. Zeit, das zu ändern, fand Felix. Bei der Recherche für die Arbeit hatte er sich gut ins Thema eingearbeitet und Kontakt aufgenommen zu Metropolsolar, einem Netzwerk für erneuerbare Energien in der Rhein-Neckar-Region. Sie unterstützten ihn nicht nur dabei, seine Facharbeit öffentlich vorzustellen, sondern auch dabei, seinen Plan in die Tat umzusetzen.
 

Die Schule als Energieversorger

 Aber wohin mit der Solaranlage? Da kam Felix zusammen mit einem Freund seine Schule in den Sinn: großes Dach - perfekt! Felix stellte der Schule und dem Kreis den Plan vor und arbeitete sich in die Themen Firmengründung und Finanzierung ein. Mit Erfolg: Bald wird die Solaranlage umgesetzt, und zwar über eine Betreibergesellschaft, an der sich die Bürger beteiligen können. Folgeprojekte an anderen Schulen sind auch schon in Sicht. Mit dem Geld, das die Schule durch die Verpachtung ihres Dachs an den Solaranlagenbetreiber verdient, sollen Projekttage, Ausflüge und Vorträge zum Thema "Alternative Energien" an der Schule finanziert werden. Und auch seine eigene Weiterbildung auf dem Gebiet treibt Felix voran: Momentan ist er Praktikant bei juwi, einem Projektentwickler für Wind-, Solar- und Biogasanlagen.
 

Vom Lückenbüßer zum Schülersprecher

 Aber woher kommt der Wille, Dinge anzupacken und etwas zu bewegen? Mehr durch Zufall wurde Felix Schülersprecher: "Ich bin mit meinem Freund zu einer Versammlung der Schülermitverwaltung gegangen, und plötzlich wurde noch ein dritter Kandidat für die Wahl zum Schülersprecher gesucht. Ich dachte eigentlich, ich solle eher Lückenbüßer spielen - am Ende wurde ich dann gewählt." Und er hatte richtig Spaß daran, sich zu engagieren und auch auf Landesebene ein bisschen mitzumischen. Im Nachhinein ist Felix froh, wie alles gekommen ist: "Das war wahrscheinlich eine der wichtigsten Stationen in meinem Leben. Ich habe viel gelernt und gemerkt, dass man so einiges in Gang bringen kann."
 

Wo Felix hinkommt, wird es grüner

 Und wenn Felix sich einer Sache annimmt, dann gerne, um sie grüner zu machen. Zusammen mit Mitschülern hat er einen Oberstufen-Pausenhof geplant und umgesetzt, denn: "Unser eigentlicher Pausenhof besteht nur aus Beton." Jetzt gibt es dazu eine Alternative mit viel Natur, selbstgezimmerten Bänken und Kiesweg. Ungefähr 370 Arbeitsstunden haben die Schüler in den neuen Pausenhof gesteckt - und sind dafür sogar mit einem Landespreis ausgezeichnet worden.
 

Kein Forscher im Elfenbeinturm

 Und jetzt, nach dem Abi - wo soll es da hingehen? Physik, Elektrotechnik, Maschinenbau? "Mir fällt es schwer, mich festzulegen", meint Felix. Schon in der Schule lagen ihm Physik und Mathe am meisten. "Irgendwie finde ich es immer wieder spannend, für einen Zusammenhang Formeln aufzustellen und etwas Nützliches daraus zu errechnen." Trotzdem sieht er sich nicht als Forscher im Elfenbeinturm – "ich muss auch mit Menschen zu tun haben!" Und er hofft auf eine Generalistenausbildung, die ihm viele Wege offen lässt.
 

Ausflüge mit der malayischen Sultana

 Gut, und Malaysia war natürlich auch nicht ganz unspannend. Immerhin passiert es nicht alle Tage, dass man mit dem Sohn und dem Cousin des Sultans auf eine Schule geht und die Sultana Ausflüge für die Schüler organisiert, zum Beispiel zum Armeestützpunkt. Felix war acht Jahre alt, als sein Vater nach Malaysia versetzt wurde, um dort ein Industriewerk aufzubauen. Plötzlich lebte er mitten im Dschungel und musste schnell Englisch lernen, um sich mit seinen Mitschülern verständigen zu können. Und sich an Plastik-Weihnachtsbäume gewöhnen und an Nudelsuppe zum Frühstück statt Wurst und Käse. Nach dem Abi war er wieder ein paar Wochen in Malaysia - diesmal allerdings nur für einen Urlaub. Aber ein paar Semester dort studieren oder Praktikum machen, das wäre schon toll, findet Felix. Die Malayen können sicher auch gut Solaranlagen gebrauchen.

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