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Die Zufälle des Menschenflüsterers

Matthias im Europaparlament in Brüssel (Quelle: e-fellows.net)

Matthias im Europaparlament in Brüssel (Quelle: e-fellows.net)

Matthias ist wie eine Wundertüte, er steckt voller Überraschungen. Er ist Fachmann für alles, was mit dem Computer zu tun hat. "Aber ich kenne mich auch mit den Menschen aus", sagt der 20-jährige Nürnberger. Liegt das vielleicht an seinem IQ?
 

"The map is not the territory."

 Dass viele Dinge nicht so sind, wie sie zuerst erscheinen, hat Matthias schon sehr früh geahnt. "Bereits als Kind habe ich ständig alles hinterfragt und nach anderen, besseren Wegen gesucht." Er wartete nicht erst bis zum Abitur, um mit dem Studium anzufangen oder Arbeitserfahrung im Management zu machen. Matthias hat sich seinen eigenen Weg gebahnt, die Richtung haben aber glückliche Umstände vorgegeben, denn er ist überzeugt: "Je genauer du planst, umso härter trifft dich der Zufall". So kam ihm die Schülerfirma Löhe-Network-Company gelegen, um seine IT-Kenntnisse einzubringen. "Ich habe überall mitgearbeitet: vom Management, bis zum Kabelverlegen und dem Aufbau von Serverschränken und W-Lan-Netzwerken". Diese Dienstleistungen der Schülerfirma liefen so erfolgreich, dass Matthias zusammen mit seinem Team 2004 den Förderpreis des Bundesverbands Junger Unternehmer erhielt.
 

Der Menschenflüsterer

 Einem glücklichen Umstand hatte Matthias auch seinen Job als Streitschlichter zu verdanken. Die Idee dazu kam von der Religionslehrerin, die Techniken zur Konfliktlösung an ihre Schüler weitergab. Matthias war davon so fasziniert, dass er einen Schritt weiter ging. Er ließ sich zum Mediator für Gleichaltrige ausbilden. Dabei wurde ihm eins klar: "Die Menschen ärgern sich unnötig. Wenn man versucht, die Motive des anderen nachzuvollziehen und zu verstehen, kann man Konflikte im Keim ersticken". Die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, sagt für Matthias viel aus über einen Menschen. "Wir sollten festgefahrene Denkweisen verlassen und uns mehr auf das konzentrieren, was wir nicht kennen. Dann argumentieren wir automatisch konstruktiver", sagt er.
 

Gestatten, Autodidakt

 Zu seinem Frühstudium kam Matthias - wie sollte es anders sein - auch über einen Zufall. "Eine Fernsehsendung hat mich auf die Idee gebracht". Ab der 12. Klasse bekam er zwei Tage in der Woche frei von der Schule für das Studium. Die Lehrer seiner Leistungskurse in Mathematik und Physik bestätigten, dass Matthias den Schulstoff auch außerhalb des Unterrichts schaffen würde. Sie behielten recht. "Schule und Uni gleichzeitig hat prima geklappt. Zur Uni musste ich pendeln, also habe ich während der Zugfahrt gelernt oder Schulstoff nachgearbeitet". Das eigenständige Lernen liegt Matthias aber ohnehin viel mehr als Wissen vorgekaut zu bekommen. "Auch heute gehe ich nur zu Vorlesungen, wenn mich der Professor interessiert, nicht wegen des Lehrstoffs. Den eigne ich mir lieber selbst an".
 

Was ist Intelligenz?

 Eine schnelle Auffassungsgabe musste Matthias jedenfalls für die Zulassung zum Frühstudium nachweisen. Zum Auswahlverfahren gehörte neben Motivationsschreiben und Interview auch ein Intelligenztest. "Ich hab ihn bestanden, weiß aber nicht die genaue Punktzahl." Sie muss über 130 gelegen haben - die Schwelle zum Frühstudium und zur Aufnahme in Mensa, einem Verein für Hochbegabte. Matthias ist sein genauer IQ egal. "Die Punkte geben ja nur kognitive Fähigkeiten wieder, Intelligenz ist aber viel mehr."
 

Ein Mönch mit Familie

 Träume sind für viele Wünsche oder Zukunftsvisionen, für Matthias dagegen nur ein nächtliches Schlafphänomen. Alles, was er für sein späteres Leben plant, nennt er lieber ein Ziel. "Luftschlösser Bauen ist nichts für mich. Träume sind etwas, das ich in die Tat umsetzen will". Wie zum Beispiel den Master im Elitestudiengang Finanz- und Informationsmanagement mit anschließender Promotion. Oberste Priorität hat für Matthias aber die persönliche Zufriedenheit. Nach ihr richtet er seine Ziele aus. "Am liebsten wäre mir, so zufrieden zu sein wie die Mönche mit ihrem scheinbar einfachen Leben: beten, schlafen, essen, trinken und arbeiten - das Essenzielle genügt, um objektiv glücklich zu sein". Subjektiv gesehen würde Matthias aber noch die eigene Familie fehlen. "Was bringt einem alles Geld und jeder berufliche Erfolg der Welt, wenn man niemanden zum Teilen hat?"

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