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Mit einem Pieks zum Lebensretter

Spendenaktion von AIAS

[Quelle: e-fellows.net]

Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs. Jeder Fünfte muss sterben, weil kein passender Stammzellspender für ihn gefunden wird. Obwohl jeder den Wirkstoff gegen Blutkrebs im eigenen Blut mit sich trägt, wissen nur wenige, dass sie mit einer Spende Leben retten könnten. Deshalb haben e-fellows.net-Stipendiat Alexej und seine Kommilitonen den Verein AIAS München gegründet und es sich zum Ziel gemacht jeden Studenten in Deutschland als potenziellen Stammzellspender zu gewinnen.

Den Ausschlag für die Gründung des Vereins gab die erfolgreiche Stammzellenspende von Mitbegründerin Katharina. Nachdem sie ein Leben retten konnte, wuchs unter den Freunden der Wunsch, eine Initiative ins Leben zu rufen. Nach einiger Vorarbeit gründeten sie im Oktober 2013 zu siebt den AIAS München e.V, um Studenten über Blutkrebs aufzuklären. Spezialisiert hat sich die Gruppe auf Studenten, denn junge Menschen kommen besonders lange als Spender in Frage: "Außerdem können wir als Studenten unsere Kommilitonen auf Augenhöhe erreichen."

"Dass wir von AIAS alle selbst als Spender registriert sind, versteht sich von selbst", sagt Alexej, "aber damit einem Patienten geholfen werden kann, müssen sich ungefähr 6.000 000 Menschen registrieren – so gering ist die Wahrscheinlichkeit, den genetischen Zwilling eines Blutkrebs-Patienten zu finden." Um den Pool möglicher Spender zu vergrößern, organisiert AIAS Informationsveranstaltungen und Typisierungsaktionen. Unterstützt werden sie dabei von der Universität, mehreren Professoren und der Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige GmbH (DKMS), die ihnen mit langjährigem Know-How zur Seite steht und einen Teil der Kosten für die Typisierungen trägt.

Wie läuft die Stammzellenspende ab?

Noch immer sind viele schlecht über das Thema Knochenmarkspende informiert. So verwechseln viele Knochenmark mit Rückenmark und schrecken vor einer Stammspende zurück, weil sie einen operativen Eingriff an der Wirbelsäule erwarten. Tatsächlich werden in 80 Prozent aller Fälle die Stammzellen aus dem peripheren Blut gefiltert. Die Prozedur ist bis auf einen Pieks schmerzfrei und dauert ungefähr vier Stunden. Nur bei 20 Prozent der Fälle wird die Spende unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen – zum Beispiel, wenn die Spende an ein Kind gehen soll. Einziges Risiko des Eingriffs ist die Vollnarkose.

Hoffnung auf ein Weiterleben für acht Blutkrebspatienten

Im November 2013 führte Alexej mit seinem Team die erste Registierungsaktion an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) durch. Mit 2.333 neuregistrierten Studenten war sie die weltweit erfolgreichste Registrierungsaktion an einer Hochschule. Und die vielen Stunden gemeinnütziger Arbeit zahlten sich aus: "Acht unserer Spender konnten bereits Blutkrebspatienten helfen. Solche Erfolgsgeschichten motivieren."

Über die Grenzen Münchens hinaus

Das hoch gesetzte Ziel des Vereins ist es, jeden Studenten in Deutschland als potenziellen Stammzellspender zu gewinnen. Dazu möchten die Studenten ein Netzwerk aufbauen, welches an jeder deutschen Hochschule über Blutkrebs aufklärt. So sollen bundesweit Infoveranstaltungen und kostenfreie Registrierungsaktionen durchgeführt werden. Alexej bekräftigt: "Wir möchten unser Konzept an andere Hochschulen weitergeben."

Der Lohn für viele Stunden ehrenamtliche Arbeit

Für ihr Engagement wurde AIAS München e.V. bei der diesjährigen startsocial-Bundespreisverleihung ausgezeichnet. Diese Auszeichnung und vor allem die positive Resonanz auf ihre erste Registrierungsaktion motivieren Alexej, an seinem Projekt festzuhalten: "Schon am 13. November findet die nächste Aktion am Campus Garching statt."

e-fellow Alexej über sich

Ich bin e-fellow, weil ...

… hier eine riesige "Spielwiese" geboten wird, auf der zwanglos Potenzial ausgeschöpft werden kann, aber keinesfalls muss.

Ich studiere mein Fach, weil ...

… ich einen richtig guten Physiklehrer hatte, der nicht nur meisterhaft unsere Neugier für dieses Fach geweckt, sondern auch mit vielen Mythen im Zusammenhang mit dem Physikstudium aufgeräumt hat. Ganz nebenbei: 25 Prozent unseres damaligen Leistungskurses studieren Physik.

Experte bin ich ....

… für die Stammzellspende (welche nichts mit unserem Rückenmark zu tun hat!), Festkörperphysik und Käsefondues.

Gar nicht geeignet bin ich für ...

… jegliche Tänze zu jeglicher Musik.

Meine Buchempfehlung für die e-fellows …

… "How the Mind Works" von Steven Pinker.

Mein größter Traum ist es, ...

… dass die Idee von AIAS an anderen Hochschulstandorten von motivierten Studenten übernommen wird. Damit unser Konzept von Aufklärungsarbeit über Blutkrebs und Registrierungsaktionen "zwischen zwei Vorlesungen" Erfolg hat und Leben rettet - noch lange Zeit, nachdem meine Freunde und ich das Studium beendet haben.

In zehn Jahren ...

… habe ich Kinder, lache über die Probleme von damals und verzweifle an den gegenwärtigen.

Bei e-fellows.net gefällt mir besonders ...

… der offene Zugriff auf Wissen.

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