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Superlative unter der Sonne Dubais

Dubai (Quelle: freeimages.com, zchizzerz)

Quelle: freeimages.com, zchizzerz

Für Benjamin stand das Harvard Project for Asian and International Relations in Dubai im Zeichen der Superlative: Er wohnte im höchsten Hotel, tagte im längsten Gebäude und besichtigte die beste Freihandelszone der Welt. Kein Wunder, dass selbst die Außentemperaturen rekordverdächtig waren.

Titel und Thema der Veranstaltung

HPAIR AConf 2013

Zeit und Ort

22. bis 27. August in Dubai

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter

Etwa 500 ausgewählte Teilnehmer aus über 40 Ländern. Dazu renommierte Persönlichkeiten aus Energie, Gesundheit, Finanzwesen, Medien, Politik und Entrepreneurship mit Bezug zum Mittleren Osten, darunter etliche Harvard-Alumni. Reden hielten beispielsweise H. E. Abdulbaset Al Janahi (CEO von Dubai SME), Dr. Lance de Masi (Präsident der American University Dubai), Sadaffe Abid (Gründerin & CEO der Buksh Foundation) und Dr. Ibrahim El-Ziq (UNICEF-Repräsentant).

Das Harvard Project for Asian and International Relations (HPAIR) ist eine von Studenten der Harvard University ins Leben gerufene Initiative. Einmal im Jahr bringt die Veranstaltung Studenten führender Universitäten an einem wechselnden Ort in Asien zusammen, um aktuelle Themen rund um Asien gemeinsam mit Größen aus Wirtschaft und Politik zu diskutieren.

Schnell und einfach: der Bewerbungsprozess

Auf das HPAIR wurde ich aufmerksam, als SPAIR e.V. – der offizielle Partnerclub von HPAIR für die DACH-Region – bei meinem bisherigen Arbeitgeber einen Referenten für ein Seminar an der Bucerius Law School, anfragte. Im Februar referierte ich dort zum Thema "Successful Trade in Asia".
Die Teilnahme beim HPAIR erfordert eine Bewerbung, welche aus Lebenslauf und einem Essay besteht. Bereits eine Woche nach Einreichen der Bewerbung erhielt ich eine positive Rückmeldung und wurde um ein finales Interview über Skype gebeten. Dieses dauerte lediglich zehn Minuten und wurde von mir als keine besondere Hürde empfunden, da sich die Fragen stark am CV sowie am gewünschten Konferenzausschuss orientierten. Hier sollten laut den Organisatoren in erster Linie die Englischkenntnisse verifiziert werden.

Nicht ganz unerheblich: die Kosten

Beim HPAIR handelt es sich um eine Non-Profit-Organisation. Je nach Bewerbungszeitpunkt fallen Teilnahmegebühren zwischen 325 und 375 US-Dollar an, wobei damit Kaffeepause, Mittagessen und ein Gala Dinner abgedeckt sind. Hinzu kommen Reise- und Übernachtungskosten sowie alle persönlichen Ausgaben vor Ort. Alles in allem ist eine Teilnahme am HPAIR daher mit relativ hohen Kosten verbunden. Im Einzelfall ist es aber möglich, eine finanzielle Unterstützung zu bekommen, beispielsweise über HPAIR oder die European Delegation.

Ankunft in Dubai bei 40 Grad

Skyline von Dubai [Quelle: Privat]

Gespannt und voller Vorfreude auf die fünftägige Konferenz landete ich am 22. August morgens am Dubai International Airport. Hier traf ich bereits die ersten Konferenzteilnehmer, was meine Bedenken wegen der sommerlichen Temperaturen von über 40 Grad nebensächlich werden ließ. Gemeinsam fuhren wir zum Hauptveranstaltungsort, dem JW Marriott Marquis, welches nicht nur das höchste Hotel der Welt ist, sondern sicherlich auch zur komfortableren Sorte zählt. Dort knüpfte ich während der Sightseeing-Ausflüge bereits die ersten Kontakte, bevor das eigentliche Konferenzprogramm am Abend offiziell im Meydan Hotel, dem längsten Gebäude der Welt, startete.

Netzwerken in Superlativen

Überhaupt standen während der Konferenz zwei Begriffe im Vordergrund: Kontakte (zu Organisatoren, Teilnehmern und Rednern) und Superlative (Konferenzort, Teilnehmeranzahl). Das Programm war ein Mix aus Fachvorträgen (organisiert in Ausschüssen), Seminaren, einem Unternehmensbesuch, einer fachbezogenen Fallstudie und Sightseeing. Abgerundet wurde es mit Abendveranstaltungen, wie beispielsweise einer International Night an der diesjährigen Partneruniversität AUD, wo von vielen Teilnehmern landestypische Dinge ausgestellt oder aufgeführt wurden.

Warum ein Bankkonto nicht selbstverständlich ist

Benjamin am Rednerpult [Quelle: Privat]

Ich hatte mich für den Finance-Ausschuss eingeschrieben, weil ich hierzu einerseits eine hohe Affinität habe und andererseits gerne die asiatische Sicht auf die aktuellen Herausforderungen erfahren wollte. Die Vorträge thematisierten die Wirtschafts- und Bankensituation in Ländern wie den VAE oder Saudi Arabien. In Dubai gibt es eine erhebliche Anzahl an Menschen ohne Bankkonto, weil es sich für viele Banken schlichtweg nicht rentiert, diesen einkommensschwachen Personen Leistungen zur Verfügung zu stellen. Daraus folgt, dass viele Bargeldgeschäfte abgewickelt werden, was für verschiedene Stakeholder unterschiedliche Risiken und Nachteile birgt: Dem Staat entgehen wichtige Steuereinnahmen, Arbeitgeber müssen Geld in bar auszahlen und eine Schattenwirtschaft entsteht. Nicht zuletzt sehen sich die betroffenen Personen - oft Gastarbeiter aus Pakistan oder Indien - Risiken wie dem Diebstahl oder Verlust ausgesetzt, da diese ihren Wohnraum oft teilen müssen oder Geld an ihre Familien schicken wollen.

Die Fallstudie

Unsere Fallstudie, welche vom ICAEW (Institute of Chartered Accountants in England and Wales) und der National Bank of Abu Dhabi, durchgeführt wurde, setzte bei der Problemlösung der eben beschriebenen Sachverhalte an: "Banking the unbanked – Can traditional banks solve social problems and still make a return for shareholders?". In Gruppen suchten wir aus den Perspektiven der einzelnen Stakeholder nach Lösungsansätzen, arbeiteten diese detaillierter aus und präsentierten unseren Vorschlag – das Mobile Payment. Hierfür wurden wir mit einem gesonderten Zertifikat ausgezeichnet.

Die beste Freihandelszone der Welt

Gala Dinner in Dubai [Quelle: Privat]

Meine Exkursion zur Dubai Airport Free Zone (DAFZ) war eine von drei möglichen Zielen im Finance-Auschuss und stellte sich als sehr spannend heraus. Meine Erwartungen waren anfangs nicht besonders groß, da ich mir darunter nichts Interessantes vorstellen konnte. Dass die DAFZ erst kürzlich von der Financial Times zur besten Freihandelszone der Welt gewählt wurde, wusste ich da noch nicht. Auch leuchtete mir nicht ein, wie die staatliche DAFZ mit Steuerfreiheit für Unternehmen und Mitarbeiter Geld verdienen wollte. Das Management von DAFZ war allerdings so angetan von unserem Besuch, dass wir nicht nur alle Gastgeschenke bekamen, sondern auch viel Zeit für Fragen eingeräumt wurde. Darüber hinaus besuchten wir Airbus Middle East in der DAFZ, welche dort über 3.700 m² Lagerfläche verfügen und bis zu 5.000 Ersatzteile vorhalten. Airbus ist Marktführer im Mittleren Osten und konnte bis Juli 2013 bereits 922 Flugzeuge in der Region verkaufen!

Der letzte Höhepunkt: Das Gala-Dinner

Die Konferenz endete nach fünf ereignisreichen Tagen mit einem Drei-Gänge-Gala-Dinner im imposanten Festsaal des JW Marriott Marquis. Danach feierte ich noch mit den neuen Bekannten und Freunden, bevor ich nach zwei Stunden Schlaf müde, aber glücklich die Rückreise über Istanbul nach Hamburg antrat.

Fazit

Meine hohen Erwartungen an die Konferenz wurden auf jeden Fall voll erfüllt, wenngleich ich mir einige Seminare noch etwas interaktiver sowie fachlich tiefgehender gewünscht hätte. Dennoch: Vielen Rednern gelang es, mich regelrecht auf dem Stuhl zu fesseln und durch ihren eigenen Werdegang zu inspirieren. Die wichtigste Erkenntnis ist ohnehin: Life is about people! Nirgendwo zuvor habe ich so viele beeindruckende, kluge und weltoffene Studenten renommierter Universitäten getroffen und so viele exzellente Kontakte, insbesondere nach Asien, geknüpft.

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