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Gewappnet für Katastrophen

Stethoskop (Quelle: freeimages.com,Autor: iwanbeijes)

Quelle: freeimages.com, iwanbeijes

Verletzte, überall. Blutende Wunden, abgerissene Gliedmaßen – und viel zu wenig Helfer. Für lange Überlegungen ist keine Zeit. Blitzschnell müssen die Ärzte und Rettungssanitäter entscheiden, welche Opfer sofort behandelt werden. Und keiner der jungen Helfer hat Erfahrung im Umgang mit solchen Katastrophen. Was zum Glück nicht weiter schlimm ist, denn organisiert wird die Übung vom studentischen Netzwerk 'you-manity'.

Denn der Ernstfall ist keiner. Die "Opfer" sind Schüler, die sich freiwillig mit Schminke so haben zurichten lassen, das Katastrophengebiet eine Turnhalle in Tübingen. Und die Helfer sind größtenteils Medizinstudenten, die freiwillig an einer so genannten "Sichtungsübung" teilnehmen. Sie machen mit bei der ersten Tübinger Summer School für Katastrophenmedizin und humanitäre Hilfe. Organisiert wird sie vom studentischen Netzwerk "you-manity" in Zusammenarbeit mit der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin und dem Uniklinikum Tübingen, in dem sich auch e-fellow Ines engagiert.

"Im Studium wird die Katastrophenhilfe überhaupt nicht behandelt", kritisiert e-fellows.net-Stipendiatin Ines. Dabei gibt es viele Studenten, die bei einem Unglück im In- oder Ausland Hilfe leisten wollen. Im Sommersemester 2010 entdeckte Ines den Aushang der Gruppe "you-manity" an ihrer Uni – und ist seitdem dabei. "Wir sind im Moment zwanzig feste Mitglieder, die sich zusammengeschlossen haben, um sich gemeinsam in Katastrophenmedizin und humanitärer Hilfe weiterzubilden. Das machen wir einmal die Woche über Vorträge und Exkursionen", erklärt sie.

Wie behandelt man mit Korken einen Knochenbruch?

Dabei kann es um Mikrofinanzen oder Fundraising gehen. Es kommt aber auch vor, dass der renommierte Katastrophenmediziner Dr. Domres den Studenten beibringt, wie man aus Besenstielen, Fahrradspeichen und Korken eine Konstruktion baut, mit der man im Notfall Knochenbrüche stabilisieren kann.

Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit anstoßen

Außerdem möchte sich die 2009 gegründete Initiative mit anderen studentischen Gruppen vernetzen, die ähnliche Projekte machen. Denn "you-manity" geht über die Katastrophenmedizin hinaus: "Wir wollen auch Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit anstoßen", erklärt Ines, "denn es nützt nichts, nur medizinische Hilfe im Katastrophenfall zu leisten. Man muss auch soziale Probleme erkennen und anpacken." Das erste Projekt der Tübinger Gruppe: "Wir haben eine Schule in Uganda finanziell unterstützt". Weitere Projekte von Gesundheit über Bildung bis hin zu Infrastruktur-Projekten sollen folgen. Einen ersten "you-manity"-Ableger gibt es auch schon: In Bochum ist eine kleine Gruppe entstanden.

Pakistan, Haiti, Benin - die Mitglieder in Aktion

Über "you-manity", sagt Ines, hat sie bereits einige wertvolle Kontakte geknüpft, etwa zur Organisation "Humedica", über die auch schon einige der you-manity-Mitlieder im Ausland waren. In Haiti, Benin und Pakistan haben die Studenten geholfen - ihre Erfahrungen kann man auf der Website you-manity.org nachlesen. Ines selbst muss noch ein bisschen zu Hause bleiben: "Man braucht für solche Einsätze schon ein bisschen medizinisches Hintergrundwissen und Erfahrung, zum Beispiel als Rettungsassistent. Das ist erst ab etwa dem 7. Semester sinnvoll."

Boschafter werden

Wer Lust hat, selbst bei "you-manity" einzusteigen, kann als " you-manity-Botschafter" eine eigene Gruppe an seiner Hochschule aufbauen – Unterstützung und Infos dazu gibt es ebenfalls auf der Website oder unter info@you-manity.org oder schreib Ines einfach über die Community an.

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