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Ein Schutzengel für Theo

Theo, Elchgeweih, Initiative, e-fellow Viola, Aktivpatenschaften (Quelle: e-fellows.net)

Theo, Elchgeweih, Initiative, e-fellow Viola, Aktivpatenschaften (Quelle: e-fellows.net)

Patenschaften kennt man in der Regel aus Postwurfsendungen und von Werbeplakaten. "Mit einem Euro am Tag kannst Du ein Kind retten", versprechen die Organisationen. Doch gibt es nicht auch in Deutschland viele benachteiligte Kinder? Daran knüpft "mitkids" an. Bei den Patenschaften vor der eigenen Haustür muss man vor allem Zeit investieren. Denn im Mittelpunkt steht die enge persönliche Bindung zum Kind. Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen übernahm die Schirmherrschaft über die "mitkids"-Initiative im Oktober 2008. Mittlerweile gibt es über 50 Patenschaften, aber noch viel mehr Kinder, die auf einen Paten warten.

Die Welt entdecken

Die Initiative wurde von Ingrid und Karl Ehlerding im Rahmen der Ehlerding-Stiftung gegründet. "Eine verlässliche Beziehung ist für Kinder der Schlüssel zum Erfolg zu einem gelungenen Leben", erklärt Frau Ingrid Ehlerding, die Vorsitzende und Gründerin der Stiftung. Kindern aus schwierigen Verhältnissen werden daher ehrenamtliche Paten zur Seite gestellt. Diese treffen sich in der Regel wöchentlich mit den Kindern. Dann wird die Welt entdeckt: Schwimmen, Ausflüge, Basteln oder auch Lesen üben. Es ist eine ganz neue Welt. Violas Patenkind Theo (sieben) war noch nie an der Elbe gewesen, geschweige denn auf einem Boot, bis sie gemeinsam ihren ersten Ausflug dorthin unternahmen. Dazu muss man wissen, dass Theo gebürtiger Hamburger ist – die Busfahrt dauert nur eine halbe Stunde.

Ein Stück vom eigenen Glück schenken

"Angestoßen wurde ich, als die Medien begannen, mehr über die Vernachlässigungsfälle von Kindern in Deutschland berichteten", erzählt Viola. Da wurde ihr klar: "Ich möchte einem dieser Kinder Freude schenken und es auf seinem Lebensweg begleiten, wenn möglich einen positiven Einfluss nehmen." Viola findet, mit ihrer Familie und ihren Ausbildungschancen großes Glück gehabt zu haben. Davon möchte sie einen Teil weitergeben.

Weg vom Fernseher

Schließlich gibt es viele Kinder, die kein erfüllendes Nachmittagsprogramm haben, sondern allein vor dem Fernseher sitzen. Kinder, die von den Eltern kaum gefördert werden, sondern im Gegenteil in Sachen Lernen und Freizeitgestaltung ganz auf sich allein gestellt sind. Auch die Mutter des kleinen Theo, die vor zehn Jahren aus Ghana kam, arbeitet bis abends. Sie hat nicht viel Zeit für ihn und seine ältere Schwester. Theo freut sich riesig auf jedes Treffen mit Viola. Für die Unterstützung ist seine Mutter dankbar und freut sich, dass er nun ausgeglichener ist.

Sorgfältige Auswahl

Oft sind es die Mütter, die eine Patenschaft beantragen. Die Eltern der Kinder sollen sich selbstständig bewerben. Denn nur wenn auch sie die Patenschaft als eine Bereicherung empfinden, kann das Projekt Erfolg haben. Schließlich erleben die Kinder mit den Paten gerade das, was ihnen zu Hause nicht geboten wird. Die sechs ehrenamtlichen Betreuer der Ehlerding-Stiftung suchen die Paten sorgfältig aus und stehen mit ihnen in regelmäßigem Kontakt. Das Kind gewinnt mit ihnen eine verlässliche Vertrauensperson.

Schutzengel

Diese Freundschaft genießt Theo sehr, denn sonst bekommt er nie ungeteilte Aufmerksamkeit. Und er hat nicht nur einen Freundin, sondern auch einen Schutzengel bekommen. Viola spricht mit der Lehrerin bei schulischen Problemen und hat herausgefunden, dass der Mitgliedsbeitrag im Sportverein bei SGB-II-Empfängern (Grundsicherung für Arbeitssuchende) übernommen wird. Seitdem ist Theo im Fußballverein.

Schritt für Schritt

Das nächste Projekt ist, einen günstigen Nachhilfelehrer zu bekommen. Theo kommt wegen seiner schlechten Deutschkenntnisse in der Schule nicht mit, und seine Mutter kann ihm auch nicht helfen. Eine schwierige Situation - staatliche Stellen fördern Nachhilfe meist erst ab der fünften Klasse, wie Viola herausfand. Warum erst so spät, wenn die Kinder sich dann schon als Schulversager fühlen? Für Theo wünscht sich Viola, dass er mindestens einen Realschulabschluss schafft und eine Ausbildung bekommt. Aber das ist noch ein weiter Weg. Jetzt wird erst mal Lesen gelernt.

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