Bedürftigen Schülern helfen

Afrika (Quelle: freeimages.com, hisks)

Quelle: freeimages.com, hisks

Was muss getan werden, damit sich ein Land von innen heraus verändert? Die Antwort: Ein weltweites Stipendienprogramm, das besonders bedürftigen begabten Schülern eine höhere Schulbildung ermöglicht - und damit auch dem Land selbst eine Chance gibt. Der Ursprung dieser Idee kommt aus Kenia, wurde in die Schweiz gebracht und von dort aus nach Deutschland. Die e-fellows Susanne und Alex engagieren sich nun für die Umsetzung dieses Gedankens.

Die Idee – aus der kenianischen Gesellschaft

Alle Schüler können in Kenia die achtjährige Primary School kostenlos besuchen. Doch danach beginnt für die meisten der Arbeitsalltag auf den Feldern oder als ungelernte Arbeitskräfte in Fabriken. Denn der Besuch der weiterführenden, vierjährigen Secondary Schools, die als Internatsschulen organisiert sind, ist kostenpflichtig und für die meisten Schüler und ihre Familien nicht finanzierbar, da die Gebühren für ein Schuljahr durchschnittlich umgerechnet etwa 400 Euro betragen. Dies entspricht in etwa 75 Prozent des Jahresdurchschnitts-
einkommens einer kenianischen Familie.
 
Für die auf die Secondary School folgende Ausbildung oder den Universitätsbesuch stellt der Staat Studienkredite und Stipendien zur Verfügung. Die Finanzierung der Secondary School stellt allerdings auf dem Ausbildungsweg für viele kenianische Schüler eine unüberwindbare Hürde dar. Durch die Leistungsstipendien von Aiducation International wird diese Hürde überwunden.

Die Bewerber und Stipendiaten – Helle Köpfe mit Visionen

Die Bewerber, sogenannte AiduSeeker, gehören zu den besten 10 Prozent ihres Abschlussjahrganges. Außerdem müssen sie in ihren Bewerbungsunterlagen ihre finanzielle Bedürftigkeit nachweisen. Aiducation International richtet sich an Stipendiaten mit Visionen und Potenzial, wirklich etwas zu verändern. Das Stipendium soll ihnen helfen, ihr Potenzial zu entfalten und sie befähigen, ihr Land voranzubringen. Die Initiative versucht auch herauszufinden, inwieweit der AiduSeeker fähig ist, sich und seine Leistung zu reflektieren und darüber eine Einordnung in den persönlichen Lebenslauf vorzunehmen.
 
Nachdem ein Bewerber das umfangreiche schriftliche Auswahlverfahren und ein Interview bestanden hat, muss er darauf warten, dass die Initiative einen Stifter, einen sogenannte AiduMaker - Privatpersonen oder Unternehmen - findet, der an sein Potenzial glaubt und ihn mit einem Stipendium unterstützt.  

Die Stipendien – Mehr als Geld

Jeder Stipendiat, von uns AiduFellow genannt, wird über die vollen vier Jahre der Secondary-School-Ausbildung gefördert, in der Aiducation International mit 1.600 Euro die Schul- und Internatsgebühren und die Kosten der Lebenshaltung übernimmt. Zudem treffen sich alle Stipendiaten zu Mentorship Academies. Dort können sie sich kennenlernen und an Seminaren teilnehmen. Dadurch verbessern sie ihr Fachwissen und ihre Soft Skills. Aber vor allem sollen sie sich mit gesellschaftlichen und wirtschaftlich Herausforderungen in Kenia, wie zum Beispiel einer hohen Aidsrate, einer schlechten medizinischen Versorgung und vielen anderen Problemen der kenianischen Gesellschaft auseinandersetzen und Lösungsansätze entwickeln.
 
Alle Stipendiaten verpflichten sich, ihr Stipendium in Geld oder gesellschaftlichem Engagement "zurückzuzahlen", sobald sie dazu finanziell in der Lage sind, um dadurch neuen Stipendiaten den Schulbesuch zu ermöglichen. Diese Verpflichtung unterliegt allerdings keinem rechtlichen Zwang.  

Die Stifter – Überzeugungstäter

Bisher sind mehr als 200 AiduMaker überzeugt vom Konzept von Aiducation International. Die deutsche Sektion ist als gemeinnützig anerkannt. So hat Aiducation International bis jetzt Stipendien im Wert von etwa 330.000 Euro vermittelt. Meist stiften AiduMaker ein Stipendium, weil sie - genau wie die Initiative - davon überzeugt sind, dass man ein Land am besten von innen heraus entwickeln und verändern kann. Die hochbegabten Schüler, die Aiducation International fördert, sollen dazu beitragen, ihr Land voranzubringen und ihre Gesellschaft nachhaltig positiv zu verändern.  

Die Freiwilligen – oft selbst Stipendiaten

Teams aus Studenten und jungen Berufstätigen arbeiten in Kenia, der Schweiz, Großbritannien und auch in Deutschland daran, Aiducation International zum Erfolg zu verhelfen und weiteren Stipendiaten den Schulbesuch zu ermöglichen. Alle arbeiten ehrenamtlich und ermöglichen so, dass mindestens 90 Prozent aller Spenden für Stipendien genutzt werden. Viele von ihnen erhalten oder erhielten selbst ein Stipendium und können dadurch gut nachfühlen, was es bedeutet, die eigenen Träume zu verwirklichen. Diese Erfahrung möchten sie nun an andere weitergeben.

nach oben

Verwandte Artikel

Humanitäre Hilfe oder Start-ups: Hier stellen e-fellows ihre Initiativen vor. Du möchtest über deine eigene Initiative berichten? Wende dich an die Redaktion.

Neues zuerst erfahren

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Das könnte dich auch interessieren