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Training macht den Rhetorik-Meister

Die Delegation in Brüssel [Quelle: be.boosted]

Quelle: be.boosted

Wie überzeugt man Personen von einem Plan? Wie diskutiert und debattiert man richtig? Und welche rethorischen Strategien gibt es, um in Verhandlungen gute Ergebnisse zu erzielen? Das alles lernt man als Teil der Delegation für die Harvard WorldMUN, eine der größten UN-Simulationen. e-fellows-Stipendiatin Katrin war bei der letzten Harvard WorldMUN in Brüssel mit dabei und berichtet, wie sie die neuen Fähigkeiten aus den Trainings gleich auch während ihres Praktikums schon nutzen konnte.

Titel und Thema der Veranstaltung

Harvard WorldMUN 2014

Zeit und Ort

17.- 21. März, Brüssel, Belgien

Teilnehmerzahl

Über 2.000 Studenten aus aller Welt - und eine Delegation aus e-fellows

Vor ziemlich genau einem Jahr bekam ich den Newsletter von e-fellows.net und mir fiel ein Beitrag zur Harvard WorldMUN ins Auge. Das ist eine der größten und renommiertesten Model-United-Nations-Konferenzen mit über 2000 Studierenden aus aller Welt, inklusive intensiver Vorbereitung. Ich beschloss spontan, mich zu bewerben und hatte keine Ahnung, dass damit eine der bereicherndsten Erfahrungen meines Lebens beginnen sollte.

Vorbereitung On- und Offline mit Studenten aus ganz Deutschland

Die Freude, das kompetitive Auswahlverfahren bestanden zu haben und ein Teil der Delegation zu sein, war allen Delegierten in der ersten Online-Telefonkonferenz zwei Tage später deutlich anzumerken. Es ging auch direkt los: Nach der Vorstellungsrunde stiegen wir sofort in Rhetorik-Techniken und das Thema "(spontane) Reden halten" ein. Wie drücke ich mich präzise aus? Welche rhetorischen Mittel sind einfach zu nutzen und haben eine große Wirkung? Wie stelle ich sicher, dass meine Zuhörer aufmerksam bleiben?

Mit viel Input und Spaß bestritten wir gemeinsam die Online-Meetings bis zum ersten persönlichen Kennenlernen. Ich wusste schon viel über die Fähigkeiten, Stärken und Schwächen von allen, war aber doch überrascht, wie groß oder klein manche der zuvor nur im Videokonferenz-Fenster gesehenen Delegierten in natura waren, wie sehr die Online-Meetings vorher uns bereits zusammengeschweißt hatten und wie gut wir uns schon zu kennen schienen.

Erlerntes auch gleich praktisch nutzen

Nach meiner Rückkehr ging es in die heiße Phase eines Projektes in meinem Praktikum bei der Deutschen Telekom, das ich zu der Zeit gerade absolvierte, und ich habe dabei gemerkt, dass das Training mit der Delegation für diese Zeit dort auch sehr nützlich war. Mir fiel es nicht nur leichter, mit Kollegen und Dienstleistern präziser und effizienter zu kommunizieren, auch die Struktur meiner Anweisungen z. B. an Hostessen (die ich schon bald komplett eigenständig einweisen durfte) verbesserte sich - vor allem auch dadurch, dass wir während des gesamten Trainings immer wieder an unseren Führungskompetenzen arbeiteten.

Hierbei half mir vor allem auch das Verhandlungstraining, das einen wichtigen Teil der Vorbereitung darstellte. Begleitet von Experten stürzten wir uns in "Harvard-style Negotiating". Dabei lernte ich, wie auch die einfachsten Techniken (z. B. nur das kleine Wort "aber" durch ein "und" zu ersetzen) großen Anteil an einer besseren Kommunikation und somit auch an einem für alle Parteien positiven Verhandlungsergebnis haben kann. Dies sollte mir bei WorldMUN noch ganz besonders helfen.

Mit 400 Studenten aus aller Welt verhandeln

In Brüssel saß ich zusammen mit meiner Partnerin Daniela im größten Komitee der Konferenz, dem DISEC (Disarmament and International Security Committee). 400 Delegierte aus aller Welt sollten das Problem des Einsatzes unbemannter Drohnen außerhalb von Kriegsgebieten lösen. Von Anfang an konnten wir uns Dank inhaltlich und rhetorisch bestens vorgetragender Reden Aufmerksamkeit verschaffen, sodass es leicht fiel, außerhalb des Komitee-Raumes alle Raffinessen des Verhandelns anzuwenden, um uns in eine Führungsposition der Gruppe zu bringen. Gemeinsam schafften wir es, uns mit einer der stärksten Gruppen des Komitees zusammenzuschließen und unsere Resolution zur Abstimmung zu bringen. Dabei arbeiteten wir nicht nur Hand in Hand mit Studierenden aus aller Welt und verschiedenster Kulturen sondern konnten auch auf Augenhöhe mit "Konkurrenten" von Harvard, Oxford und anderen Elite-Universitäten verhandeln. Eine wirklich besondere Erfahrung!

Und wenn es mal zu stressig wurde, halfen unsere Delegations-Coaches während den Komitee-Sitzungen, unsere Kräfte richtig einzusetzen und erinnerten uns an die Inhalte des Trainings mit allen Kniffen und Tricks. Abends konnten wir mit den anderen Delegationsmitgliedern neue Energie tanken.

Am letzten Tag scheiterte jedoch unsere Resolution - aber nur ganz knapp an nur einer Hand voll Stimmen. Nichtsdestotrotz: Während der Closing Ceremony bekam unsere Gruppe vier der sieben zu vergebenen Diplomacy Awards. Einen besseren Beweis unserer guten Leistung gibt es wohl kaum. Wir waren stolz, die Inhalte unseres Training umgesetzt, eine Führungsposition im Komitee eingenommen und einen bleibenden Eindruck bei unserem Chair hinterlassen zu haben. Es ist nicht leicht, sich die Namen aller 400 Delegierten zu merken, aber unsere kannte er ganz genau.

Teil der Delegation zu sein war definitiv eines der intensivsten Erlebnisse meines bisherigen Lebens und ich freue mich, als Teil des Marketing-Teams auch weiter dabei zu sein und alle neuen Bewerber und zukünftige Delegierte für 2015 kennenzulernen.

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