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Das Leben jenseits der Uni

Mann auf Leiter mit Fernrohr (© Kurhan - fotolia.com)

© Kurhan - fotolia.com

In der Uni fühlt sich Mentee Imke Krüger ein bisschen wie in einer Blase. Und zuhause fehlt ihr ein Ansprechpartner, an den sie sich mit Fragen zum Ingenieursstudium wenden kann. Den hat sie jetzt in ihrem Mentor Sorn Stoll gefunden, der ihr einen Einblick in das 'wahre Leben' der Industrie gibt und ihr sogar zu einem Praktikum bei Bosch Rexroth verholfen hat.

In drei Stichworten: Was gefällt Ihnen daran, Mentor für e-fellows.net-Stipendiaten zu sein?

  • Spaß
  • mit interessanten jungen Menschen zusammenzukommen
  • mit wenig Aufwand den einen oder anderen nützlichen Hinweis geben zu können

Sie haben sicher jede Menge Arbeit. Wieso wollten Sie trotzdem Mentor werden?

Wenn man in der Forschung und Entwicklung arbeitet, gehört es dazu, sich über die Zukunft Gedanken zu machen, unter anderem über die Förderung des Nachwuchses. Die Arbeit mit nicht stromlinienförmigen Studenten macht einfach Spaß. Sie hilft den Studenten und auch mir, ab und an über den Tellerrand zu blicken.

Viele e-fellows fragen sich, wie eine Mentor-Mentee-Beziehung überhaupt aussieht. Wie oft und wo treffen Sie sich? Über welche Themen sprechen Sie?

Meistens habe ich es so gemacht, dass ich mich mit den Bewerbern zuerst getroffen habe. Unterhalten haben wir uns ganz allgemein über Persönliches und Berufliches und natürlich auch über die konkreten Anliegen der Mentees. Zum Ende des Kennenlern-Gesprächs haben wir gemeinsam entschieden, ob die Mentor-Mentee-Beziehung passt. Dabei haben wir uns auch geeinigt, wie es weitergehen soll.
 
Wir sind in der Regel so verblieben, dass sich die Mentees melden, wenn sie Bedarf haben. Einigen habe ich etwa einen Praktikumsplatz vermittelt oder auch Tipps gegeben zum Auslandsaufenthalt, zur inhaltlichen Schwerpunktsetzung in einer anstehenden Studienarbeit oder zur Karriereplanung.
 
Von Seiten meines Arbeitgebers hat es auch die eine oder andere Karriere-Aktion gegeben. Bei diesen Aktionen habe ich so manchen Mentee wiedergesehen - immer eine tolle Gelegenheit, sich wieder auszutauschen.

Gibt es einen "Mentoring-Knigge"?

Wir haben unseren "Mentoring-Knigge" im ersten Gespräch gemeinsam definiert. Die Vertraulichkeit der Gespräche ist sicherlich die wichtigste Spielregel.

Welche Ihrer Erfahrungen können für Ihre Mentees besonders hilfreich sein?

Im Wesentlichen ergibt sich das natürlich aus der Schnittmenge von meinem Profil und dem des Mentees. Ich versuche es trotzdem:
 
Seit meinem Studium bis heute habe ich direkt oder indirekt sehr viele Studenten und Berufseinsteiger betreut. In meiner Abteilung beschäftigen wir zum Beispiel im Schnitt 10 bis 15 Studenten und 3 Doktoranden. Dadurch habe ich natürlich einige Erfahrung mit allen möglichen Themen rund um Diplomarbeit und Arbeitseinstieg: Passt der Student zum Thema und das Thema zum Studenten? Ist eine Doktorarbeit sinnvoll? Wie sieht es mit einem Auslandaufenthalt aus?
Ein Hobby von mir ist es, darauf zu achten, dass Forschungs- oder Entwicklungsarbeiten hochwertig sind hinsichtlich Zielorientierung, Methodik und Darstellung. Das hat natürlich sehr viel mit meiner Tätigkeit in der Entwicklung zu tun.
Meine Tätigkeit in einem Großunternehmen, einige Auslandserfahrung und mein Faible für regenerative Energietechnik waren für den einen oder anderen Mentee auch von Interesse.

Haben Sie von Ihren Mentees auch etwas gelernt?

Im Leben gibt es keine Einbahnstraßen. Im fachlichen Sinne kann ich nur sagen, dass mich bis heute noch jeder Doktorand im Laufe der Zeit auf seinem Fachgebiet abgehängt hat, und auch bei Diplomanden ist das häufig der Fall.
 
Im persönlichen Sinn ist es immer wieder erfrischend, aus dem Alltagsgeschäft aufzutauchen. Jedes interessante persönliche Gespräch erweitert den Horizont, und wenn es nur ein ganz kleines Stückchen ist.
 
Die Ergebnisse der Arbeit von Frau Krüger, die sie bei uns angefertigt hat, werden zum Beispiel im Kollegenkreis immer wieder zitiert. Über die Klimatisierung im Flugzeug wusste ich nur, dass sie immer wieder die Ursache für eine Erkältung oder einen steifen Nacken ist. Dank Frau Krüger weiß ich mehr.

In drei Stichworten: Was hast du davon, e-fellows.net-Mentee von Sorn Stoll zu sein?

  • einen tollen Praktikumsplatz
  • Bestätigung in meinem Bestreben, zu promovieren
  • Feedback über meine Stärken und Schwächen

Was hast du von deinem Mentor gelernt?

Beruflich konnte er mir eine Vorstellung davon geben, was es wirklich heißt, zu promovieren. Herr Dr. Stoll gibt mir Denkanstöße für die Ausrichtung meiner Arbeit, auch wenn wir nicht denselben Themenbereich haben. Außerdem bekomme ich durch ihn einen Einblick in das "wahre Leben" in der Industrie. An der Uni leben wir ein bisschen in einer Blase. Von der Finanzkrise bekommen wir im Institut zum Beispiel derzeit noch gar nichts mit.
 
In meiner Familie gibt es keine Ingenieure. Den Ansprechpartner, den ich gerade am Anfang meines Studiums gesucht habe, habe ich in meinem Mentor gefunden.

Inwiefern konnte dir dein Mentor konkret bei einem Praktikum oder gar beim Berufseinstieg weiterhelfen?

Ich habe mein Pflichtpraktikum in seiner Abteilung gemacht und bin dafür von Hamburg nach Ulm gezogen. Das Praktikum war genau das, wonach ich gesucht habe und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe dort die Systemsimulation für mich entdeckt. Nach dem Praktikum hätte ich auch noch meine Diplomarbeit dort schreiben können, aber ich wollte wieder nach Hamburg zurück.

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