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100 Kilometer Distanz - keine Hürde für erfolgreiches Mentoring

Mann rennt zum Auto Taxi Stress Zeitdruck (© alphaspirit - fotolia.com)

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e-fellow Rebecca (22) hat noch Zeit bis zum Berufseinstieg. Über die Elekrotechnik-Branche weiß sie aber schon jetzt eine Menge. Beim Shadowing schaut sie ihrem Bosch-Mentor Dr. Wilhelm Frey über die Schulter. Seine Ratschläge folgen keinem vorgefertigten Plan, sondern geben der Mentee einen Impuls, 'das Pferd' selbst zu finden und zu reiten.

Sie haben sicher jede Menge Arbeit. Wieso wollten Sie trotzdem Mentor werden?

Die Zeit nehme ich mir, weil ich Mentoring für sehr wichtig halte. Ich war bereits aktiv bei Mentoring-Programmen von Bosch, als mich ein Kollege auf e-fellows.net aufmerksam machte. Das Konzept überzeugte mich, und so kam ich mit an Bord. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungsbreite kann ich Mentees bei der beruflichen und privaten Entwicklung unterstützen. Grundtenor für mich ist dabei: Impulse geben statt vorgefertige Herangehensweisen empfehlen. Etwas bildhafter ausgedrückt: Ich sage meiner Mentee, wo ungefähr ein Pferd steht, aber fürs Finden, Aufsteigen und Reiten ist sie selbst zuständig.

Viele e-fellows fragen sich, wie eine Mentor-Mentee-Beziehung überhaupt aussieht. Wie oft und wo treffen Sie sich? Über welche Themen sprechen Sie?

Wir trafen uns gleich persönlich zu einem ersten Kennenlerngespräch - trotz 100 Kilometern Entfernung. Dabei haben wir uns zusammen das Bosch-Solarhaus angeschaut und bekamen anschließend noch eine Führung durch den Reinraum der zentralen Bosch-Forschung.
Seither kommunizieren wir in unregelmäßigen Intervallen per E-Mail und Telefon. Meine Mentee übernimmt die Organisation inklusive Agendavorschlag und schreibt für uns beide ein Gesprächsprotokoll. Wir bilden ein reges Frage- und Antwort-Team mit wechselnden Rollen. Die Themen sind nicht beschränkt, aber Schwerpunkte sind persönliche Erfahrungen in Studium und Beruf.

Gibt es einen "Mentoring-Knigge"?

Wir haben unseren "Mentoring-Knigge" im ersten Gespräch gemeinsam definiert. Die Vertraulichkeit der Gespräche ist sicherlich die wichtigste Spielregel.

Welche Ihrer Erfahrungen können für Ihre Mentees besonders hilfreich sein?

Das Delta aus weit über zehn Jahren Berufs- und Lebenserfahrung gepaart mit langem Auslandsaufenthalt und vitalem Interesse an ständiger Weiterentwicklung.

Haben Sie von Ihren Mentees auch etwas gelernt?

Ich habe neue Ansichten und Einsichten aus dem universitären Alltag gewonnen und mehr über Hochschulpolitik sowie Vorstellungen von industrieller Forschung und Entwicklung aus Studentenperspektive gelernt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

In drei Stichworten: Was hast du davon, e-fellows.net-Mentee von Wilhelm Frey zu sein?

  • Feedback und Denkanstöße von einem erfahrenen Außenstehenden
  • Einblicke in die Arbeitsweise einer F&E-Abteilung, speziell bei Bosch
  • einen Mentor, der ehrlich seine Meinung äußert

Was hast du beruflich, aber auch privat von deinem Mentor gelernt?

Dass ich viel ausprobieren kann und soll, solange ich meine Ziele vor Augen habe. Dabei darf aber der Spaß an der Sache nicht verloren gehen. Wichtig ist, dass ich mich mit dem, was ich mache, auch identifiziere und darüber hinaus das Leben nicht vergesse. Das ist der Schlüssel zu beruflicher und privater Zufriedenheit und damit auch zum Erfolg.
 
Als besonders lehrreich empfand ich die Erkenntnis, dass "Work-Life-Balance" keine Phrase ist. Auch Führungskräfte brauchen einen Ausgleich, um langfristig leistungsfähig zu sein.

Inwiefern konnte dir dein Mentor konkret bei einem Praktikum oder gar beim Berufseinstieg weiterhelfen?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, ein Praktikum bei Bosch zu machen, da ich von meinem Mentor viel über das Betriebsklima und die Arbeitsweise des Unternehmens erfahren habe. Herr Frey macht mich immer wieder auf Praktikumsstellen aufmerksam. Der Berufseinstieg steht bei mir zwar noch nicht an, um aber einen Einblick in den Berufsalltag zu bekommen, planen wir ein Shadowing innerhalb der nächsten Wochen.

Welcher Ratschlag deines Mentors hat dir am meisten geholfen?

Besonders hilfreich war für mich seine unabhängige Meinung bei der Wahl meiner Studienvertiefung. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass Ratschläge nicht wie ein Bauplan sind: Statt einer Anleitung, wie eine Entscheidung zu fällen ist, beleuchten wir die Fragen von einer anderen Seite. Dabei kommen dann immer sehr interessante Aspekte zu Tage, auf die ich allein nicht gekommen wäre.
 
Insgesamt hat Herrn Freys Feedback oft bewirkt, dass ich noch einmal offener an Fragen herangegangen bin. Es muss nicht immer gleich der erste Schuss ein Treffer sein. Wenn man viel ausprobiert und manchmal einen zweiten Versuch benötigt, sollte man es nicht als Scheitern interpretieren. Vielleicht kann man es so beschreiben, dass die Ratschläge, die mir am meisten geholfen haben, vor allem aus den Komponenten Interesse und Fehlerkultur bestanden.

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