Partner von:

Mit skurrilem Wissen im Small Talk glänzen

Mann Manager Business Anzug Geste 174x100.jpg [Quelle: sxc.hu Autor: intuitives]

Mann Manager Business Anzug Geste 174x100.jpg [Quelle: sxc.hu Autor: intuitives]

Theoretisch kennst du die Regeln des Small Talks. Trotzdem stehst du auf der Firmenfeier schweigend da, weil dir einfach nichts einfällt? Dann erzähle doch, dass man nach dem Biertrinken angeblich auf den Rücken fällt oder gib den erwiesenermaßen lustigsten Witz der Welt zum Besten. Im Buch 'Small Talk. Die besten Themen' von Matthias Nöllke findest du reichlich Gesprächsstoff.

Small Talk ist soziale Schmiere im Karrieregetriebe. Wer gekonnt plaudert, hat es leicht, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Um die große Kunst des kleinen Gesprächs zu lernen, musst du ledigleich ein paar Regeln beachten. Und natürlich solltest du zwischen geeigneten und ungeeigneten Themen unterscheiden können. So weit, so theoretisch. Alles, was du jetzt noch brauchst, sind Inhalte. Das Buch "Small Talk. Die besten Themen" bietet dir rund 200 Gesprächsfetzen, die für jede Small-Talk-Situation passen - sei es ein Geschäftsessen, eine Firmenfeier, ein Gespräch am Messestand oder eine Geschäftsreise.

Gesprächsstoff noch und nöcher

Nach einer Einführung über die allgemeinen Small-Talk-Dos und Donts folgt das Kernstück des Buchs: Auf gut 150 Seiten sind halb- bis einseitige Anekdoten gesammelt, die nach Themen geordnet sind wie "Tiere und Pflanzen", "Die Welt der Wirtschaft", "Essen und Trinken" oder "Computer und Internet", und mal Wissenswertes, mal Witziges, aber immer Unterhaltsames erzählen. Praktischerweise sind unter jeder dieser Geschichten Schlüsselwörter angegeben, auf deren Nennung hin du den jeweiligen Gesprächshappen servieren kannst. Beispielsweise könntest du auf die Stichwörter "Autos", "Verkehr", "Pläne" oder "Vision" hin erzählen, dass Leonardo da Vinci bereits Pläne für ein Auto gezeichnet hat, das 2003 von italienischen Wissenschaftlern nachgebaut wurde und sogar einige Meter weit fuhr. Weitere Kostproben:

  • Mit offenen Augen niesen
    Wenn dein Gegenüber niest, solltest du natürlich "Gesundheit" sagen – und nebenbei erwähnen, dass es unmöglich sei, die Augen beim Niesen offen zu halten, da das Schließen der Augen immer mit dem Niesreflex einhergehe.
  • Mozart hieß nicht Amadeus
    Vielleicht kommt das Gespräch irgendwann auf klassische Musik oder auf Namen: Dann weißt du, dass Mozart gar nicht Wolfgang Amadeus hieß, sondern auf Wolfgangus Theophilus Mozart getauft wurde. Erst im 20. Jahrhundert hat sich "Amadeus" durchgesetzt, die Übersetzung von Theophilus.
  • Das Gewicht der Seele
    Wenn man gerade über Gott und die Welt spricht, kann man anbringen, dass die menschliche Seele erwiesenermaßen existiert und genau 21 Gramm wiegt. Das will ein exzentrischer Arzt herausgefunden haben, der einmal das Gewicht eines Menschen direkt vor und direkt nach dessen Tod gemessen habe. Die Differenz sei dann das Gewicht der Seele gewesen.
  • Wissenswertes über Essen und Trinken
    Beim Geschäftsessen kannst du mit Kenntnissen über die Geschichte des Essbestecks glänzen: Erst seit drei- bis vierhundert Jahren ist es in Europa üblich, mit Messer und Gabel zu essen. Davor aßen sowohl die einfachen Leute als auch Könige und Herrscher ausschließlich mit den Händen. Der Siegeszug der Gabel dauerte sehr lange: Noch im 19. Jahrhundert musste man in vielen Gasthöfen sein Besteck selbst mitbringen. Beim zweiten oder dritten Glas Wein kannst du dann von Aristoteles erzählen, laut dem man nach vorne auf das Gesicht falle, wenn man sich mit Wein betrinke, und nach hinten auf den Rücken, wenn man sich mit Bier betrinke.
  • So tickt der Kaufhauskunde
    Ungewöhnliches Wirtschaftswissen kannst du mit folgenden Geschichten beweisen: In einem Laden befinden sich die wichtigsten Produkte immer auf der rechten Seite; die meisten Menschen wenden sich nämlich intuitiv nach rechts, wenn sie durch den Eingang eines Geschäfts treten. Eine andere Art, die Psychologie des Kunden zu nutzen, ist, die Ladentheke möglichst groß zu machen: Ist auf dem Verkaufstisch viel Platz, stellen Kunden gerne viele Produkte darauf ab.
  • Physik im Büroalltag
    Möglicherweise erzählt dein Gesprächspartner gerade, dass er es nie schaffe, seinen Schreibtisch wirklich in Ordnung zu halten. Du kannst ihm entgegnen, dass das die natürlichste Sache der Welt sei. Schließlich besagt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, dass in jedem geschlossenen System die Entropie (also das Maß an Undordnung) automatisch zunimmt. "Systeme" wie Schreibtische oder auch Kinderzimmer werden also ganz von alleine unordentlich. Die Zunahme von Entropie lässt sich nur aufhalten, wenn man von außen Energie zuführt – also aufräumt.
     
    Von da aus führt das Gespräch vielleicht in die Quantenphysik, und du kannst einfließen lassen, dass der Name für die kleinsten Materiebausteine "Quarks" eigentlich aus der Nonsense-Zeile "Three Quarks fur Muster Mark" stammt, und die wiederum aus dem Roman "Finnegan's Wake" von James Joyce.
  • Der erste Satz durchs Telefon
    Und wenn du dich schon in der Welt der Wissenschaft bewegst: Es hat nicht etwa Alexander Graham Bell das Telefon erfunden, wie viele denken. Ein Lehrer aus Hessen, Johann Philipp Reis, war einige Jahre früher dran. Der erste Satz, der je über ein Telefon gesprochen wurde, war übrigens "Das Pferd frisst keinen Gurkensalat". Durch diese unsinnige Aussage konnte bewiesen werden, dass der Hörer jedes einzelne Wort verstand, und nicht den ganzen Satz anhand von ein paar Wörtern erraten konnte.
  • Ausgefallenes Fußballwissen
    Zumindest unter Männern wird in aller Regel früher oder später über Fußball geredet. Du solltest deinen Gegenüber an geeigneter Stelle wissen lassen, dass eine frühe Form des Fußballs bereits im Mittelalter in England existiert hat: Statt zweier Mannschaften spielen zwei ganze Dörfer gegeneinander. Ziel war es, den Ball durch das gegnerische Stadttor zu bringen. Regeln gab es sonst keine, und das "Spielfeld" konnte mehrere Kilometer lang sein. Wenn ihr gerade beim Fußball seid, kannst du auch Zitate von bekannten Fußballern anbringen, zum Beispiel diesen Satz von Franz Beckenbauer: "Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage".
  • Der lustigste Witz der Welt
    Bevor das Gespräch versiegt, kann man fast immer den erwiesenermaßen lustigsten Witz der Welt erzählen, den britische Psychologen in einem Lachlabor im Vergleich mit 40.000 anderen Witzen ermittelt haben. Er lautet: Zwei Jäger gehen durch den Wald, als auf einmal einer von ihnen zusammenbricht und bewegungslos liegenbleibt. Der andere tätigt einen Notruf und sagt: "Mein Freund ist tot! Was soll ich jetzt tun?" Die Stimme am anderen Ende der Leitung sagt: "Zuerst einmal sollten Sie sicher sein, dass er wirklich tot ist." Kurz darauf ein Schuss. Der Jäger sagt: "Okay. Und was jetzt?"

Mit Assoziationstechniken geschickt überleiten

Neben diesen unterhaltsamen kleinen Geschichten gibt dir das Buch noch einige Assoziationstechniken an die Hand, die den Übergang zwischen den Themen elegant gestalten. Versuche es doch beispielsweise mit der "Trittstein-Technik": Du greifst dir aus dem Thema, über das ihr gerade sprecht, eine Nebensächlichkeit heraus und machst sie zum neuen Thema. Womöglich sprecht ihr gerade über einen Film, der in Hamburg gedreht wurde – ein perfekter Trittstein, um auf deine letzte Reise nach Hamburg zu sprechen zu kommen oder auf die Leistung des HSV in der aktuellen Saison.

Matthias Nöllke: Small Talk. Die besten Themen. Das Ideen-Buch für Fortgeschrittene. Haufe, München 2006, 206 Seiten, 19,80 Euro.

nach oben

e-fellows.net-Stipendiaten profitieren neben dieser Stipendiumsleistung von mehr als 50 weiteren Vorteilen.

e-fellows.net-Stipendiaten lesen kostenlos Zeitungen und Zeitschriften wie DIE ZEIT, Handelsblatt, DIE WELT kompakt oder Finance.

e-fellows.net-Stipendiaten recherchieren für die Hausarbeit in unseren Datenbanken von beck-online über WISO bis zum Facharchiv der iX.

Kommentare (4)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

  1. Felix Eicke

    Ob Klugscheißer oder glänzender Smalltalker hängt wahrscheinlich davon ab, w i e man die Facts an den Mann bringt. Trotzdem: Wir sind gerne bereit, bessere Vorschläge zu übernehmen! Bitte wendet euch bei Vorschlägen an die Redaktion. Viele Grüße

  2. Anonym

    Ob Klugscheißer oder glänzender Smalltalker hängt wahrscheinlich davon ab, w i e man die Facts an den Mann bringt. Trotzdem: Wir sind gerne bereit bessere Vorschläge zu übernehmen! Bitte wendet euch bei Vorschlägen an die Redaktion. Viele Grüße

  3. Anonym

    Richtig!

    Meiner Vorrednerin möchte ich uneingeschränkt Recht geben! Das ist doch alles Nerd-Wissen! Interessiert keinen normalen Menschen! (gibt es Gegenmeinungen?) Und den Witz finde ich mäßig lustig - aber doch die Anregung, die ich am ehesten verwenden würde...

  4. Maren

    Das Ende des Small Talks?

    Ehrlich gesagt finde ich die o.g. Vorschläge nich sonderlich gut geeignet für einen Smalltalk - ausgenommen unter guten Freunden vielleicht. Denn über das Meiste lässt sich nicht weiter diskutieren. Wenn ich meinem Gegenüber erzähle, dass Mozart ursprünglich "Theophilus" hieß wird er vermutlich mit einem "Ach ja? Interessant." antworten und das wars…nicht gerade stimulierend für ein Gespräch. Auch andere "small facts" gehen meiner Erfahrung nach unter, wenn sich die anderen Gesprächsteilnehmer nicht gerade brennend für dieses Thema interessieren, eben weil es nur "facts" sind und man im schlechtesten Falle als "Klugscheißer" da steht, der sonst nichts zu bieten hat. Ich lasse mich jedoch gerne von Gegenbeispielen überzeugen :)

Das könnte dich auch interessieren