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Der Verdienst als US-Facharzt

Clifford Chance Projektfinanzierung (Autor: B. Wylezich, Quelle: Fotolia.com)

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Dein Gehalt als Facharzt in den USA hängt nicht nur stark davon ab, welche Fachrichtung du wählst, sondern auch davon, wo du deine Zelte aufschlägst.

Während der Facharztausbildung bewegen sich die Bruttogehälter zwischen 40.000 und 65.000 US-Dollar pro Jahr. Mit Erreichen des jeweils nächsten Ausbildungsjahres steigen sie stetig.

Praxis, Uni oder Industrie

Frisch gebackenen Fachärzten stehen in USA zahlreiche Optionen offen: reine Praxistätigkeit, eine akademische Karriere an der Uni oder auch ein Job in der Industrie. Die Gehaltsspannen sind groß und von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig.
 
In akademischen Jobs verdient man teils deutlich weniger als in Privatpraxen oder im Krankenhaus. Zudem muss man sich sein Gehalt regelmäßig in Form von Drittmitteln selbst einwerben. Die alte akademische Weisheit "publish or perish" hat hier eine sehr reale existenzielle Bedeutung. Die einzelnen Fachgebiete unterscheiden sich ebenfalls erheblich im Verdienstpotential. Als Faustregel gilt, dass "procedures" wie Operationen oder andere invasive Eingriffe wie Herzkatheter mit deutlich höheren Einkommen einhergehen.

Verdienstbeispiele

(Hierbei handelt es sich um grobe Anhaltspunkte.)

  • Neurochirurgen verdienen rund 600.000 Dollar Brutto,
  • nicht-invasive Kardiologen 350.000 Dollar,
  • Anästhesisten circa 300.000 Dollar,
  • Internisten ohne Subspezialisierung circa 160.000 Dollar,
  • Hausärzte und Pädiater sind die Geringverdiener unter den Ärzten, mit Einkommen häufig unter 150.000 Dollar.

In den letzten Jahren erfreut sich unter Internisten, und hier besonders unter IMGs, der relativ neue Beruf des "hospitalist" zunehmender Beliebtheit. Als Hospitalist arbeitet man meist im Schichtdienst, nicht selten "7 on 7 off" (sieben Arbeitstage hintereinander, gefolgt von sieben freien Tagen), mit Festgehältern von circa 100.000 bis teilweise weit über 200.000 Dollar.

Großstadt oder Kuhkaff?

Interessanterweise ist das Einkommen auch stark abhängig von geographischen Faktoren. In medizinisch unterversorgten ländlichen Gebieten verdient man erheblich mehr (manchmal mehr als doppelt so viel) als zum Beispiel in den teuren und beliebten Großstädten an den Küsten. Wer also unbedingt in New York oder San Francisco leben will, muss dort hohe Lebenshaltungskosten mit relativ niedrigen Einkünften ausgleichen.
 
Die hohen Einkommen relativieren sich jedoch durch die ebenfalls sehr hohen medizinischen Haftpflichtprämien. Besonders in den prozedur-intensiven Spezialgebieten liegen die Jahresversicherungsprämien teilweise im sechsstelligen Bereich, besonders bei Chirurgen und Gynäkologen, die auch in der Geburtshilfe arbeiten. Bei angestellten Medizinern übernimmt meist der Arbeitgeber die Haftpflichtprämie, selbstständige Ärzte müssen diese Kosten allein tragen.

Fazit

Die medizinische Ausbildung in Amerika ist hart, aber meiner Meinung nach deutlich besser strukturiert als in Deutschland. Mit einem abgeschlossenen deutschen Medizinstudium ist der Seiteneinstieg ohne Zweifel aufwendig und teuer. Die Chancen auf eine amerikanische Facharztstelle sind jedoch durchaus vorhanden, und man sollte sich bei Interesse von den vielen Hürden nicht abschrecken lassen.
 
Letztlich wird auch in Amerika nur mit Wasser gekocht, und man ist mit einem deutschen Medizinstudium sehr gut für Anforderungen wie die USMLEs gewappnet. Die langfristigen Verdienstmöglichkeiten sind deutlich besser als in Deutschland, allerdings sind die Risiken im Hinblick auf berufliche Haftung und den stets drohenden Verlust der Berufslizenz nicht unerheblich.

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