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Mit der Lizenz zum Fragenstellen

Stethoskop, Arzt, Medizin, Krankheit, Gesundheit [Quelle: freeimages.com, Autor: barky]

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Einen Einblick in die unbekannte Welt der Industrie - das ermöglichte das Roche-Einstiegsprogramm 'Trainee Medical Functions' der Medizinerin Christina Müller. Was sie dort sah, gefiel ihr so gut, dass sie direkt als 'Medical Manager' bei Roche Pharma eingestiegen ist. Spätestens dort wurde ihr bewusst, dass Medizin alles andere als eine Einbahnstraße ist.

Medizinstudenten werden später Ärzte, ganz klar. Oder doch nicht? Welche Möglichkeiten gibt es in der Industrie für Mediziner? Das Roche-Einstiegsprogramm "Trainee Medical Functions" bietet jungen Medizinern die Möglichkeit, in verschiedensten Abteilungen Erfahrungen zu sammeln. Christina Müller hat sich nach ihrer Assistenzzeit dafür entschieden – und es nicht bereut.

Klassische Medizinerlaufbahn - und dann?

Nach ihrem Medizinstudium in Mainz und Dijon promovierte Christina in Nuklearmedizin. Kurz vor ihrem Staatsexamen kam sie auf einer Veranstaltung des Marburger Bundes erstmals mit den Karriereoptionen für Mediziner in der Industrie in Berührung. Diese Möglichkeiten fand sie spannend, beschloss aber trotzdem, erst einmal im kurativen Bereich zu bleiben. "Die Pharmaindustrie war für mich immer eine Blackbox. Als Mediziner wächst man sozusagen in einem Kokon auf. Viele Alternativen kennt man gar nicht."

Nach dem PJ wechselte sie an die Uniklinik Freiburg und kombinierte dort als Assistenzärztin Grundlagenforschung und praktische Arbeit am Patienten. Doch wie sollte es weitergehen? Christina recherchierte auf eigene Faust im Internet und stieß auf das Trainee-Programm für Mediziner bei Roche Pharma. Sie schickte einfach ihre Bewerbung nach Grenzach – und hatte Erfolg.

Türöffner Traineeship

Jedes halbe Jahr stellt Roche Pharma zwei neue Trainees mit medizinischem Hintergrund ein. Das Programm ist ausgelegt auf Mediziner, die gerade von der Uni kommen oder bereits ein bis zwei Jahre Berufserfahrung gesammelt haben. Roche bietet seinen Trainees ein Rotationsprogramm durch mehrere Stationen. "So kann man nicht nur die verschiedenen Abteilungen kennenlernen, sondern gleichzeitig auch sein Netzwerk aufbauen", erzählt Christina.
 
Sechs Monate verbringen die Trainees in der Abteilung für klinische Studien und jeweils drei Monate in anderen Abteilungen wie der Arzneimittelinformation im Kundencenter, dem Marketing, dem Finanz- und Rechnungswesen oder dem Medical Management. "Links und rechts schauen ist absolut möglich. Das Wort 'Trainee' öffnet einem hier alle Türen, jeder hilft weiter und man hat automatisch eine Lizenz zum Fragenstellen."
 
Die meisten Trainees werden nach dem 18-monatigen Programm "Medical Manager" in der Abteilung für "Medical Affairs". Doch sowohl national als auch international ist es auch durchaus möglich, in jede andere Abteilung einzusteigen. Oder wie Christina es ausdrückt: "Als Mediziner kann man in der Industrie eigentlich alles machen."

Wissenschaftliches und wirtschaftliches Arbeiten

Mittlerweile ist auch Christina "Medical Manager" und arbeitet in einem sechsköpfigen Team an einem Medikament, das sie von der medizinisch-wissenschaftlichen Seite betreut. Dabei hat sie viel Kontakt zu anderen Abteilungen. Gemeinsam mit den Kollegen aus dem Marketing erstellt sie etwa Besprechungsunterlagen für Außendienstler. Oder sie entscheidet, was bei einer bestimmten klinischen Studie genau untersucht wird.

Zu ihren weiteren Aufgaben gehören zum Beispiel das operative Studienmanagement, die Zusammenarbeit mit dem internationalen Hauptsitz und die Veröffentlichung von medizinischen Daten. Außerdem trägt sie die Verantwortung für ihr Produktbudget. Im Idealfall erzielt das von ihr betreute Produkt am Ende sowohl wissenschaftlichen als auch monetären Erfolg.

Ihr aktuelles Medikament ist schon länger auf dem Markt. Bisher wird es zur Behandlung eines bestimmten Tumors eingesetzt. Christina und ihr Team versuchen nun, durch die Entwicklung von klinischen Studien neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu generieren, um mögliche weitere Anwendungsgebiete aufzudecken. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit medizinischen Experten eine große Rolle, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Viel Projektarbeit für viele

Das Arbeiten in der Industrie erlebt Christina als vollkommen anders als in der Klinik. "Es gibt wenig Alltag, man ist flexibler und arbeitet an vielen verschiedenen Projekten mit. Und man kann eigene Ideen einbringen. Die Industrie ist ein sehr weites Feld, das macht es unglaublich spannend. Natürlich arbeite ich jetzt nicht mehr direkt am Patienten. Aber dennoch beeinflusst meine Arbeit die Behandlung vieler Menschen. Ich arbeite jetzt sozusagen für viele Patienten gleichzeitig."
 
Die Arbeitszeiten bei Roche sind nicht kürzer als in der Klinik, allerdings gibt es keine Nachtdienste und auch die Wochenenden bleiben meist frei - wenn man nicht gerade auf einen Kongress fährt.

Zurück ins Krankenhaus?

Kommt für Christina eine Rückkehr in den kurativen Bereich in Frage? "Nein, die nächsten Jahre nicht. Roche bietet mir so viele Entwicklungsmöglichkeiten." Aber ganz ausschließen möchte sie die Möglichkeit nicht, irgendwann noch ihren Facharzt zu machen. Viele Mediziner nutzen die Chance, zwischen Industrie und kurativem Bereich hin und her zu wechseln. "Medizin ist keine Einbahnstraße – weder in die eine, noch in die andere Richtung."

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