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Das Gesundheitssystem ist angeschlagen

Blutkonserve Arzt Medizin [Quelle: sxc.hu Autor: combinat]

Blutkonserve Arzt Medizin [Quelle: sxc.hu Autor: combinat]

'Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker': Wer dem Arzt wirklich Fragen stellen will, muss in Zukunft immer länger warten - und der Arzt wird immer weniger Zeit haben. Wenn sich im Gesundheitswesen nichts Grundlegendes ändert, bleiben in den nächsten zehn Jahren 40 Prozent der Stellen für Ärzte unbesetzt.

Im Jahr 2020 werden in der Medizin 56.000 Fachkräfte fehlen, 2030 ist aller Voraussicht nach jede dritte Arztstelle in einer Klinik und jede zweite in einer Praxis frei. Das zeigt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR im Auftrag der Beratungsgesellschaft PwC. Sie prognostiziert mit Hilfe von Daten zum Arbeitsmarkt, zur Altersstruktur und der Ausbildungsentwicklung, dass der demografische Wandel dem Gesundheitswesen große Probleme bereiten wird.

 

Deutschland wird alt

In Deutschland werden immer mehr Menschen immer älter. So entsteht ein immer größerer Bedarf an medizinischem Personal und Pflegekräften. Aber auch viele der heutigen Ärzte, Schwestern und Pfleger gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. 2020 werden mehr als 200.000 Sprechstundenhilfen und über 45.000 Laborkräfte fehlen. Krankenschwestern droht eine 60-Stunden-Woche, Patienten längere Wartezeit. Das verbleibende Personal wird überlastet sein, die Versorgungssituation schlechter. 

Kein Geld, keine Lösung?

Auch ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden steht bevor: 35 Milliarden Euro könnten durch den Fachkräftemangel verloren gehen. Reformen und effizientere Strukturen sollen die Rettung für das kränkelnde Gesundheitssystem bringen.

Mit Effizienz gegen Personalmangel

Medizinische Versorgungszentren könnten ein Schritt zur Lösung sein. In ländlichen Gegenden können sie in unterschiedlicher Trägerschaft Kliniken und Praxen ersetzen. In der Fläche kämen Landärzte zum Einsatz. Aber auch die Arbeitsabläufe müssten besser strukturiert werden. Eine optimale Verzahnung stationärer und ambulanter Behandlung vermeidet Doppeluntersuchungen und spart Geld und vor allem Personal. Hierzu tragen auch vereinfachte Prozesse in der Verwaltung bei - wie die konsequente Durchsetzung der elektronischen Krankenakte.

Jobs flexibel gestalten

Auch die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte müssen reformiert werden. Gerade für Frauen bietet das Gesundheitswesen nur den Teilzeitjob als familienfreundliche Lösung. Kindergartenplätze, alternative Betreuungsmöglichkeiten und flexible Arbeitszeiten könnten mehr Frauen von Vollzeittätigkeiten überzeugen und somit für Nachschub an Fachkräften sorgen.

Hilfe aus dem Ausland

Trotz aller Maßnahmen wird das deutsche Gesundheitssystem auf Kräfte aus dem Ausland angewiesen sein. Dazu ist es unerlässlich, die Bestimmungen zu Einreise- und Arbeitserlaubnis zu überprüfen und medizinischem Personal keine Steine in den Weg zu legen. Ausländischem Pflegepersonal müssten zudem attraktive Arbeitsbedingungen inklusive einer angemessene Bezahlung in Aussicht gestellt werden.

Vorausschauen statt Nachsehen

Arbeitgeber und Staat sollten Vorsorgemaßnahmen stärker unterstützen. So könnte die Lebenszeit, in der Menschen nicht auf medizinische Hilfe oder Pflege angewiesen sind, verlängert werden. Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung durch Belastungen am Arbeitsplatz müsste noch stärker als bisher vorgebeugt werden, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

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