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Die letzte Hürde vor dem Medizin-Studium

Test Multiple Choice (Quelle: freeimages.com, arroclint)

Quelle: freeimages.com, arroclint

Vor ihrer Zulassung zum Medizin-Studium müssen sich 2013 in Deutschland mehr als 10.000 Bewerber durch den Mediziner-Test 'bewerten' lassen. Mittlerweile setzen 18 Hochschulen in Deutschland den Test zur Auswahl ihrer Studenten ein. Was genau der Mediziner-Test ist, und wie die Aufgaben aussehen, erfährst du hier.

Der Mediziner-Test oder offiziell "Test für medizinische Studiengänge" (TMS) ist ein Fähigkeitstest, der überprüft, wie geeignet ein Studienplatz-Bewerber ist, das Medizin-Studium erfolgreich zu absolvieren. Der Test prüft also nicht, ob jemand künftig eine gute Ärztin oder ein guter Arzt werden wird. 

1. Warum muss ich den Mediziner-Test machen?

Fähigkeitstests werden von Hochschulen immer häufiger zur Auswahl von Studenten verwendet. Sie gelten als fair, objektiv und ökonomisch. Hochschulen schätzen die hohe Aussagekraft der Test-Ergebnisse und die seriöse Vergleichbarkeit einzelner Ergebnisse. "Der TMS wird von einem Team von Hochschuldozenten und Testpsychologen entwickelt. Ein aufwändiger Entwicklungsprozess garantiert eine sehr hohe Qualität der Eignungsfeststellung", sagt Dr. Alexander Zimmerhofer, verantwortlich für den TMS bei ITB Consulting. Die ITB Consulting entwickelt seit vielen Jahren erfolgreich Testverfahren für Hochschulen, darunter auch den Mediziner-Test, der eines der größten Testprojekte Europas ist. 

2. An welchen Unis wird der Mediziner-Test eingesetzt?

Du musst den TMS absolvieren, um Medizin an folgenden Universitäten zu studieren: Bochum, Erlangen-Nürnberg, Freiburg, Halle, Heidelberg, Leipzig, Lübeck, Mainz, Mannheim, München, Oldenburg, Tübingen, Ulm, Würzburg und Regensburg. In der Regel verwenden Hochschulen bei der Vergabe ihrer Studienplätze im Fach Medizin eine Kombination aus Abitur-Note und Testergebnis im TMS. Einige Hochschulen nutzen zusätzliche Kriterien wie das außerschulische Engagement, das Bewerber durch Mitarbeit in Vereinen, in der Kirche oder anderen sozialen Einrichtungen belegen können.

3. Wie funktioniert der Mediziner-Test?

Mit folgenden Aufgaben-Typen werden die Studienplatz-Bewerber im Mediziner-Test konfrontiert:

  • Muster zuordnen – Zur Erfassung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit
    Ein grafisches Muster (zum Beispiel ein Ausschnitt aus einer anatomischen Zeichnung) ist zusammen mit fünf unterschiedlichen Ausschnitten abgebildet, von denen nur einer völlig identisch ist mit der Vorlage, während in den übrigen Ausschnitten Veränderungen vorgenommen wurden.
  • Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis – Zur Erfassung verbal-schlussfolgerndem, deduktivem Denkens in fachbezogenen Kontexten
    Jede Aufgabe besteht aus einem kurzen Text (etwa zehn Zeilen), gefolgt von einer Frage. Im Text werden zum Beispiel physiologische Regelkreise oder anatomische Strukturen beschrieben. Der Bearbeiter muss diese Informationen aufnehmen, integrieren und Schlüsse ziehen – beispielsweise über die Folgen einer bestimmten Störung oder Verletzung. Alle hierfür erforderlichen Informationen werden im Text vorgegeben, sodass kein Fachwissen erforderlich ist.
  • Schlauchfiguren - Zur Erfassung des räumlichen Vorstellungsvermögens
    Eine Fotografie zeigt die Vorderansicht eines durchsichtigen Würfels, in den ein oder mehrere gebogene Kabel eingeschlossen sind. Ein zweites Foto zeigt denselben Würfel aus einer anderen Perspektive. Der Bearbeiter hat anzugeben, um welche Perspektive es sich dabei handelt.
  • Quantitative und formale Probleme – Zur Erfassung der Fähigkeit, in medizinischen und naturwissenschaftlichen Kontexten mit Zahlen, Größen, Einheiten und Formeln korrekt umzugehen
    Die Aufgabengruppe besteht aus "eingekleideten Rechenaufgaben". Vorausgesetzt werden mathematische Kenntnisse und Fertigkeiten aus der Mittelstufe wie zum Beispiel Prozent- und Anteilsrechnung oder das Umformen einfacher algebraischer Terme. Zur Lösung müssen naturwissenschaftliche Zusammenhänge in mathematische Strukturen abgebildet werden und umgekehrt.
  • Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten – Zur Erfassung der Fähigkeit, visuelle Zeichen schnell wahrzunehmen und präzise zu kategorisieren
    In einer langen Serie von Buchstaben müssen bestimmte Buchstabenkombinationen erkannt und gemäß den Regeln markiert werden. Die Bearbeitungszeit ist hier besonders knapp bemessen.
  • Textverständnis – Zur Erfassung der Fähigkeit, lehrbuchartige Texte zu verstehen und Schlussfolgerungen zu ziehen
    Vier Texte (je etwa eine dreiviertel Seite lang) mit medizinisch-naturwissenschaftlichen Themen werden vorgegeben, gefolgt von jeweils sechs Fragen dazu.
  • Figuren lernen – Zur Erfassung der Merkfähigkeit für grafisches Material
    Es werden 20 unregelmäßige Figuren präsentiert, die jeweils in fünf Felder unterteilt sind; eines dieser Felder ist geschwärzt. Nach einem Zeitintervall werden die Figuren in veränderter Reihenfolge und ohne die Schwärzungen erneut vorgegeben. Der Bearbeiter hat nun jeweils anzugeben, welcher der Teile ursprünglich geschwärzt war.
  • Fakten lernen – Zur Erfassung der Merkfähigkeit für verbales Material
    Eine Liste mit 15 fiktiven Patientenbeschreibungen wird vorgegeben. Jede Beschreibung besteht aus einem Namen, einer Alters- und einer Berufsangabe, der Diagnose und einem weiteren Merkmal. Nach einem Zeitintervall werden 20 Fragen zu den Details der Patientenbeschreibungen gestellt.
  • Diagramme und Tabellen – Zur Erfassung der Fähigkeit, Informationen aus komplexen Diagrammen und Tabellen zu erschließen
    Jede Aufgabe zeigt ein Diagramm oder eine Tabelle, teilweise auch zwei aufeinander bezogene Grafiken, gefolgt von einer Frage. Der Bearbeiter muss einzelne Messwerte identifizieren, Vergleiche anstellen, Mittelwerte abschätzen oder Tendenzen erschließen.

Die Summe der Ergebnisse aus allen Aufgaben ermöglicht eine präzise Vorhersage des Studien-Erfolgs. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

4. Wie kann ich mich auf den Mediziner-Test vorbereiten?

Eine gute Vorbereitung auf den Mediziner-Test ist sinnvoll, da der Test in der vorgegebenen Zeit von sechs Stunden bewältigt werden muss. Die Test-Aufgaben lassen sich am effizientesten lösen, wenn die Teilnehmer bereits eine Vorstellung davon haben, was bei den einzelnen Aufgabentypen erfragt wird und wie der Lösungsweg aussehen kann.

"Man kann den TMS nicht trainieren, denn die Aufgaben testen eine bestimmte, grundsätzliche intellektuelle Eignung. Trotzdem ist eine gute Vorbereitung das A und O, wenn Teilnehmer am Mediziner-Test ihre Chancen auf ein gutes Ergebnis und damit einen Medizin-Studienplatz erhöhen wollen: Wer sich erst am Testtag anschaut, was bei einer Aufgabengruppe verlangt wird, hat nicht den besten Start erwischt", erklärt Zimmerhofer von der ITB Consulting. Experten empfehlen daher etwa 40 Stunden zur Vorbereitung.

Allgemeine Tipps zur Vorbereitung

  • Rechtzeitig mit der Vorbereitung beginnen und etwa 40 Stunden dafür einplanen
  • Sich mit allen unterschiedlichen Aufgabentypen auseinandersetzen
  • Probeaufgaben in der kostenlose Informationsbroschüre durcharbeiten
  • Lösungswege mit Freunden oder der Familie diskutieren
  • Techniken zur Entspannung nutzen
  • Gemütlich anreisen, vielleicht schon am Vortag
  • Durch gute Vorbereitung gelassener in den Test gehen

Studien haben gezeigt, dass es nicht notwendig ist, teure Vorbereitungskurse zu belegen. Die offiziellen Vorbereitungsmöglichkeiten sind genauso effektiv und meist auch kostenlos oder zumindest um einiges günstiger.

5. Bearbeitungstipps für den Test

  • Gleichmäßiges und sorgfältiges, aber dennoch zügiges Arbeiten verspricht den besten Erfolg.
  • Genaues Lesen der Aufgaben ist eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Ergebnis im Test; leicht übersieht man beim bloßen Überfliegen der Texte eine für die Lösung bedeutsame Information.
  • Da die ersten Aufgaben einer Aufgabengruppe im Durchschnitt leichter sind als die folgenden, empfiehlt es sich, die Aufgaben in der Reihenfolge zu bearbeiten, in der sie im Aufgabenheft vorgegeben sind. 
  • Bei manchen Aufgaben ist es am günstigsten, zunächst selbst nach der Lösung zu suchen und erst dann nachzusehen, ob sich die eigene Lösung unter den vorgegebenen Antworten befindet.
  • Bei Zeitnot gibt es die Möglichkeit, nach einer kurzen und eher oberflächlichen Betrachtung der Aufgabenstellung die für richtig gehaltene Antwort zu markieren. Allerdings gilt dies nicht für den Konzentrationstest, da es dort Punktabzug für falsches Markieren gibt.

6. Wann und wo findet der Mediziner-Test statt?

  • 10. Mai 2014 an ungefähr 40 Orten verteilt in ganz Deutschland. 
  • Weitere geplante Termine: 9. Mai 2015
  • Rechtzeitig anmelden: Die Anmeldefristen für den Mediziner-Test sind von Anfang Dezember bis Mitte Januar. Anmeldungen zu einem späteren Zeitpunkt sind nicht möglich (Ausschlussfrist). Fällt das Ende der Anmeldefrist auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, verlängert sich die Anmeldefrist nicht bis zum Ablauf des nächstfolgenden Werktages (§ 31 Abs. 3 Satz 2 Landesverwaltungsverfahrensgesetz Baden-Württemberg).

 7. Beispielaufgaben mit Lösungen

Hier findest du Originalaufgaben aus dem Mediziner-Test zum selber Ausprobieren.

 8. Weitere Infos und offizielle Möglichkeiten zur Vorbereitung

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Kommentare (2)

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  1. D.E.

    Ich habe dieses Jahr am TMS teilgenommen und mich sehr intensiv darauf vorbereitet. Die 40 Stunden halte ich für untertrieben. Nach mühsamen, wochenlangem Training konnte ich meine Ergebnisse teils um fast 100% verbessern. Der Wert des Testes belibt mir mehr als schleierhaft. Ich habe mehreren mir bekannten (erfolgreichen) Medizinstudenten die Aufgaben vorgelegt und sie alle schnitten nicht besonders gut ab, trotz mehrmaligen Versuchen. Ich finde es sehr ungerecht dass der Test nur einmal absolviert werden kann, da sicher jeder einmal einen schlechten Tag hat bzw. die Aufgaben mal leichter, mal schwieriger erscheinen. Eine Unverschämtheit war, dass eine "Aufpasserin" während dem Untertest "Muster zuordnen" behauptete, ich würde bereits eine andere Aufgabengruppe bearbeiten (strengstens verboten). Im Endeffekt hat die ITB Conulting GmbH geschlampt und die Farbe des Papiers für "Muster zuordnen" hatte auf der letzten die vom nächsten Test. (Jeder Untertest ist auf verschiedenfarbiges Papier gedruckt, um zu sehen, wer vorblätter). Ich bin dann ganz erschrocken und habe auf den Testleiter gewartet. Dadurch konnte ich eine Aufgabe nciht bearbeiten, Zeit bekam ich keine mehr. Bei anderen Testteilnehmern waren die Blätter in den Testheften teils verkehrt herum eingeheftet --- Zeitverlust! Das ist natürlich fatal, bei einem Test, bei dem Zeit eine wichtige Rolle spielt. 0 Punkte für ITB für konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten! 50€ sind völlig überteuert, wenn man das mit der Anmeldezahl 13500 multipliziert, kann man sich denken was diese Leute einnehmen. Ebenso der Online- ZUgang zum Übungsportal - völlig überteuert! Dass man nach Bekanntgabe der Resultate den Test nie mehr sieht, finde ich auch ungerecht, denn nie wird man prüfen können, wo diese Organsation noch ungewissenhaft gearbeitet hat. Trotz allem kann man natürlich sagen, dass der Test für Leute wie mich (Abischnitt 2,1) eine Rettung sein kann. Ohne ihn würde ich sicher die nächsten Jahre Wartesemester sammeln müssen. Also an alle: Egal was die ITB Consulting GmbH sagt, wenn man richtig lange und intensiv übt und ein bisschen Glück hat, ist es alles andere als Zufall unter die Besten zu kommen!

  2. Anonym

    "Man kann den TMS nicht trainieren"

    40 Stunden halte ich für etwas viel, wenn es nur darum gehen soll die Aufgabenstellung zu begreifen. Ich arbeite als Dozent für ein privates Institut, das Vorbereitungskurse für den TMS anbietet. Zu Beginn und am Ende eines Kurses simulieren die Teilnehmer den Test. Wenn man die Ergebnisse vorher und nachher vergleicht stell man fest: Die verschiedenen Untertests lassen sich unterschiedlich gut trainieren. Aber trainieren lassen sich alle.

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