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Alternativen zum Arztberuf

Ärztin Stethoskop Krankenzusatzversicherung (© fotum - fotolia.com)

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Als Arzt arbeitet man in einer Klinik oder Praxis? Nicht unbedingt, denn für Mediziner gibt es auch Berufe jenseits von OP und Notaufnahme.

Medizinjournalist

Wenn dir die Kreativität im Arztberuf fehlt und es deine Lieblingsbeschäftigung ist, seitenlange Patientenanamnesen zu schreiben, dann könnte der Medizinjournalismus was für dich sein. Der Job eines Medizinjournalisten ist vielseitig. Es gibt Jobs bei der Zeitung, bei Verlagen, Magazinen, beim Fernsehen, beim Hörfunk oder bei diversen medizinischen Gesellschaften im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Von Lyrik über Fachartikel bis hin zu Belleristik ist hier alles erlaubt und grundsätzlich auch möglich.

Zum Berufsbild "Medizinjournalist" führen viele Wege. Wichtig ist, dass man das Schreiben als Handwerk begreift, das richtig erlernt werden muss. Ein Großteil der Berufs­anfänger absolviert zunächst ein Volontariat. Es dauert meist eineinhalb bis zwei Jahre und wird in einer Redaktion abgeleistet. Ein Pluspunkt dieses Wegs: Volontäre erleben den Redaktionsalltag hautnah und sammeln dabei wertvolle praktische Erfahrungen. Eine zweite Möglichkeit, in den Journalismus einzusteigen, führt über ein Studium der Journalistik, Publizistik oder Kommunikationswissenschaft. Entsprechende Grund- oder Aufbaustudiengänge werden von verschiedenen Unis und Fachhochschulen angeboten. Sie führen zum Abschluss Diplom, Bachelor oder Master. Alternativ kann man als angehender "Schreiberling" versuchen, einen der heiß begehrten Plätze an einer Journalistenschule zu ergattern, zum Beispiel der Henry-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Ein Kandidat muss dafür Aufnahme­prüfungen bestehen, Arbeitsproben abliefern und sich oft gegen Hunderte von Mitbewerbern durchsetzen. Gerade für Berufsanfänger ist das eine enorme Herausforderung.

Neben dem Wunsch und dem dazugehörigen Talent, sich mit schwarzer Tinte auf weißem Blatt auszudrücken, gehören zum Beruf des Medizinjournalisten viel Eigenmotivation, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen. Nur die wenigsten Medizinjournalisten finden einen Job mit einem festen Arbeitsvertrag. Der klassische Medizinjournalist arbeitet als Freelancer, hangelt sich von Auftrag zu Auftrag und nutzt oft die eigenen vier Wände oder das Café um die Ecke als Arbeitsraum. Manche Medizinjournalisten sind nur im Nebenberuf Journalisten: Eine gute Möglichkeit, um beide Leidenschaften zu verbinden.

Der Verdienst als Medizinjournalist ist leider nicht so rosig wie der eines Chefarztes. Die meisten Medizinjournalisten schaffen es erst nach mehreren Jahren, von ihrem Beruf gut leben zu können. Ein großes Netzwerk von Kunden und Arbeitgebern aufzubauen ist daher das A und O.

Ein klarer Vorteil sind die Arbeitszeiten. Natürlich hat man auch hier Phasen mit viel Druck und Stress, aber in den meisten Fällen kann man seine Zeiten relativ flexibel einteilen. Und als freier Journalist ist man sowieso sein eigener Chef. 

Arbeit bei einer internationalen Organisation

Die Arbeit bei einer internationalen Organisation oder einem sozialen Hilfswerk ist für viele junge Mediziner und auch Medizinstudenten ein großer Traum. Man kommt um die Welt, sieht die verschiedenen Facetten der medizinischen Versorgung und findet - mehr als in jedem anderem Bereich - einen Sinn in seiner Tätigkeit.

Wer Medizin studiert, um humanitäre Hilfe zu leisten, sollte jedoch wissen, dass dies erst nach einer mehrjährigen Erfahrung im Krankenhaus sinnvoll ist. Die allermeisten Hilfsorganisationen suchen Fachärzte, oder Ärzte mit mindestens zwei bis drei Jahren Weiterbildungszeit auf dem Buckel. Hinzu kommt, dass man von solchen Einsätzen, die einige Monate bis Jahre dauern können, finanziell in der Regel nicht über die Runden kommt. In den meisten Fällen braucht es ein zweites Standbein im Sinne einer Praxis oder einer Festanstellung in einem Krankenhaus, die nach dem Einsatz im Ausland wieder aufgenommen werden kann.

Alternativ gibt es Ärzte, die sich politisch bei verschiedenen Organisationen wie der UN oder Ärzteverbänden engagieren. Hier benötigt es für den Einstieg meistens eine kleine Portion Vitamin B, sowie eine gute Grundkenntnis der nationalen und internationalen Gesundheitsstrukturen. Idealerweise hast du dich schon im Studentenverband deiner Uni engagiert und weißt somit, wie die Strukturen in so einem System funktionieren.

Die Arbeit bei einer internationalen Organisation wie dem Roten Kreuz, der UN oder bei Ärzte ohne Grenzen ist kein nine-to-five Job und keine leichte Kost. Daher sollte man vorab ein Praktikum oder Volontariat anstreben, um sich live und vor Ort die Arbeitsabläufe und Möglichkeiten einer Anstellung in dem Bereich anzusehen.

Ärzte sind bei der Pharmaindustrie immer begehrt. Ob im Bereich Forschung, Produktentwicklung, Patientenstudien, Management oder Marketing - theoretisch ist alles möglich. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass die Pharmaindustrie ein ganz anderes Arbeitsumfeld liefert und eine völlig neue Perspektive auf die Medizin bietet. Das kann sehr spannend sein, bedeutet aber auch, dass es nicht unbedingt einfach ist, in dieser Branche den Einstieg zu schaffen. Gesucht werden vor allem Ärzte mit langjähriger Berufserfahrung, idealerweise einem Facharzttitel oder einer Fortbildung im gesundheitsökonomischen Bereich.

Den Sprung in den Pharmateich schafft man oft über einen Direkteinstieg. Wer vorher schon Praktika in entsprechenden Unternehmen absolviert hat, bekommt oft den Vorzug. Je nach Aufgabengebiet kann ein Zweitstudium in z.B. BWL oder Marketing förderlich sein. Wer die obersten Chefetagen erklimmen möchte, hat mit einem MBA noch bessere Chancen.

Die Bezahlung lässt hier von Anfang an nicht zu wünschen übrig. Die Pharmaindustrie schafft gerne finanzielle Anreize, um Ärzte für ihre Branche zu begeistern, was auch für die meist sehr humanen und familiengerechten Arbeitszeiten gilt.

Doch Vorsicht: Wer nur in die Industrie geht, weil er in der Klinik unzufrieden ist, wird langfristig nicht glücklich werden. Denn man muss wirklich offen für neue Themen sein und die Herausforderung lieben. Medizinstudenten, die sich für eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft interessieren, sollten am besten zunächst einige Jahre in der Klinik arbeiten, um eine inhaltliche Basis aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln. Was auch hilft: Einfach mal zu einer Firma hingehen und mit Medizinern sprechen, die dort arbeiten.

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