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"Die Kunst, eine Villa zu bauen"

Stift, Kugelschreiber, Kulli, Block, Schreiben [Quelle: freeimages.com, Autor: iprole]

Quelle: freeimages.com, iprole

Studierende der Rechtswissenschaften sind nicht gerade als große Handwerker bekannt. Ihre Fähigkeiten liegen mehr im Schreiben von Gutachten und Ausfechten von Meinungsstreitigkeiten. Doch wer im Examen erfolgreich sein will, sollte Stein auf Stein setzen können. Damit am Ende nicht nur eine Hütte, sondern eine Villa steht, hier eine Bauanleitung in fünf Schritten.

1. Fundament – Wahl des richtigen Repetitoriums

Mit dem Fundament steht und fällt das Haus. Die Grundlage für ein erfolgreiches Examen ist die Wahl des passenden "Basisprodukts", wobei wir auch schon bei der juristischen Gretchenfrage wären: Soll ich ein kommerzielles oder universitäres Repetitorium besuchen? Dazu wurde schon viel geschrieben. Um es auf den Punkt zu bringen, es kommt auf zwei Faktoren an: Erstens die örtlichen Gegebenheiten der Repetitorien, zweitens deine individuellen Fähigkeiten. An manchen Standorten können die universitären längst mit den kommerziellen Repetitorien mithalten. Dort solltest Du den universitären Angeboten zumindest eine Chance geben, denn da ist sogar dauerhaftes "Probehören" kostenlos. Solide Grundkenntnisse des Stoffs sind meist Voraussetzung für ein universitäres Repetitorium. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kandidaten, die selten in der Universität waren, durch das universitäre Repetitorium unpassend vorbereitet werden, da sie an der falschen Stelle abgeholt werden. Informiere dich bei Kommilitonen, welche Erfahrungen sie mit den verschiedenen Angeboten gemacht haben!

2. Erdgeschoss – Klausuren schreiben

Das ganze Wissen nützt dir nichts, wenn du es nicht zu Papier bringen kannst. Immer wieder geistern Zahlen durch die Universitäten, wie viele Klausuren man mindestens geschrieben haben muss. Wahrscheinlich hast Du auch schon die "richtige" Zahl gehört. Diese liegt  irgendwo zwischen 30 und 70. Die Anzahl der Klausuren hängt stark davon ab, ob du ein Typ bist, der sein Wissen gut niederschreiben kann oder nach jedem Satz aussetzen muss. Dementsprechend solltest du selbstbewusst entscheiden, die Zeit lieber ins Lernen zu investieren, wenn du mit dem Stift umgehen kannst. Stelle dich frühzeitig der Aufgabe! Um die nötige Erfahrung zu sammeln, solltest du keine Zeit vergeuden und die Klausuren unter Examensbedingungen und -niveau schreiben. Viele Universitäten bieten ein hervorragendes Programm.

3. Obergeschoss – Lernumfeld ausbauen

Selten haben Leute ein Prädikatsexamen "alleine" geschafft. Auch wenn Gruppenarbeiten im Studium eine äußerst seltene Angelegenheit darstellen, solltest du dir eine passende Lerngruppe suchen. Dort gelten die üblichen Tipps: Bitte nicht zu viele und bitte nicht zu freundlich. Es geht schließlich um dein Examen und nicht um gemeinsame Partyplanung. Manchmal sind die Ziele zu unterschiedlich gesteckt. Im Gespräch miteinander kann man klären, was die einzelnen Teilnehmer erreichen möchten. Das bleibt auch für die Zeit während der Lerngruppe bestehen. Sobald du merkst, dass läuft seit einigen Sitzungen etwas schief läuft, sprich es an! Zumeist sind dir die anderen dankbar dafür, dass es jemand die Diskussion anstößt. Schraubt das Niveau der Lerngruppe fortwährend hoch! Am Anfang reichen Abfragerunden. Danach sollten (aktuelle) Fälle besprochen werden.

4. Dach – Aktuelle Rechtsprechung studieren

So langsam kommen wir in die Regionen, die nicht jeder bei seiner Vorbereitung berücksichtigt. Neben der Wiederholung und dem Erlernen neuen Stoffs bleibt wenig Zeit für die aktuelle Rechtsprechung, die lästigerweise während der Examensvorbereitung einfach weitermacht. Wäre es nicht fair, dass im August 2014 nur Rechtsprechung von Mai 2012 bis Mai 2014 abgefragt wird? Wird es aber leider nicht. Als grober Richtwert lässt sich dieses Spektrum dennoch zu Grunde legen. Konzentriere dich dabei auf die gängigen Ausbildungszeitschriften. Sie übernehmen die erste Arbeit für dich und sortieren aus, was unwichtig ist.

5. Inneneinrichtung – Profis fragen

Wer immer noch nicht genug hat, sollte sich einen Profi für sein Examen suchen. Das ist sinnvoll, um die Zeit zwischen dem Repetitorium und dem Examen zu überbrücken. Es tut gut, alle offenen Fragen (von denen man denkt, dass sie exorbitant wichtig seien) beantwortet zu bekommen. Man hat Gewissheit, dass man sich nicht in Details verliert, die Spannung hoch bleibt und die Vorbereitung komplett war. Alternativ hilft auch ein Austausch mit Freunden, die ein anderes Repetitorium besucht haben. Was waren dort die maßgebenden Inhalte? Wie es sich aber stets mit der Inneneinrichtung verhält: Sie ist Geschmackssache!

Verliere auf dem Weg durch das Examen nie dein eigentliches Ziel aus den Augen: Warum baust du das Haus eigentlich? Welche Türen stehen dir anschließend offen?

Alles Gute für deinen Weg durch das Examen!

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