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Sieben Sta­ti­ons­vor­schläge für das Refe­ren­da­riat

Grübeln Denken Nachdenken Pfeile Gedanken Lösung finden lösen Entwirren Klären [Fotolia, kantver]

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Im Referendariat kann man alles Mögliche ausprobieren – und das sollte man auch. Bloß: Was genau eigentlich? Wer noch auf der Suche ist, kann sich von diesen sieben spannenden Stagen im In- und Ausland inspirieren lassen.

Nicht erst bei der Wahl-, sondern schon bei der Verwaltungs- und der Anwaltsstation können (und müssen) Referendare sich ihren Ausbilder selber suchen. Zwar sind sie dabei etwas weniger frei, weil der Ausbilder zur Ausrichtung der jeweiligen Stage passen muss und für Auslandsaufenthalte je nach Bundesland gewisse Beschränkungen gelten können. Dennoch muss man nicht unbedingt bis zur Wahlstation warten, um sich einen besonderen Wunsch zu erfüllen – auch, wenn diese sich am besten dazu anbietet.

Allen dreien ist aber gemein: Wer etwas Besonderes ausprobieren und erleben will, muss sich früh kümmern. Neben allgemeinen Fragen wie der Finanzierung – große Sprünge lassen sich allein mit der kargen Unterhaltsbeihilfe meist nicht machen – gilt es, stationsbedingte Angelegenheiten zu klären: Wie frühzeitig muss ich mich bewerben? Wie komme ich vor Ort an eine Wohnung? Und falls es international sein soll: Was kostet das Visum und woher bekomme ich es?

Bevor es aber so weit ist, stellt sich die schwierigste aller Fragen: Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt? Lust, mal irgendwie "was anderes" zu machen, haben viele – konkreter wird es oftmals nicht. So kann es schon schwierig werden, überhaupt herauszufinden, welcher Ausbilder was anbietet. Vom Dienstherrn oder dem zuständigen Oberlandesgericht gibt es Listen bekannter Ausbilder, die Referendare annehmen und als erster Anhaltspunkt dienen können. Wer etwas Ausgefalleneres sucht, wird aber eher durch Internetrecherche oder Tipps von Kommilitonen fündig. Oder auf den folgenden Seiten.  

1. Die USA

Endlich mal dabei sein, wenn sich vor Gericht heftig beleidigt wird, ambitionierte Verteidiger laut "Objection!" rufen und der Richterhammer knallt – für einen Einblick in die Welt der amerikanischen Gerichtsbarkeit, die der Darstellung in TV-Serien etwas näher kommt als die unsere, fliegt man am besten selbst in den gelobten Westen. Dort gibt es nicht nur Ableger internationaler Kanzleien, sondern auch Anwälte und Behörden mit deutschen Wurzeln oder Bezügen zum deutschen Recht, die gern Referendare aufnehmen.

So kann man etwa für eine Manhattaner Boutique als Raubkunstretter kreuz und quer durch die New Yorker Counties touren. Oder deutsche Unternehmer im Dienst der deutsch-amerikanischen Außenhandelskammer bei ihren Expansionsplänen in die USA beraten.

Prinzipiell gibt es in jedem großen Ballungsraum um die US-Metropolen herum kleine wie große potentielle Ausbilder. Allen ist gemein, dass man das spezielle J-1-Visum benötigt, um als Referendar bei ihnen arbeiten zu dürfen. Dieses zu erhalten dauert lang, ist aufwendig und schlägt mit rund 1.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen die teils horrenden Wohnungspreise: Gerade in besonders attraktiven Metropolen wie New York werden schnell weitere 1.000 Euro oder mehr pro Monat für die Miete fällig, von Inlandsreisen ganz zu schweigen. Zum Teil lässt sich das über eine etwaige Vergütung wieder reinholen, in voller Höhe eher selten, weshalb viele Referendare sich damit anfreunden müssen, auf ihren US-Aufenthalt draufzuzahlen.

2. Bundesgerichte und Bundestag

Erstklassige Erfahrungen kann man nicht nur jenseits des Atlantiks, sondern auch an den hiesigen Gerichten machen. Und wenn schon, denn schon: Warum also nicht einfach mal frech beim Bundesverfassungsgericht oder dem Bundespatentgericht bewerben? Dass das überhaupt möglich ist, ist vielen nicht bewusst. Was unter anderem daran liegen dürfte, dass die Bewerbungsverfahren nicht einheitlich sind und freie Posten nicht beworben werden. Wer aber Initiative mitbringt, kann im Referendariat den Instanzenzug von oben her kennenlernen.

"Kleiner" Haken: Für die Station an Bundesgerichten muss die Note stimmen. Eine offizielle Mindestpunktzahl gibt es nicht, Bewerbungen mit einem "ausreichend" im ersten Staatsexamen dürften aber wenig erfolgsversprechend sein. Außerdem ist es hilfreich, für das jeweilige Rechtsgebiet ein besonderes Interesse nachweisen zu können.

Relativ unkompliziert ist der Bewerbungsprozess für eine Station im Deutschen Bundestag; hier fällt die Entscheidung ohne persönliches Gespräch. Die Aufgaben dort haben zwar ebenso einen juristischen Bezug, sind aber breiter gestreut als an den Bundesgerichten. So können Referendare grob den Bereich angeben, in dem sie eingesetzt werden möchten, etwa beim Wissenschaftlichen Dienst oder den einzelnen Referaten wie "Parlament und Abgeordnete".

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"Perspektiven für Juristen" gibt einen Überblick über Berufsbilder und bietet hilfreiche Tipps für die Studien- und Karriereplanung für angehende Juristen.

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