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140.000 Euro für Berufseinsteiger

Jura Hammer Geld (© Vladislav Gajic - fotolia.com)

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Unter den großen Anwaltskanzleien ist ein Bieterwettkampf um die besten Nachwuchsjuristen entstanden. Wie lange kann sich die Gehaltsspirale noch weiterdrehen?

Sie sind ehrgeizig, wortgewandt, bestens ausgebildet, haben schon etwas von der Welt gesehen und – das Wichtigste: Sie haben zwei schwierige und körperlich aufreibende Staatsexamen mit großem Erfolg, nämlich mit dem Prädikat, absolviert. Gerade mal 2 Prozent erreichen im zweiten juristischen Staatsexamen die Noten "sehr gut" und "gut" laut der jüngsten Prüfungsstatistik des Bundesamts für Justiz. Immerhin noch jeder sechste Kandidat unter den fast 8.800 geprüften Referendaren verdient sich sein "voll befriedigend".

Es dreht sich dabei insgesamt um ungefähr 1.000 Nachwuchsjuristen, um deren Gunst vorwiegend Großkanzleien mit großen Versprechungen werben – und dabei mit Einstiegsgehältern von mittlerweile bis zu 140.000 Euro besonders tief in die Tasche greifen. Denn von Werbebotschaften wie "spannende Mandate", "tolle Arbeitsatmosphäre" und "ausgewogene Arbeitszeiten" lassen sich die im Regelfall gut informierten Bewerber kaum noch blenden. Stattdessen stehen materielle Werte nach einer aktuellen Umfrage der Meinungsforscher von Yougov ganz oben auf der Agenda von Berufseinsteigern: Für 41 Prozent der 18- bis 24-Jährigen ist die Bezahlung wichtiger als Flexibilität im Beruf und geringe Arbeitszeiten. Für Nachwuchsjuristen spielt das finanzielle Angebot eines potentiellen Arbeitgebers ebenfalls eine große Rolle. Bei mittlerweile üblichen sechsstelligen Gehältern im ersten Berufsjahr wird kein Junganwalt mehr unruhig; viele haben schon im Referendariat als Mitarbeiter einer Kanzlei gut verdient und sind mit der "Gehälterrallye" bestens vertraut.

Gehälterrallye – so bezeichnen Bewerber, Personalberater und sogar die Anwälte in Großkanzleien den Wettbewerb um die besten Juristen. In Anlehnung an das Englische ist häufig auch von dem "War for Talent" die Rede. Für die Kanzleien ist es ein quasi "geschlossener Bewerbermarkt". Denn mit den Gehältern, die Kanzleien bereit sind zu zahlen, kann in der Regel weder die Rechtsabteilung eines Konzerns noch der Staat Schritt halten.

Die bekannten Kanzleien überbieten sich

Nachdem die Gehälterentwicklung in den vergangenen Jahren eher stagnierte, überbieten sich seit diesem Spätsommer die bekannten deutschen Kanzleien wie Hengeler Mueller und Gleiss Lutz sowie ihre internationale Konkurrenz von Linklaters oder Freshfields Bruckhaus Deringer wieder mit ihren Einstiegsgehältern. Es vergeht kaum eine Woche, in welcher der Branchendienst Juve über sein Karrieremagazin "azur" nicht eine neue Gehaltsrunde vermeldet. Stolze 120.000 Euro kann ein Prädikatsjurist in den meisten Großkanzleien verlangen – und das schon mit 24 Jahren, wenn man zügig studiert und im Anschluss direkt das Referendariat begonnen hat. Und gerade erst meldete die amerikanische Kanzlei Milbank Tweed Hadley & McCloy, dass sie Berufsanfängern vom kommenden Jahr an sogar 140.000 Euro zahlt – auch die Gehälter anderer Mitarbeiter passt man als Reaktion auf den verschärften Wettbewerb an.

Die Reaktion unter Anwälten, in den sozialen Netzwerken und auf Konferenzen fiel diesmal drastisch aus. Für "total überzogen" und "dauerhaft nicht darstellbar" halten Juristen mit Berufserfahrung die aktuelle Gehälterdebatte. Der Personalberater Martin Wollziefer spricht von einer Aufwärtsspirale der Vergütungen, weil sich die Kanzleien mit Geld gegenseitig überbieten müssen. "Die Gehaltsentwicklung in Kanzleien hat sich vollkommen von anderen Branchen abgekoppelt, selbst bei heißbegehrten Ingenieuren steigen die Einstiegsgehälter nicht in einem solchen Maße." Bedenklich findet Wollziefer, der vor seiner Zeit als Berater von Kanzleien unter anderem Personalleiter der Koelnmesse war, dass mittelgroße Sozietäten und kleinere Spezialkanzleien in den Anwaltsmärkten wie Frankfurt, München und Düsseldorf diesem Trend folgen müssen – sonst hat sie eben kaum ein Bewerber auf dem Radar.

Tatsächlich liegen die Spitzengehälter in den Kanzleien heute rund 40.000 Euro über dem Niveau von 2007. Damals zahlten amerikanische Kanzleien ihren deutschen "First-years" ein Grundgehalt von 100.000 Euro samt Bonus. Der Unterschied zu heute: Von dem zusätzlichen Leistungsanreiz im ersten Jahr haben sich immer mehr Kanzleien verabschiedet. Als erste internationale Kanzlei hatte wiederum Milbank die Bonuskomponente ausgesetzt und das Festgehalt auf seinerzeit 125.000 Euro angehoben.

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"Perspektiven für Juristen" gibt einen Überblick über Berufsbilder und bietet hilfreiche Tipps für die Studien- und Karriereplanung für angehende Juristen.

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