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Vom leeren Blatt Papier zum fertigen Rennauto

Formula Student: TUfast Racing Team

Quelle: Max Burggraf

Mit heulenden Motoren und quietschenden Reifen beweisen die Teilnehmer der Formula Student, wie schnell ihre selbstkonstruierten Rennwagen fahren. Was dabei schiefgehen kann? Alles, erzählt e-fellows.net-Alumnus und Racing-Team-Manager Max im Interview, und gibt Einblick in die Vorbereitung.

Wie würdest du einem Laien die Formula Student beschreiben?

Die Formula Student ist ein internationaler Konstruktions- und Ingenieurswettbewerb für Studenten, die selbständig Rennautos entwickeln. Diese Fahrzeuge sehen aus wie kleine Formel1-Autos, fahren circa 120 Stundenkilometer und sind auf Beschleunigung und Kurvenfahrten ausgelegt.

Weltweit gibt es 16 Formula-Student-Wettbewerbe, viele davon in Europa. Diese Wettbewerbe bestehen aus dynamischen Disziplinen, in denen die Rennautos ihre Fahreigenschaften unter Beweis stellen müssen und statischen Disziplinen. Das sind das Engineering Design, der Cost-Report und der Business Plan.

In Deutschland gibt es seit diesem Jahr die Formula Student Driverless, bei der autonome Fahrzeuge gegeneinander antreten. Die Strecke hat ähnliche Bedingungen wie für Fahrzeuge mit menschlichen Fahrern, zum Beispiel die Streckenabgrenzung: Hütchen an der Seite und Fahrbahnmarkierungen auf dem Boden. Einziger Unterschied: Das Auto fährt ohne Insassen. In den anderen Fahrzeugen sitzen Team-Mitglieder hinter dem Steuer. Wer fahren darf, entscheiden wir beim Kartfahren. Wir suchen einfach die schnellsten und erfahrensten Fahrer aus, die dann in unseren Fahrzeugen trainieren.

Welche Wettbewerbsdisziplin findest du am schwierigsten?

Die größte Herausforderung eines Wettbewerbs ist das Langstreckenrennen. Die Strecke ist 22 Kilometer lang – eine große Herausforderung für einen Prototyp, der von Studenten gebaut wurde. Deshalb fallen bei diesem Rennen jedes Mal viele Teams aus.

Wie lang gibt es das Racing-Team an der TU schon und seit wann bist du dabei?

Der Verein wurde 2002 gegründet und 2004 ist dann das erste Auto auf einem Wettbewerb angetreten. Ich selbst mache seit 2015 im TUfast Racing Team mit

Was war der größte Erfolg, den du in dieser Zeit miterlebt hast?

Letztes Jahr haben wir in Hockenheim mit unserem Verbrenner den ersten Platz gewonnen. Außerdem sind wir sehr stolz auf unser Elektroauto, mit dem wir mittlerweile auf Platz 4 der Weltrangliste stehen. Natürlich streben wir in diesem Jahr den Gesamtsieg an. Dazu gehört aber auch eine große Portion Glück.

Was sind deine Aufgaben als Teamleiter? Und wie viele Personen wirken in deinem Team mit?

Im Team sind momentan zwischen 70 und 80 Personen. Circa 60 Prozent davon sind Maschinenbauer, 15 Prozent Elektrotechniker und 10 Prozent Informatiker. Der Rest verteilt sich auf andere Fächer. Uns ist es eigentlich egal, was die Teammitglieder studieren, solange sie Motivation und Interesse mitbringen. Dann kann auch ein BWLer ein Getriebe entwickeln und ein Maschinenbauer den Businessplan schreiben.

Es gibt verschiedene Sub-Teams, die thematisch aufgeteilt sind und jeweils einen eigenen Sub-Team-Leiter haben. Darüber stehen die technischen Leiter für jedes Fahrzeug, die die Entwicklung koordinieren und vorantreiben. Zusätzlich gibt es den Teammanager – in diesem Jahr ich – der sowohl den organisatorischen Teil als auch die Entwicklung der Fahrzeuge, die Budgetplanung und Finanzierung koordiniert.

… Das hört sich nach viel Arbeit an. Machst du das alles neben dem Studium?

Das Studium läuft eher nebenher.

Ich verbringe wöchentlich bis zu 100 Stunden mit der Formula-Student-Vorbereitung. Viele machen nebenher nichts Anderes mehr und gehen nicht mehr zu den Vorlesungen oder Übungen, sie schreiben höchstens noch Prüfungen. Zeitintensive Hobbys oder Vollzeitjobs nebenher sind nicht drin.

Jedes Mitglied im Team hat einen eigenen Zuständigkeitsbereich und trägt in diesem die Verantwortung. Einer macht die Lenkung, einer Anderer den Akku und jeder ist dabei für jeden einzelnen Teilschritt verantwortlich.
Die Formula Student ist unser Hobby – und was wir dabei lernen, ist uns wichtiger als das Studium schnell durchzuziehen.

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