Partner von:

Von null auf Nerd – mein Weg in die IT

Informatik IT Entwicklung [Quelle: Unsplash.com, Ilya Pavlov]

Quelle: Unsplash.com, Ilya Pavlov

Heute ist Carina Malzacher Technical Consultant bei SAP, aber ihr Weg führte sie nicht sofort in die Informatik. Weshalb sie zunächst eine Ausbildung machte und was sie an ihrem heutigen Beruf so spannend findet, hat Carina in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst.

Dass ich einmal in der IT arbeiten würde, hätte ich als Schülerin im Traum nicht gedacht. Am liebsten hätte ich damals nach dem Abitur Psychologie studiert. Das war jedoch unrealistisch, da ich den NC nicht erreicht habe. Meine Chancen auf ein Studium durch Wartesemester zu erhöhen kam für mich nicht infrage, und deshalb begann für mich die Suche nach einer spannenden Alternative. Die Angebote an Studiengängen, Ausbildungen, Praktika, Jobs und freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahren waren gefühlt unendlich. Ich besuchte Jobmessen, durchstöberte Websites und redete mit Freunden. Doch aufgrund der vielen interessanten Angebote fiel es mir sehr schwer zu entscheiden, was das Richtige für mich wäre.

Nach einer langen, anstrengenden und nervenaufreibenden Suche entschied ich mich schlussendlich für eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Da ich bis zum Start der Ausbildung noch ein Jahr Zeit hatte, jobbte ich für ein halbes Jahr, um mir von dem ersparten Geld einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Gesagt, getan. Ich verbrachte ein halbes Jahr in Kanada und lernte dort Land und Leute kennen – eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte.

Kaum zurück aus Kanada, begann auch schon die Ausbildung. Die Ausbildung als Industriekauffrau sieht es vor, dass Auszubildende im Unternehmen rotieren und so die Möglichkeit haben, verschiedene Abteilungen zu durchlaufen – angefangen bei der Produktion über das Controlling bis hin zum Marketing. Somit war die Zeit sehr abwechslungsreich und spannend. Nachdem ich acht Abteilungen kennenlernen durfte, entschied ich mich, meinen Ausbildungsschwerpunkt auf Qualitätsmanagement und Regulatory Affairs zu legen. Meine Abteilung befasste sich mit der Einhaltung von produktionsrelevanten Prozessen und der Registrierung von Medizinprodukten in ausländischen Märkten.

Im Qualitätsmanagement habe ich meine ersten Erfahrungen mit der IT gemacht. Es sollte ein Dokumentenmanagementsystem eingeführt werden, um die produktions- und produktrelevanten Unterlagen elektronisch verwalten zu können. An dem Projekt fand ich vor allem die Vielfältigkeit der Tätigkeiten toll. Unter anderem mussten die elektronisch abgebildeten Prozesse getestet sowie die dazu benötigten Dokumente ins System übernommen werden. Dabei war ein kontinuierlicher Fortschritt sichtbar, was mir sehr gefiel.

Durch die Einführung des Dokumentenmanagement-Systems wurde meine Neugier auf die IT geweckt. Ich erwog, meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse im Rahmen eines Wirtschaftsinformatikstudiums zu erweitern und um IT-Skills zu ergänzen. Anfangs war ich unsicher, ob ich das schaffen würde, da ich ja bis zu diesem Zeitpunkt kaum IT-Kenntnisse vorweisen konnte. Trotz meiner Zweifel bewarb ich mich bei Unternehmen für ein duales Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik. Ich musste nicht viele Bewerbungen schreiben, bis mir zwei Angebote vorlagen, zwischen denen ich wählen durfte. Ich entschied mich für ein großes, internationales IT-Unternehmen, in dem ich mich während der im Studium anfallenden Praktika in den verschiedenen Bereichen ausprobieren konnte.

Der theoretische Teil des Studiums fand an der DHBW in Mannheim statt. Dort besuchte ich den Studiengang International Management for Business and Information Technology. Neben BWL- und IT-Vorlesungen standen auch Spanisch, Chinesisch und interkulturelle Kommunikation auf dem Vorlesungsplan, was das Studium sehr abwechslungsreich machte. Meine anfänglichen Bedenken wegen meiner IT-Kenntnisse wurden nicht bestätigt. Alle relevanten Vorlesungen setzten keine Vorkenntnisse voraus.

Programmieren gehörte während der Studienzeit nie zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, und das hat sich bis heute nicht geändert. Trotzdem helfen mir die im Studium erworbenen Programmierkenntnisse in meinem jetzigen Job weiter. Ich bin mittlerweile im Softwarebereich als IT Consultant für Personalsysteme tätig. Das heißt, dass ich die in Unternehmen eingesetzte Software an die Bedürfnisse der Fachabteilung anpasse. Wenn also die Personalabteilung die Bearbeitung von Initiativbewerbungen nicht weiter per Mail durchführen möchte, prüfe ich, welche Möglichkeiten das eingesetzte System bietet, um diesen Prozess elektronisch umzusetzen. Somit habe ich Einblick in die Personalprozesse, aber auch in deren technische Umsetzung. Durch die ständige Weiterentwicklung der Prozesse und der Softwareprodukte stehe ich immer wieder vor neuen Herausforderungen, was meinen Job sehr abwechslungsreich und spannend macht. Und genau das gefällt mir daran ganz besonders.

Rückblickend muss ich zugeben, dass ich nicht den direktesten Weg zu meinem Traumberuf gewählt habe. Aber genau dieser Umweg hat mir geholfen, Erfahrungen zu sammeln und mich selbst und meine Berufswünsche besser kennenzulernen. Heute bin ich froh, damals nicht Psychologie studiert zu haben, da ich nun weiß, wo meine Stärken liegen und in welchem Bereich ich sie am besten einsetzen kann. Die IT hat mir persönlich den perfekten Rahmen geboten.

Ich kann also nur jedem empfehlen, sich auf die spannende Welt der IT einzulassen und seine ganz eigenen Erfahrungen zu sammeln, um den individuell passenden Bereich zu finden.

nach oben
Veranstaltungen für ITler
Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren