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Jeder Arbeitstag ist anders: IT-Produktmanagement

Informatik Technologie Zahlen (Quelle: freeimages.com, flaivoloka)

Quelle: freeimages.com, flaivoloka

Mit einem IT-Studium ist man heiß begehrt und kann sich seinen Job aussuchen? Generell ja, wenn man selbst aber keine genaue Vorstellung davon hat, was man machen möchte, gestaltet sich die Arbeitssuche auch etwas schwierig. Der Blick über den Tellerrand lohnt sich.

Nach Abschluss meines Informatikstudiums mit dem Diplom hatte ich keine exakte Vorstellung davon, wie ich in das Berufsleben starten wollte. Etwas in Richtung Software Engineering schwebte mir vor, Projektarbeit fand ich spannend. Einigen Kommilitonen von mir ging es ähnlich, während andere bereits genau wussten, bei welcher Firma in welcher Rolle sie arbeiten wollten. Bei den ersten Bewerbungen bekam ich dementsprechend nicht viel positives Feedback. Es waren Absagen, meist mit dem Tenor, ich würde für die Stelle nicht genug Qualifikationen mitbringen. Von einer Firma kam die Rückmeldung, mein Ausbildungsverlauf weise keinen roten Faden auf. Nun ja, so falsch war das gar nicht.

Start im Projektgeschäft eines IT-Dienstleisters

Letztendlich wurde ich über zwei Freunde auf einen damals kleinen IT-Dienstleister aufmerksam: TNG Technology Consulting. Nach mehreren Bewerbungsgesprächen und der Vertragsunterzeichnung an einem Freitagnachmittag ging es am darauffolgenden Montag los. Die Aufgabe war eine Mischung aus Software Engineering und Mitarbeit in einem Projektmanagement-Office. Mir gefiel das Umfeld mit der Arbeit vor Ort beim Kunden, und ich konzentrierte mich auf die Softwareentwicklung. Durch ein kleines Team und den direkten Kontakt mit Auftraggebern und Anwendern gab es viel Abwechslung. Die Praxiserfahrung im Software Engineering hilft mir noch heute. Absolventen können dadurch sehr viel lernen. Unabhängig davon, ob man später in technischen Themen arbeitet oder sich mehr in Richtung Führung entwickelt: Sehr vieles in der IT hat letztendlich mit Software zu tun. Wer dort einmal selbst produktiv war und Programmcode geschrieben hat, kann auch noch Jahre später Sachverhalte schnell einschätzen.

Neue Aufgaben nach einem internen Wechsel

Gerade expandierende Unternehmen bieten für Mitarbeiter viele Chancen zum Ausprobieren und Mitwachsen. Nach vier Jahren wechselte ich aus der Projektarbeit in eine Art interne Stabsstelle bei der Geschäftsführung. Zu diesem Zeitpunkt war für mich endgültig klar, dass mir die Breite an Aufgaben liegt und mich eher die großen Zusammenhänge interessieren. Ich wollte eher als Generalist und weniger als Spezialist arbeiten. Der interne Wechsel kam mir dabei entgegen: Office-Management, Arbeitsrecht, Vertragsmanagement, Projektakquise, Aufwandsschätzung, Recruiting – selbst die Beschaffung samt Aufbau eines Firmengrills für ein Sommerfest gehörten zu meinen Aufgaben. Mein Antrieb war es, die Firma zusammen mit den Kollegen am Laufen zu halten und sie beim Wachstum zu unterstützen. Nach einiger Zeit wurde die Mitarbeitergewinnung immer wichtiger, und ich übernahm die Leitung einer neuen Recruiting-Abteilung. Nach acht Jahren bei TNG hatte sich schließlich nicht nur die Firma weiterentwickelt, auch ich hatte mich verändert. Ich begann, mich nach etwas Neuem umzusehen.

Angekommen im Produktmanagement

iteratec ist in der IT-Szene in München nicht ganz unbekannt. Das Bewerbungsverfahren war angenehm, da es mehr auf Potenziale und Fähigkeiten abstellt statt auf konkretes Wissen. Zu Beginn habe ich im Umfeld Marketing und Schulungen gearbeitet. Ich konnte auf meine Erfahrungen aus Kundenprojekten zurückgreifen, musste aber vieles neu lernen. Seitdem ich die Leitung des Produktbereichs iteraplan übernommen habe, ist jeder Tag anders. Ich berichte direkt an einen der Firmeninhaber und Geschäftsführer, mit dem ich mich wöchentlich austausche. Ansonsten habe ich sehr viele Freiheiten, bekomme aber aus der Firma immer Tipps und Unterstützung, wenn ich danach frage. In meinem aktuellen Arbeitsalltag liegt der Fokus mehr auf Koordinieren und Kommunizieren als auf dem Umsetzen. Ich bin viel auf Besprechungen und pflege einen intensiven Austausch mit Kollegen. Konkretes Wissen aus meiner Studienzeit benötige ich zurzeit nicht mehr. Bei fast allen Themen hilft mir die Berufserfahrung und das gesammelte Projekt- und IT-Wissen. Eine grobe Beurteilung von Fragestellungen kann ich selbst leisten, bei vielem verlasse ich mich aber auf die Expertise in meinem Team.

Im IT-Produktmanagement wechseln sich operative mit strategischen Themen ab. Zum einen steht eine technische Fragestellung an, oder es ist die Meinung zum konkreten Aussehen der Dialoge in der Softwareanwendung gefragt. Zum anderen ist die strategische Ausrichtung am Markt festzulegen und muss über Monate oder Jahre konsequent verfolgt und nachjustiert werden. Da ich neben der Produkt- auch die Teamverantwortung trage, ist das Zeitmanagement ein wichtiger Aspekt. Für mich stellt sich täglich die Frage, was ich angehe, was ich auf später verschiebe und was ich bewusst weglasse.

Wer eine Stelle mit vielfältigen Aufgaben innehat, sollte sich immer bewusst machen, was er selbst am besten kann. Aktuell mache ich zum Beispiel keinen Vertrieb, da dieser bei anderen Kollegen besser aufgehoben ist. Jeder Job hat auch Nachteile. Ich kann es beispielsweise nicht allen Stakeholdern recht machen. Verschiedene Kunden, die Beraterkollegen, das Entwicklungsteam, die Geschäftsleitung: Jeder hat seine eigene Sicht und seine Erwartungen an das Produkt. Zeit und Ressourcen sind jedoch beschränkt. Was man auch tut, meist ist jemand ein wenig unzufrieden, weil er mit seinen Wünschen nicht berücksichtigt wurde. Was wird die Zukunft bringen? Vielleicht ein anderes IT-Produkt in einem anderen Umfeld? Aktuell bin ich sehr zufrieden mit meinen Aufgaben, da ich mich als Generalist darin gut einbringen kann – und zwar ganz nach meinen Vorstellungen.

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