Partner von:

Topmanager-Karriere im Schnelldurchlauf

Sprint,sprinten, rennen, laufen, Wettrennen, Wettlauf, schnell, Start (© pressmaster – Fotolia.com)

© pressmaster – Fotolia.com

Von der Verpackungstechnik in die Zentrale, vom Controlling in die Inhouse-Beratung und dazu noch ein Auslandsaufenthalt: Was Manager in einem halben Berufsleben durchlaufen, absolviert Ronny Radlach im Junior Managers Program von Bosch in zwei Jahren. Derzeit ist er in Tokio, kümmert sich um den Materialeinkauf und bekommt Nachhilfe in japanischer Trinkkultur.

Wie bist du zu Bosch gekommen?

Ich nahm von 2010 bis 2011 am PreMaster Programm teil. Zu der Zeit gab es nicht viele Unternehmen, die solche Programme anboten. Es schien mir die ideale Gelegenheit, um weitere Praxiserfahrung zu sammeln und um herauszufinden, was ich im Masterstudium vertiefen möchte. Die Produkte von Bosch fand ich ohnehin ziemlich interessant. Außerdem waren mir der gute Arbeitgeber-Ruf und die traditionsreiche Geschichte des Unternehmens bekannt.

Im Moment absolvierst du das Junior Managers Program mit Auslandsstation in Tokio. Was genau machst du dort?

Im Großraum Tokio hat Bosch zwei Werke für Verpackungs- und Inspektionstechnik. Bei meiner ersten Station in der Materialwirtschaft kümmere ich mich dort um den Einkauf von Bauteilen für die Maschinen und unterstütze die Abteilungsleitung bei der strategischen Ausrichtung. Im zweiten Abschnitt kann ich als Teil des lokalen Controllings das Finanzergebnis der Maschinenprojekte genauer unter die Lupe nehmen und Verbesserungsvorschläge für das Projektmanagement einbringen.

Warum gerade Japan?

Ich war während meines Studiums schon in Südkorea, während des PreMaster Programms dann in China, brachte also schon viel Asien-Erfahrung und -Begeisterung mit. Hinzu kam die Abenteuerlust. Also habe ich mit meinem Mentor aus dem Top-Management von Bosch gesprochen, um zu sehen, ob an einem asiatischen Standort von Bosch Bedarf an meinen Kompetenzen besteht.

Welche Unterschiede zwischen der deutschen und japanischen Kultur erlebst du?

Die Japaner sind sehr perfektionistisch – in dieser Hinsicht also gar nicht so verschieden von den Deutschen. Das mag manchmal etwas nervig sein, andererseits entdeckt man so bei genauerer Betrachtung viele ausgefeilte Details. Zum Beispiel das Essen: In Deutschland liegt das meist einfach so auf dem Teller. In Japan dagegen gibt man sich unendlich viel Mühe, die Speisen kunstvoll zu dekorieren und das zum Essen und zur Jahreszeit passende Porzellan auszuwählen.

Gibt es auch manchmal interkulturelle Probleme?

Ja, beispielsweise scheint es das Wort "nein" in der beruflichen Kommunikation nicht zu geben. Das heißt, es wird nicht gesagt, wenn etwas nicht funktioniert oder es Probleme gibt. So meine ich manchmal, alles laufe glatt, bis ich irgendwann von selbst merke, dass es irgendwie keine Fortschritte in dem Projekt gibt – obwohl eigentlich ganz normal weitergearbeitet wird. Das macht die Arbeit zeitintensiver als in Deutschland. Dennoch muss ich sagen, dass Bosch die Work-Life-Balance entgegen japanischer Gepflogenheiten sehr achtet. In Japan ist es schon eine Besonderheit, dass niemand so lange im Büro bleiben muss, bis auch der Chef nach Hause gegangen ist.

Wie hast du den Auslandsaufenthalt organisiert?

Das hat vor allem Bosch für mich gemacht. Als Trainee wird man kaum anders als ein Expat behandelt, das heißt, eine Bosch-eigene Abteilung für Entsendungen erledigt die Organisation. Das umfasst Dinge wie Flüge buchen, Versicherungen abschließen, aber auch die Vermittlung von Sprachkursen und Vorbereitungsseminaren.

Was für Seminare waren das bei dir?

Kurse über die japanische Alltagskultur und Arbeitswelt. Ich übte also Umgangsformen und lernte, potenzielle Fettnäpfchen zu vermeiden. So verbeugt man sich zum Beispiel bei der Begrüßung leicht, anstatt sich die Hand zu geben. Oder man steckt die Visitenkarte des Gegenübers nicht achtlos in die Tasche, sondern nimmt sie dankend mit beiden Händen entgegen und betrachtet sie eingehend.

Das klingt nach sehr steifen Umgangsformen.

In der Arbeit mag das stimmen, da hält man sich mit Emotionen sehr zurück. Nach Feierabend ändert sich das aber. Da geht man mit den Kollegen zusammen in ein Izakaya, eine Art Kneipe. Und dort wird gegessen - und vor allem getrunken, obwohl Japaner eigentlich gar nicht so trinkfest sind. Deshalb läuft das im Izakaya so: Man zahlt einen festen Betrag, und darf dann zwei Stunden lang trinken, so viel man möchte. Entsprechend locker geht es zu, und es wird viel über Privates gesprochen. Sobald man am nächsten Morgen wieder in der Arbeit ist, ist aber alles wieder vergessen und wird mit keinem Wort mehr erwähnt.

Was machst du nach deinem Japan-Aufenthalt?

Danach folgt noch eine Station des Junior Manager Programs in Deutschland, was bei mir eine Aufgabe in der internen Beratung sein wird. Das Programm ist auf zwei Jahre ausgelegt. In dieser Zeit absolviert man mindestens vier Stationen. Sinn der vielen verschiedenen Tätigkeiten ist, dass man einmal die Funktion wechselt – in meinem Fall vom Controlling in die Materialwirtschaft und Inhouse-Beratung – einmal den Geschäftsbereich wechselt – in meinem Fall von der Verpackungstechnik in die Zentrale – und eine Auslandsstation absolviert. Das also, was Topmanager über viele Jahre hinweg machen, durchlaufe ich als Trainee im kleinen Rahmen. Gegen Ende des Programms werde ich dann mit meinem Mentor besprechen, welche Stelle bei Bosch für mich Sinn machen könnte.

nach oben

Willst du mehr über unseren Partner Bosch erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

Jobs, Praktika

und akademische

Stellen suchen

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren