Partner von:

"Nicht von Kommilitonen anstecken lassen, die den Lebenslauf optimieren"

Quelle: e-fellows.net, cobrasoft

Quelle: e-fellows.net, cobrasoft

Was ist die wichtigste Frage im Studium? Jedenfalls nicht 'Ist das Klausur-relevant?', findet Alumna Jeannine. Wichtig ist es, das große Ganze im Blick zu haben - auch bei ihrem jetzigen Job im strategischen Controlling bei Bertelsmann.

Warum haben Sie sich für Bertelsmann entschieden?

Es gibt ja diesen typischen Satz: "Ich möchte später mal irgendwas mit Medien machen". Das war bei mir nicht so. Ich hatte eine genaue Vorstellung davon, welchen Job ich machen möchte, und Bertelsmann hatte zufälligerweise eine Stellenausschreibung im strategischen Controlling, die genau gepasst hat.

Ich kann mich mit den Produkten von Bertelsmann gut identifizieren, man kommt im Alltag ständig mit ihnen in Berührung, wenn man weiß, woran Bertelsmann beteiligt ist: Fernsehen, Radio, Bücher, Zeitschriften, Digital-Angebote, Musik, Services. Außerdem ist Bertelsmann ein großes, internationales Unternehmen, das vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Für den Job habe ich mich entschieden, weil er die ideale Kombination aus Controlling und Strategiethemen bietet. Auch die Nähe zum Top-Management fand ich interessant, so kann ich Entscheidungen auf höchster Ebene ganz nah miterleben.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?

Ich habe mich damals kurz vor Weihnachten über ein Online-Tool auf der Karriere-Website von Bertelsmann beworben, und direkt Anfang des neuen Jahres hat sich Bertelsmann schon gemeldet. Ich wurde zu einem Bewerbungstag eingeladen, bei dem ich drei Gespräche geführt habe mit der Personalabteilung und mit Mitarbeitern meiner künftigen Abteilung. In der zweiten Runde musste ich dann neben Einzelgesprächen eine Präsentation vorbereiten, die ich anschließend vor Mitarbeitern meiner Abteilung und der Personalabteilung gehalten habe. Ich habe dann schon wenige Tage später erfahren, dass ich ein Angebot von Bertelsmann bekomme. Besonders gut fand ich, dass ich schon bei der Bewerbung mehrere potenzielle Kollegen kennenlernen und so sichergehen konnte, dass es von beiden Seiten aus passt.

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?

Ich fand es überraschend, dass mir direkt vom ersten Tag an Verantwortung übertragen wurde und das Team mich gleich als primäre Ansprechpartnerin für meinen neuen Verantwortungsbereich wahrgenommen hat. Außerdem hatte ich im Vorfeld etwas Bedenken, ob angesichts der hohen Anforderungen in der Abteilung eine gewisse Ellenbogenmentalität herrschen könnte. Aber das ist überhaupt nicht so, meine Kollegen waren gleich offen, nett und hilfsbereit.

Welche Stärken - vielleicht auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?

Während meiner Promotion habe ich viele Fähigkeiten an mir bemerkt, die mir jetzt im Job nützlich sind: Ich kann Probleme schnell erfassen und arbeite strukturiert. Auch meine Präzision kommt mir sehr zugute, wenn ich zum Beispiel Vorstands- oder Aufsichtsratsunterlagen vorbereite. Denn gerade bei quantitativen Aspekten ist präzises Arbeiten absolut entscheidend, entweder sind die Zahlen richtig oder nicht. Ich bin außerdem kommunikativ und empathisch, das hat mir geholfen, gute Beziehungen zu den Kollegen aufzubauen.

Was meine Schwächen angeht: Ich habe gelernt, meine Meinung noch offener und direkter zu äußern, auch wenn sie kritisch ist. Denn es ist ja gerade mein Job, Sachverhalte kritisch zu durchleuchten, zum Beispiel im Fall von Entscheidungsempfehlungen, die an den Vorstand weitergegeben werden.

Wie sind Ihr Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen?

In meiner Abteilung arbeiten rund ein Duzend Personen, die teilweise bereichsübergreifend arbeiten und teilweise - so wie ich - für einen bestimmten Bertelsmann-Unternehmensbereich zuständig sind. Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und richtet sich stark nach aktuellen Projekten oder wichtigen Gremiensitzungen. Wir bereiten regelmäßig Gremiensitzungen wie die des Aufsichtsrats, Vorstands und Group Management Committees vor und erstellen dafür die Präsentationsunterlagen. Konkret bereiten wir beispielsweise jeden Monat die aktuellen Geschäftszahlen für den Vorstand auf, analysieren und kommentieren, welche Abweichungen es gibt und woher sie kommen, und gleichen die aktuellen Entwicklungen mit den strategischen Zielen des Konzerns ab.

Darüber hinaus gibt es aber auch relativ spontane Anfragen: Wenn der Vorstand eine bestimmte Analyse haben möchte, dann erarbeiten wir diese für ihn. Neben diesen eher klassischen Controlling-Themen ist die Analyse von Investitionsprojekten ein bedeutender und sehr interessanter Bestandteil meiner Arbeit. Wenn ein Unternehmensbereich zum Beispiel eine Akquisition plant, rechne ich das Projekt durch, beurteile die wirtschaftliche und strategische Vorteilhaftigkeit und gebe eine Entscheidungsempfehlung. Außerdem sind wir auch in die Beurteilung der Geschäftsstrategien der einzelnen Divisionen vor dem Hintergrund der strategischen Weiterentwicklung des Gesamtkonzerns eingebunden.

Was die Zusammenarbeit im Team angeht: Bei uns ist die Atmosphäre sehr offen und kollegial. Ich arbeite in einem recht jungen Team mit flachen Hierarchien, wir gehen auch öfter nach der Arbeit noch zusammen etwas trinken. Auch mit den anderen Kollegen und Abteilungen ist die Zusammenarbeit sehr gut.

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?

Der erfolgreiche Abschluss meiner Promotion. Bei Bertelsmann habe ich viele kleine Erfolge: Zum Beispiel, wenn der Vorstand eine bestimmte Entscheidung getroffen hat und dafür eine Analyse herangezogen hat, die ich vorbereitet habe. Oder wenn ein Entscheider Argumente übernimmt, die ich erarbeitet habe. Es ist immer sehr motivierend zu wissen, dass meine Analysen Eingang in Entscheidungen finden.

Ist Ihnen auch einmal ein Fauxpas unterlaufen? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?

Ein richtig großer Fauxpas fällt mir zum Glück nicht ein. Aber es passiert schon, dass mein Chef in meiner Arbeit mal einen Fehler entdeckt. Darüber ärgere ich mich dann natürlich und denke mir: "Ach Mensch, hätte ich doch noch einmal öfter drüber geschaut." Aber Fehler passieren. Und oft ist es gar nicht so schlimm, wie man im ersten Moment denkt.

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert, und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?

Mein Privatleben hat sich relativ stark verändert. Ich habe ja in Nürnberg studiert und mein Freundeskreis ist nach wie vor dort, daher pendle ich am Wochenende häufig. Ich muss jetzt besser organisiert sein, weil ich viele Dinge eben am Wochenende erledigen muss. Aber andererseits schätze ich die freie Zeit am Wochenende jetzt auch viel mehr. Unter der Woche mache ich regelmäßig Sport - Bertelsmann bietet ein gutes Sportprogramm an. Außerdem treffe ich abends Freunde und Kollegen, wir gehen ins Kino oder etwas trinken. Und ich verreise sehr gerne, vor allem in die USA. Das amerikanische Lebensgefühl ist sehr entspannt, das überträgt sich im Urlaub auf mich. Da kann ich super abschalten und neue Energie sammeln.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?

Ich würde es nicht viel anders machen, ich würde den gleichen Studiengang wählen. Ich habe alle Erfahrungen gemacht, die ich gerne machen wollte, war im Ausland und habe viele Praktika absolviert. Aber im Studium würde ich mehr darauf achten, nicht nur für die Klausuren zu lernen, sondern mehr fürs Leben und dabei die größeren Zusammenhänge im Blick zu haben. Das ist mir so richtig aufgefallen, als ich selbst an der Uni als Dozentin gearbeitet habe. Die erste Frage der Studenten war häufig: "Ist dieser Stoff Klausur-relevant?"

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?

Man sollte das Studium bewusst genießen, vor allem die Möglichkeit, vieles auszuprobieren und sich die Zeit frei einteilen zu können. Mein Tipp ist auch, dass man sich nicht anstecken lassen sollte von Kommilitonen, die ihren Lebenslauf optimieren. Für einen selbst ist es wichtig, Erfahrungen zu sammeln, die der Reifung der eigenen Persönlichkeit dienen. Später im Beruf entscheidet die Persönlichkeit vieles. Der Lebenslauf ist zwar die erste Eintrittskarte, aber in Vorstellungsgesprächen merkt man schnell, ob der Bewerber nur vorgefertigte Antworten aus Bewerbungsratgebern gibt oder ehrlich und spontan antwortet. Man sollte authentisch rüberkommen und mit Persönlichkeit überzeugen.

nach oben

Willst du mehr über unseren Partner Bertelsmann erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

Jobs, Praktika

und akademische

Stellen suchen

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren