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Das halbe Leben mit etwas Sinnvollem verbringen

Medical school Kreuz [Quelle: freeimages.com, Autor: e-Eva-a]

Quelle: freeimages.com, e-Eva-a

Medizin statt Autos - dafür entschied sich Alumna Susanne Hintennach nach ihrem Studium. Sie stieg ins Trainee-Programm für Logistik bei Roche ein - und wünschte heute manchmal, noch mehr Informatik-Vorlesungen besucht zu haben.

Warum haben Sie sich für Roche entschieden?

Ich habe mich ganz bewusst für die Pharma- und Diagnostik-Branche entschieden, auch wenn mein Studium eher auf die Automobilindustrie ausgerichtet war. Ich bin mitten in der Wirtschaftskrise mit meinem Studium fertig geworden und wollte in einer zukunftsträchtigen Branche arbeiten, die sinnvolle Produkte entwickelt und produziert. Bereits während des Studiums habe ich mich sozial engagiert, zum Beispiel bei AIESEC. Ich wollte bei einem Unternehmen arbeiten, das ähnliche Werte vertritt. Arbeit ist schließlich das halbe Leben, und ich möchte mein halbes Leben mit etwas Sinnvollem verbringen.

Kannten Sie vorher schon Mitarbeiter von Roche?

Bei einem Praktikum in Indianapolis habe ich in der Freizeit Roche-Mitarbeiter kennengelernt, die mir begeistert von ihrem Unternehmen berichtet haben. Diese Identifikation mit Roche hat mich beeindruckt, deswegen habe ich ungefähr ein Jahre später über e-fellows.net an einem Leadership-Workshop von Roche teilgenommen. Die Unternehmenskultur, die ich damals beim Workshop kennengelernt habe, weiß ich nun sehr zu schätzen. Als Neueinsteiger übernimmt man schnell Verantwortung, und der Umgang mit Kollegen ist sehr offen. Außerdem schätze ich die Entwicklungsmöglichkeiten bei Roche. Im September gehe ich zum Beispiel für drei Monate für ein Projekt in die USA.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?

Über e-fellows.net habe ich mich für das Management-Start-Up-Programm beworben. Es folgten ein Telefon-Interview und das Assessment-Center. Das war viel entspannter als gedacht. Ich hatte vorher noch nie an einem teilgenommen und war mitten in der Diplomarbeit. Das Ganze lief sehr fair ab, es gab keinen Konkurrenzdruck, und ich hatte den Eindruck, dass die Beobachter die Kandidaten wirklich kennenlernen wollten. Immerhin präsentiert sich das Unternehmen bei so einer solchen Veranstaltung auch selbst.

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?

Zu Beginn war alles neu für mich. Ich musste mich auf dem großen Werksgelände zurechtfinden, viele Namen, Strukturen und Abkürzungen lernen. Nach einem Monat war ich schon mitten im ersten Projekt und war erstaunt, wie schnell ich Verantwortung übernehmen konnte. Zum Glück hatte ich Unterstützung durch meinen Mentor, der Bereichsleiter vom globalen Einkauf ist. Er hat mir viele Fragen beantwortet und betreut mich die gesamten zwei Jahre, die das Management-Start-Up-Programm dauert.

Wie viel Wissen aus Ihrem Studium können Sie in der Arbeit anwenden?

Einen Großteil meines theoretischen Wissens aus dem Studium kann ich gar nicht anwenden, abgesehen von ein paar Ausnahmen. Die Logistik-Vorlesungen, die ich besucht habe, sind jetzt beispielsweise ganz hilfreich. Meine Kenntnisse in Statistik und in "Operations Research" konnte ich auch schon anwenden. Zu meinem Erstaunen helfen auch die Informatik-Vorlesungen weiter, für die ich früher nicht gerade eine Vorliebe hatte. Ein Großteil der Logistik-Prozesse ist Computer-gesteuert. Mittlerweile wünschte ich mir, ich hätte im Studium mehr Einblick in SAP bekommen. Am meisten profitiere ich allerdings von dem Wissen, das man beim Studium so nebenher lernt: Selbstorganisation, die Fähigkeit, sich neues Wissen anzueignen, und Zeitmanagement.

Welche Stärken - vielleicht auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?

Einer der Vorteile des Trainee-Programms ist, dass ich mehrere Stationen durchlaufe und verschiedene Projekte übernehme. Dabei habe ich recht schnell gemerkt, was mir mehr liegt und was weniger. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ich mich in technischen Projekten sehr wohl fühle. Was die Schwächen angeht: Am Anfang war mein Zeitmanagement noch nicht so perfekt. Da habe ich mich im Laufe der Zeit verbessert.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Im Managament-Start-Up-Programm wechsle ich alle drei bis vier Monate die Abteilung und bearbeite ein neues Projekt. Am Ende des Programms werde ich in fast jeder Abteilung der Logistik gearbeitet haben. Das hilft, die Zusammenhänge besser zu verstehen. Zu Beginn einer neuen Station bekomme ich einen Projektauftrag, den ich dann relativ selbstständig bearbeite.

Was für Projekte sind das zum Beispiel?

Momentan analysiere ich, ob sich der Einsatz von RFID-Chips in unserem Ersatzteil-Lager lohnen würde. Ist der Einsatz technisch möglich und ökonomisch sinnvoll? Ich führe eine technische Machbarkeitsstudie durch, stelle einen Soll-Prozess auf und rechne einen Business Case. Zum Projektabschluss gebe ich eine Empfehlung ab und präsentiere dem Logistik-Führungsteam die Ergebnisse.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen?

Bei jedem Projekt habe ich mit anderen Vorgesetzten und mit anderen Kollegen zu tun. Dadurch habe ich im letzten Jahr viele verschiedene Führungsstile kennen gelernt, was ich sehr zu schätzen weiß. Von jedem kann ich lernen und mich inspirieren lassen. Das Verhältnis zu den Kollegen ist durchweg sehr offen. Nach jedem Projekt vergrößert sich mein Netzwerk bei Roche. Zu Beginn kannte ich fast niemand in der Kantine - heute betrete ich den Raum und sehe viele bekannte Gesichter. Außerdem gehe ich häufig mit früheren Kollegen oder mit anderen Trainees Mittagessen, um den Kontakt nicht abreißen zu lassen.

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?

Ich hatte viele kleine Erfolge im letzten Jahr, unter denen sich keiner hervorheben lässt. Jeder Projektabschluss ist ein Erfolg, auf den ich hingearbeitet habe. Ich merke, dass ich von Projekt zu Projekt besser werde. Das ist für mich der schönste Erfolg.

Ist Ihnen auch einmal ein Fauxpas unterlaufen? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?

Einen großen Fauxpas gab es zum Glück noch nicht, jedoch ein paar kleine Missgeschicke, die einem als Berufsanfänger passieren und auch akzeptiert werden – solange sie nicht häufiger vorkommen. Bei meiner ersten Ergebnis-Präsentation vor dem Leitungsteam habe ich die vorgeschriebene Zeit deutlich überschritten. Heute versuche ich, vor jeder Präsentation meine Zeiteinteilung zu überdenken. Kleine Fehler sind erlaubt, man sollte jedoch daraus lernen. Dabei hilft auch der Mentor.

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert, und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?

Ich bin nach Mannheim gezogen – in eine Stadt, die mir unbekannt war und in der ich auch keine Freunde oder Bekannte hatte. Das hat sich ziemlich schnell geändert, als ich sehr herzlich in das Trainee-Netzwerk aufgenommen wurde. Auf einmal hatte ich ziemlich viele Einladungen zu Partys, gemeinsamen Mittagessen und Ausflügen in meinem E-Mail-Postfach. Unter der Woche bin ich jetzt weniger flexibel in der Zeiteinteilung, das Wochenende hat stark an Bedeutung gewonnen. Während der Diplomarbeit war jeder Tag gleich, nun genieße ich die freien Wochenenden. Ich versuche, ein bis zwei Mal in der Woche Sport zu machen. Außerdem habe ich mit Yoga angefangen.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?

Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Studium zufrieden und würde das Gleiche wieder studieren. Dabei würde ich die ein oder andere Klausur bestimmt weniger ernst nehmen. Ich würde nicht mehr nur für die Prüfung lernen, sondern mir auch überlegen, welche Bedeutung das Wissen nach dem Studium haben könnte. Bei so mancher Vorlesungswahl habe ich mir vorher zu wenig Gedanken gemacht. Im Nachhinein erscheinen mir die Erfahrungen, die ich außerhalb des Hörsaals gesammelt habe, viel wichtiger. Beispielsweise habe ich bei AIESEC gelernt, mich selbst zu organisieren, Workshops zu leiten und zu moderieren. Diese Erfahrung hilft mir mehr als jede Mathe-Vorlesung.

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?

Be the change you want to see in the world.

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